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Lotus verzeichnet 2012 Rekordverluste

Die wirtschaftliche Lage von Lotus ist weiterhin kritisch: Im Jahr 2012 verzeichnete das Team einen Rekordverlust von 66,5 Millionen Euro nach Steuern

(Motorsport-Total.com) - Lotus hat im vergangenen Jahr den höchsten Verlust erwirtschaftet, den je ein Motorsportteam zu verzeichnen hatte. Der Jahresbilanz des Teams weißt zum 31.12.2012 aufgrund rückläufiger Sponsoreneinnahmen einen Verlust in Höhe von 66,5 Millionen Euro nach Steuern aus. Der Netto-Verlust stieg auf 42 Millionen Euro, während die Einnahmen um 19,8 Prozent auf 108,5 Millionen Euro sanken.

Lotus Logo

Das Lotus-Team arbeitet weiterhin hoch defizitär Zoom

Kein anderes Formel-1-Team, das seine Bilanzen veröffentlichen muss, hat jemals so viel Geld verloren. Der Verlust stellt sogar die 49 Millionen Euro in den Schatten, die BAR 1999 im ersten Jahr nach der Umbenennung zu verzeichnen hatte, obwohl das Team von den Tabak-Sponsoren mit reichlich Geld versehen worden war. In der Bilanz wird der Einkommensverlust von Lotus "vor allem auf geringere Sponsoreneinnahmen" zurückgeführt. Dies könnte mit dem Rückzug von Lotus Cars im Zusammenhang stehen, die 2012 ihr Sponsoring beendet hatten, obwohl das Team immer noch den Namen trägt.

Besitzer von Lotus ist der Finanzinvestor Genii Capital, der von Gerard Lopez gegründet wurde, der mit frühen Investitionen in den Internet-Telefondienst Skype zu Geld gekommen war. Lopez hatte im April letzten Jahres gegenüber 'Autosport' erklärt, "dass die Sponsoren-Vereinbarung und die Verpflichtungen von Lotus beendet worden sind. Wir sind aber glücklich, den Namen Lotus weiter tragen zu dürfen, da wir glauben, das es ein guter Name für die Formel 1 ist. Wir haben das Team im Vorjahr gegründet, daher fehlen Einnahmen aus dem vorherigen Jahr."

Im Jahr 2012 wurde der Verlust durch eine Firmenanleihe in Höhe von 49,4 Millionen Euro ausgeglichen, die Ende dieses Jahres fällig ist. Proton, der malaysische Inhaber von Lotus Cars gab dem Team ebenfalls eine Anleihe in Höhe von 40,9 Millionen Euro, die durch die Fabrik abgesichert ist. Dadurch sank der Schuldenstand des Teams auf 93,4 Millionen Euro netto, das Defizit der Anteilseigner wurde auf 63,4 Millionen Euro gedrückt.


Fotos: Lotus, Großer Preis von Monaco, Sonntag


Lopez hatte vor kurzem bekanntgegeben, dass Genii zwei Prozent der Lotus-Anteile an den Investor Andrew Ruhan veräußert habe, der seit Februar im Aufsichtsrat des Teams sitzt. Er war nicht der einzige Neuzugang. Im Laufe des Jahres 2012 verpflichtete Lotus 20 neue Mitarbeiter, insgesamt sind nun 520 Personen beim Team angestellt. Außerdem kam der ehemalige Formel-1-Weltmeister Kimi Räikkönen zum Team. Auch durch das höhere Fahrergehalt stiegen laut der Bilanz die Betriebskosten um 9,1 Prozent auf 171,5 Millionen Euro.

Das Team tätigte zudem große Investitionen. So wurden unter anderem 7,5 Millionen Euro in die Fabrik und neue Maschinen investiert. Räikkönens Verpflichtung wirkte sich kurzfristig zwar positiv für das Team aus, in dem man sich von Platz fünf im Vorjahr auf Rang vier der Konstrukteurswertung verbesserte. Derzeit belegt Lotus dort Rang drei, doch die Zukunft von Räikkönen ist unklar. Sein Vertrag mit Lotus läuft Ende des Jahres aus und wurde bisher nicht erneuert.