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Lotus beruft Investor an die Spitze des Aufsichtsrats

Immobilien-Investor Andrew Ruhan ist neuer Direktor des Lotus-Aufsichtsrats, beteiligt sich finanziell jedoch vorerst nicht am Team

(Motorsport-Total.com) - Lotus hat Andrew Ruhan an die Spitze des Aufsichtsrats berufen, wo der 48-Jährigen die wirtschaftliche Kompetenz des Rennstalls verstärken soll. Ruhan ist einer der erfolgreichsten Immobilien-Investoren in Großbritannien und hatte sich 1998 mit dem Umbau der früheren Financial-Times-Druckerei in London einen Namen gemacht. Als Chef des Unternehmens Sentrum, einem Betreiber von Daten-Zentren, erzielte der im vergangenen Jahr mit dem Verkauf von drei Einrichtungen an die US-amerikanische Firma Digital Realty einen Erlös von 1,1 Milliarden US-Dollar (rund 846 Millionen Euro).

Lotus-Logo

Lotus hat sich im wirtschaftlichen Bereich personell verstärkt

Der Motorsport ist für Ruhan kein fremdes Terrain. Der Hobby-Rennfahrer gewann 2011 den britischen GT-Cup. Nun bringt er sich ins operative Geschäft von Lotus ein. "Andrew Ruhan wurde in der Tat vor Kurzem zum Direktor des Aufsichtsrats von Lotus berufen", bestätigt Teamchef Eric Boullier. "Er bringt seine unternehmerischen Fähigkeiten sowie seine Leidenschaft und Kenntnis der Formel-1-Industrie ein, aber meiner Kenntnis nach gibt es keine finanzielle Beteiligung", so Boullier.

Somit verbleibt Lotus weiterhin vollständig im Besitz der Investment-Gesellschaft Genii Capital von Gerard Lopez. Der Luxemburger hatte im Januar jedoch angekündigt, dass die Türe für weitere Investoren offen steht: "Sollte es Investoren geben, die Anteile übernehmen möchten, wären wir darauf vorbereitet", hatte Lopez gesagt. Noch ist unklar, ob sich Ruhan zukünftig finanziell am Team beteiligten wird. Sollte er sich dazu entschließen, wäre er nun gewissermaßen in der Pole-Position.

Spekulationen über eine finanzielle Beteiligung des malaysischen Autobauers Proton, dem die Straßenfahrzeugsparte von Lotus gehört, hatte Boullier vor Kurzem dementiert. Der Franzose betonte ausdrücklich, dass Genii "sein Engagement gezeigt habe und das Team auch zukünftig finanziell unterstützen will." Durch die Erfolge von Kimi Räikkönen war Lotus in der Saison 2012 eines der kosteneffizientesten Formel-1-Teams. Pro WM-Punkt investierte Lotus 550.000 US-Dollar, während Red Bull für jeden Punkt 680.000 US-Dollar ausgeben musste.

Dennoch steckt Lotus, die nach wie vor auf der Suche nach einem Titelsponsor sind, weiterhin in den roten Zahlen. Die aktuellen Geschäftsdaten für das Jahr 2011 belegen, dass der Verlust vor Steuern auf 32,3 Millionen US-Dollar (rund 25 Millionen Euro) steig, obwohl die Einnahmen um 41% auf 179,6 Millionen US-Dollar gesteigert werden konnte. Allerdings stiegen auch die Ausgaben um 18,8 Millionen auf 208,6 Millionen US-Dollar an, was im Vergleich zu den 273,5 Millionen US-Dollar von Red Bull aber noch ein deutlicher Unterschied ist.