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Mansell zündet in Suzuka den Turbo

Nigel Mansell wird im Oktober beim Grand Prix von Japan als Botschafter auftreten: Demorunden im alten Williams-Honda und "nicht empfehlenswerte Schmerzen"

(Motorsport-Total.com) - Der Grand Prix von Italien in Monza steht in den Geschichtsbüchern. Nun begibt sich die Formel-1-Gemeinde auf Asien-Tournee. Den Anfang macht der Grand Prix von Singapur am kommenden Wochenende. Zwei Wochen später gastiert der Zirkus anlässlich des Grand Prix von Japan in Suzuka - und dort wird ein alter Bekannter vor Ort sein: Nigel Mansell.

Nigel Mansell in Spa 1986

Nigel Mansell wird den Williams-Honda FW11 in Suzuka zu Demorunden ausführen Zoom

"Ich werde in Suzuka als Botschafter auftreten", offenbart Mansell und erklärt den Hintergrund: "Meiner Meinung nach ist Suzuka eine der besten Rennstrecken der Welt. Doch sie bekommt nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Ganz ehrlich: Die Fans in Japan sind die besten, teilweise sogar ein bisschen zu enthusiastisch (lacht; Anm. d. Red.)."

In seiner neuen Rolle wird Mansell am Suzuka-Wochenende seinen alten Williams-Honda FW11 aus der Saison 1986 im Rahmenprogramm fahren. "Ich fühlte mich geehrt, dass ich gefragt wurde. Honda ist für mich noch immer einer der fantastischsten Motorenhersteller aller Zeiten. Es ist eine tolle Gelegenheit, Honda auf ihrer Heimstrecke zur Rückkehr in die Formel 1 zu beglückwünschen", freut sich Mansell auf das erste Oktober-Wochenende.

Vorfreude auf Suzuka: "Pole-Position sollte möglich sein"

Nigel Mansell

Nigel Mansell hat auch mit 61 Jahren nichts von seinem Humor eingebüßt Zoom

Und auf noch etwas freut sich der inzwischen 61-jährige Brite. "Ich kann es kaum erwarten, wieder einmal den Turbo zünden zu dürfen", grinst er und schiebt in seiner typischen Art hinterher: "Was ihr noch nicht wisst, ist, dass Honda eine Wildcard für mich bereithält. Ich werde mit meinem alten Williams am Qualifying teilnehmen. Mit 1.300 PS und den breiten Reifen sollte die Pole-Position möglich sein."

Mit Williams feierte Mansell seine größten Erfolge in der Formel 1: Vize-Weltmeister 1986 und 1987 in der Turbo-Ära und Vize-Weltmeister 1991 sowie Weltmeister 1992 in der Ära der Saugmotoren. Ein Sieg in Suzuka gelang dem Briten allerdings nie. "Es ist wie Monaco", stellt der Publikumsliebling von der Isle of Man fest. "Genau wie in Suzuka lag ich auch in Monaco mehrfach in Führung und wurde von Zuverlässigkeitsproblemen zurückgeworfen."

So kostete ihn in seiner Weltmeistersaison ein Reifenschaden den Sieg im Fürstentum, bescherte den Fans aber eines der denkwürdigen Duelle der Formel-1-Geschichte: Trotz der Überlegenheit seines Williams und aller möglichen und unmöglichen Versuche kam Mansell in den Schlussrunden des Monaco-Grand-Prix 1992 nicht mehr am Führenden Ayrton Senna im McLaren vorbei.

Mansells Suzuka-Historie: Kein Sieg, aber reihenweise Frust

"In Suzuka war es ähnlich. Dort lag ich einmal mit Ferrari in Führung, als mir die Antriebswelle um die Ohren flog", spricht Mansell auf den Grand Prix von Japan 1990 an, den er nach dem Startcrash Senna/Prost und dem eine Runde später an gleicher Stelle passierten Abflug von Gerhard Berger hätte gewinnen müssen. "Ein Jahr später, als ich wieder für Williams fuhr, jagte ich Ayrton, kam dann aber in der ersten Kurve von der Strecke ab", erinnert sich Mansell an die Szene, die Senna zum Weltmeister 1991 und ihn selbst zum dritten Mal in seiner Karriere zum Vize-Weltmeister machte.

Ayrton Senna und Nigel Mansell in Suzuka 1991

Der Moment, in dem Mansell die WM 1991 verliert: Abflug in Suzuka hinter Senna Zoom

Mansells finsterster Suzuka-Moment war aber der schwere Crash im Qualifying zum Japan-Grand-Prix 1987. Der Brite kämpfte seinerzeit mit Williams-Teamkollege Nelson Piquet um den WM-Titel, als er in der schnellen Esses-Passage hinter den Boxen spektakulär abflog. Der FW11B mit der roten Startnummer 5 stieg beim Einschlag in die Reifenstapel in die Luft auf und krachte anschließend heftig auf den Randstein.

Aufgrund von Rückenverletzungen, die er beim Aufprall erlitt, musste Mansell sowohl das Rennen am darauffolgenden Tag als auch das Saisonfinale in Adelaide auslassen. Piquet war zum dritten Mal Weltmeister, doch seinem Rivalen aus Großbritannien sind vor allem die körperlichen Schmerzen in Erinnerung geblieben. "Auf meine Wirbelsäule wirkten damals Querbeschleunigungskräfte von 76 g - nicht gerade empfehlenswert", bemerkt Mansell.

Nachdem er seine aktive Karriere zwar offiziell nie beendet hat, aber seit dem Grand Prix von Spanien 1995 (für McLaren) dennoch an keinem Formel-1-Rennen mehr teilgenommen hat, verfolgt Mansell die Königsklasse weiterhin mit Interesse. Ganz besonders freut ihn die Wiederauferstehung seines langjährigen Arbeitgebers Williams. "Das ist für die Fans eine Wonne und auch für mich, weil ich mit dem Team großen Erfolg hatte. Es ist wundervoll zu sehen, wie sie sich in diesem Jahr schlagen", spricht Mansell gegenüber 'talkSPORT' die Leistungen von Valtteri Bottas und Felipe Massa am Steuer des Williams-Mercedes FW36 an.

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