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  • 28.05.2014 · 08:01

  • von Timo Pape

Massa: Darum ist Alonso der beste Fahrer

Felipe Massa vergleicht ehemalige Teamkollegen und erklärt Fernando Alonso - Im Statistkvergleich schlägt der Spanier auch Michael Schumacher und Kimi Räikkönen

(Motorsport-Total.com) - Felipe Massa hat während seiner zwölfjährigen Formel-1-Karriere bereits zahlreiche Piloten zum Teamkollegen gehabt, darunter auch einige Hochkaräter: Nick Heidfeld (2002), Giancarlo Fisichella (2004), Jacques Villeneuve (2005), Michael Schumacher (2006), Kimi Räikkönen (2007-2009), Fernando Alonso (2010-2013) sowie aktuell Valtteri Bottas. Besonders bei Ferrari musste sich der Brasilianer meist unterordnen - nun zieht er den Vergleich zwischen Schumacher, Alonso und Räikkönen.

Michael Schumacher, Felipe Massa, Fernando Alonso

Felipe Massa fuhr sowohl mit Michael Schumacher als auch Fernando Alonso Zoom

"Ich hatte immer großartige Teamkollegen", erinnert sich Massa gegenüber 'Auto Bild motorsport'. "Mit Michael hatte ich einen tollen Lehrer. Als ich mit ihm fuhr, stand er noch voll im Saft. Er war einfach unglaublich. Michael und Fernando sind auf dem gleichen Level", meint der mittlerweile 32-Jährige. "Michael hatte unglaubliches Talent und war ein Racer. Fernando hat im Rennen teilweise noch mehr Übersicht."

Aktuell fahren zwei seiner ehemaligen Kollegen gemeinsam bei Ferrari. Auf dem Papier hat Alonso bislang klar die Nase vorn gegenüber Räikkönen (61:17 Punkte). Dieser Trend wundert Massa nicht sonderlich: "Für mich ist das keine Überraschung. Um Fernando zu schlagen, muss das Auto perfekt zu deinem Fahrstil passen. Wenn nicht alles hundertprozentig für dich stimmt, ist es unmöglich, ihn zu schlagen. Kimi fühlt sich nicht ganz wohl mit dem Auto, das macht einen großen Unterschied. Und selbst, wenn alles stimmt, ist Fernando nur schwer zu schlagen."

Räikkönen "nicht ganz so gut"

"Ich habe gegen Fernando mehr Niederlagen erlebt als gegen jeden anderen." Felipe Massa

Nach Massas Meinung ist der "Iceman" nicht ganz auf Augenhöhe mit dem heißblütigen Spanier: "Ich habe gegen Fernando mehr Niederlagen erlebt als gegen jeden anderen. Das bedeutet auch, dass Kimi nicht ganz so gut sein kann." So erinnert er sich, dass er gegen den Finnen durchaus besser aussah: "2007 war er Weltmeister, aber bis Monza lag ich vor ihm. Leider hatten wir teamintern einen Deal: Nach Monza würde sich entscheiden, wer die Nummer eins wird. Ausgerechnet in Monza hatte ich aber ein Problem mit dem Auto. Ich lag vor Kimi, als ich ausfiel."

"Trotzdem ist Kimi Weltmeister, und ich nicht." Felipe Massa

"2008 war ich vor ihm und 2009 bis zu meinem Unfall in Ungarn (nach dem Massa bis zum Saisonende ausfiel; Anm. d. Red.) auch. Trotzdem ist Kimi Weltmeister, und ich nicht", muss der heutige Williams-Pilot einräumen. Statistisch gesehen hat Massa Räikkönen jedoch geschlagen. 23 von 44 Rennen entschied der Mann aus Sao Paulo für sich, was einer Quote von 52 Prozent entspricht. Einbezogen sind alle Rennen, in denen beide an den Start gingen und zumindest ein Fahrer ins Ziel kam. Auch punktemäßig lag Massa bis zu seinem Unfall mit insgesamt 213 zu 195 vorn, letztlich sollte Räikkönen dann 233 Zähler holen.

Keine Chance gegen Schumacher und Alonso

"Aus dem Wagen, den er hatte, hat er immer mehr rausgeholt, als drinsteckte." Felipe Massa über Fernando Alonso

Gegen Schumacher und Alonso sieht es da schon verheerender aus. An der Seite des deutschen Rekordweltmeisters fuhr Massa 18 Rennen, in denen er fünfmal die Oberhand behielt. Einmal fielen jedoch beide Ferrari Piloten aus, woraus eine Quote von 29 Prozent resultiert. Im vier Jahre währenden Duell mit Alonso sah Massa jedoch gar kein Land: 12 von 77 Rennen (nach oben genannter Einbeziehung) war der Brasilianer besser, was einer Quote von gerade einmal 16 Prozent entspricht. Rein statistisch gesehen wäre Alonso demnach sein stärkster Teamkollege gewesen.


Fotostrecke: Felipe Massa bei Ferrari

"Er ist ein kompletter Fahrer", lobt Massa den zweimaligen Weltmeister. "Definitiv sehr schnell, aber auch extrem intelligent, wenn es darum geht, ein Rennen zu analysieren. Er versteht Dinge, bevor sie passieren. Sicher hat er keine einfache Persönlichkeit, weniger außerhalb als innerhalb des Autos. Es ist, als steckten zwei Menschen in ihm: der Brutale im Auto und der Schüchterne außerhalb." Dass Alonso seit 2006 keinen WM-Titel mehr gewinnen konnte, liege nicht an ihm: "Er hatte nicht das Auto, um den Titel zu holen. Aus dem Wagen, den er hatte, hat er immer mehr rausgeholt, als drinsteckte. Das macht ihn für mich zum besten Fahrer", so Massa.

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