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Marussia in Abu Dhabi: Nur zwölf Minuten haben gefehlt

Max Chilton schildert den Wettlauf mit der Zeit, dem sich das Marussia-Team in der Woche vor dem Grand Prix von Abu Dhabi ausgesetzt sah

(Motorsport-Total.com) - Nachdem Marussia die Rennen in Austin und Sao Paulo aufgrund der äußerst prekären Finanzlage hatte auslassen müssen, sah es wenige Tage vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi kurzzeitig danach aus, als könne man genau wie Caterham vor Abschluss der Saison doch noch einmal an die Rennstrecke zurückkehren.

Marussia-Mechaniker in Abu Dhabi

Marussia-Mechaniker in der Boxengasse des Yas Marina Circuit in Abu Dhabi Zoom

Tatsächlich wurden im Fahrerlager von Abu Dhabi einige Marussia-Mechaniker gesichtet. An einen Start des Teams war aber nicht zu denken. "Es waren zwölf Minuten, die gefehlt haben", offenbart Max Chilton gegenüber 'Sky Sports F1'. Der Brite, seit Beginn der Saison 2013 Stammfahrer bei Marussia, präzisiert: "Am Dienstagabend gab es eine Konferenzschaltung mit rund 20 Teammitgliedern, um abzuwägen, ob es überhaupt noch möglich wäre. Jede Abreise, die nach Samstag oder Sonntag passiert, ist ohnehin schon extrem spät. Nun war es also Dienstagabend, ich schätze gegen 20:00 Uhr."

Trotz des extrem engen Zeitfensters: "Es wurde entschieden, dass wir es versuchen", fährt Chilton fort. "Die Mechaniker begannen also sofort damit, ihre Sachen zu packen. Am Mittwochmorgen wurde das Material in die Trucks geladen, die daraufhin sofort zum Flughafen aufbrachen. Doch leider fehlte das letzte bisschen Kleingeld, das wir gebraucht hätten."

Max Chilton

Wie es mit Max Chilton und Marussia weitergeht, ist komplett offen Zoom

Man könne ein Team nicht per Flugzeug auf die Reise schicken, wenn die Finanzierung nicht gesichert ist, so der Marussia-Pilot: "Dann stürzt man das Team nur noch tiefer in die Schulden". Umso ärgerlicher, dass das fehlende Geld dann doch noch aufgetrieben werden konnte. "Doch leider war es dann schon zu spät. Es waren zwölf Minuten, die gefehlt haben", bedauert Chilton rückblickend.

Für Marussia war es nicht nur aufgrund der finanziellen Sorgen ein schwieriges Jahr. Der schwere Unfall von Jules Bianchi beim Grand Prix von Japan geht keinem der Teammitglieder aus dem Kopf. Chilton ist da keine Ausnahme: "Ich hatte jetzt ein paar Wochen frei. So war es zwar körperlich nicht ermüdend, dafür aber psychisch. Es war ein unglaublich schwieriges Jahr für das gesamte Team. Jules' Leistung, als er die ersten WM-Punkte für uns einfuhr, kann man gar nicht hoch genug bewerten. Ab diesem Moment lief alles so gut, dann kam der Unfall."

Inzwischen befindet sich Bianchi nicht mehr in Japan in medizinischer Behandlung, sondern in Frankreich. Das Bewusstsein hat der 25-jährige Franzose gemäß der bisher letzten offiziellen Mitteilung von vor zehn Tagen aber noch nicht wiedererlangt.

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