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Marko: "Sebastian hat gesagt, wir müssen reden"

Sebastian Vettel hat Helmut Marko beim Abendessen am Freitag über seinen Abschied von Red Bull informiert - Der Österreicher hat es kommen sehen

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Grand Prix von Japan ist der schwere Unfall von Jules Bianchi Thema Nummer 1. Abgesehen von diesem tragischen Vorfall gab es in Japan auch andere große Themen, wie den Abschied von Sebastian Vettel von Red Bull. Am Samstag platzte diese Bombe im Fahrerlager. Red Bull verkündete kurzerhand den Aufstieg von Daniil Kwjat von Toro Rosso ins Hauptteam von Red Bull. Auch die Teamverantwortlichen zeigten sich überrascht von Vettels Entschluss. Christian Horner und Helmut Marko erfuhren erst in Japan von Vettels Absichten, Dietrich Mateschitz wurde telefonisch von Vettel informiert.

Sebastian Vettel, Helmut Marko

Beim Abendessen teilte Sebastian Vettel Helmut Marko seinen Abschied mit Zoom

"Freitag in der Früh hat Sebastian gesagt, wir müssen reden", schildert Marko bei 'ServusTV', wie er davon erfahren hat. "Dann haben wir ein Abendessen vereinbart. In Japan sitzt man beim Essen auf dem Boden und wir haben zwei Stunden gesprochen. Dann war es von den Füßen her nicht mehr so angenehm", sagt der Österreicher schmunzelnd über das Szenario in Suzuka. "Er ist damit herausgerückt, dass er uns verlassen wird."

"Es hat für ihn mehrere Gründe und ist ihm unangenehm, dass er es jetzt in dieser Form ohne Vorankündigung machen muss. Ich habe nur gemeint: 'Wenn es so ist, dann ist es eben so.' Wir bleiben Freunde." Marko leitet seit mehr als einem Jahrzehnt das Nachwuchsprogramm von Red Bull. Viele von ihm geförderte Fahrer scheiterten in der Formel 1, bis schließlich Vettel der Volltreffer war und viermal Weltmeister wurde.


Fotostrecke: Sebastian Vettels Weg zu Ferrari

Mit Daniel Ricciardo hat Red Bull den nächsten Siegfahrer unter Vertrag. Dazu kommen Kwjat und im nächsten Jahr "Supertalent" Max Verstappen. Deswegen sieht Marko aus sportlicher Sicht Vettels Entscheidung gelassen. Er hatte es kommen sehen: "Mich persönlich hat es nicht überrascht, denn es gab eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag." Diese hat Vettel auch gezogen, denn wenn er sich bis Ende September nicht in den Top 3 der WM befand, konnte er gehen.

Marko sah das kommen und wollte den Vertrag schon vorzeitig verlängern. "Ich habe seit ungefähr Spa darauf gepocht, dass wir diese Klausel nicht wahrnehmen", so Marko. "Die Top-3-Klausel war mit 30. September schlagend. Ich wollte auch für die Zukunft des Teams für die Weiterentwicklung Klarheit, denn er bekommt ja auch einiges mit. Jetzt ist es so und jetzt gehen wir getrennte, neue Wege." Im nächsten Jahr wird Vettel bei Ferrari fahren und somit Konkurrent von Red Bull sein.