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  • 15.07.2011 · 11:02

  • von Stefan Ziegler

Massa: "Wenn das Visier zuschnappt..."

Ferrari-Pilot Felipe Massa erklärt, welche Gedanken ein Rennfahrer bei der Arbeit ausblendet und warum er seinen Sohn lieber im Fußball sehen möchte

(Motorsport-Total.com) - Vor zwei Jahren wurde Felipe Massa mit der großen Schattenseite des Motorsport konfrontiert: Der brasilianische Rennfahrer fuhr im Training zum Großen Preis von Ungarn hinter seinem Landsmann Rubens Barrichello her, als sich an dessen Fahrzeug eine Stahlfeder löste, die Massa am Helm traf. Es folgten ein schwerer Unfall sowie eine lange Genesungsphase für Massa, der 2010 zurückkehrte.

Felipe Massa

Felipe Massa im Ferrari-Cockpit: Der Unfall von 2009 ist noch immer recht präsent

Im Chat mit Ferrari-Fans blickt der 30-Jährige zurück auf die schwierigen Stunden der Saison 2009: "Es war ein wichtiger Augenblick in meinem Leben, definitiv ein schwieriger Moment. Ich darf mich glücklich schätzen, den Unfall überlebt zu haben und heute hier sein zu können. Wenn ich aber ins Auto steige, denke ich an nichts anderes als das Rennfahren und der Schnellste zu sein", sagt Massa.

"Alles, was die Familie betrifft, oder Probleme generell verschwinden, wenn das Visier zuschnappt. Erst wenn ich zurück im Fahrerlager bin, tauchen diese Dinge wieder auf. Du konzentrierst dich eben auf deine Arbeit und dabei sollte dich nichts aus dem Konzept bringen", meint der Ferrari-Pilot. Als er 2010 wieder an den Ort seines Unfalls zurückkam, habe er jedoch einige Emotionen verspürt.¿pbvin|512|3858|massa|0|1pb¿

"Was mich im vergangenen Jahr sehr bewegte, war das Treffen mit den Ärzten, die mich operiert hatten, und den Streckenposten, die mich aus dem Auto geborgen hatten. Dank ihnen bin ich heute hier. Diese Menschen wieder zu treffen, war eine sehr emotionale Geschichte für mich", gesteht Massa. Auch aufgrund seines Unfalls würde er Felipe jun. gerne nicht im Motorsport sehen.

"Als sein Vater würde ich ihn niemals dazu zwingen, in den Motorsport einzusteigen", gibt Massa vor dem Großen Preis von Deutschland zu Protokoll. "Und das, obwohl er für Geschwindigkeit prädisponiert zu sein scheint: Er ist erst 19 Monate alt, aber verflixt schnell mit seinem Tretauto. Er ist auch ein guter Fußballer und mir wäre es wirklich lieber, er würde eine Zukunft im Fußball anstreben."

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