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Lotus-Teamorder? Grosjean wollte "keinen Fehler machen"

In Bahrain lieferten sich Kimi Räikkönen und Romain Grosjean ein Duell, das keines zu sein schien - Doch war es wirklich eine legale Stallregie?

(Motorsport-Total.com) - Teamorder ist nicht mehr verboten, dennoch wurde über die Wettbewerbssituation des Lotus-Duo Kimi Räikkönen und Romain Grosjean beim Grand Prix von Bahrain eifrig diskutiert - der "Iceman" und Teamchef Eric Boullier haben eine Stallregie entschieden zurückgewiesen, als der Finne zur Mitte des Rennens an seinem deutlich weniger erfahrenen Teamkollegen recht mühelos vorbeizog. Jetzt meldet sich Grosjean zu Wort und sagt gegenüber 'Radio Monte Carlo': "Wenn ich Kimi die Tür zugeworfen oder wir miteinander gekämpft hätten, hätte ich einen Flügel verlieren können." Also doch alles nur Kalkül?

Kimi Räikkönen, Romain Grosjean

Kimi Räikkönen (links) und Romain Grosjean: Gibt es eine Nummer eins? Zoom

Bei einer so simplen Erklärung will es der amtierende GP2-Champion nicht belassen. "Wir wussten, dass wir einen Podestplatz einfahren können und ich wollte keinen Fehler machen. Ich bin nicht auf oberstem Niveau gefahren", so Grosjean weiter. Eine Aussage, die Interpretationsspielraum bietet und sich in dieser Hinsicht in Statements einreiht, die der Franzose in der Vergangenheit über das Manöver gemacht hatte: "Derzeit versuchen wir beide, das Beste für das Team herauszuholen", war eine der Aussagen, die er getroffen hatte.

Die Indizien weisen daraufhin, dass der Kommandostand doch seine Finger im Spiel hatte. Bei Lotus liefen in Richtung des Franzosen die Funksprüche "Kimi ist schneller als du" und "Halte ihn nicht auf" über den Äther. Die Onboard-Kamera Räikkönens zeichnete auf, wie er nach dem Überholmanöver dem Teamkollegen - wie zum Dank - zuwinkte. Und auch sonst würde eine Stallregie zugunsten des Ex-Weltmeisters und gegen den Wiedereinsteiger Grosjean, der sich bei seinen ersten Formel-1-Aufritten nicht unbedingt mit Ruhm bekleckerte, gut ins Bild passen.

Ob nun Teamorder oder nicht: Krach scheint es bei den Schwarz-Goldenen nicht zu geben. Über den Schweiger aus Espoo ließ Grosjean verlauten: "Wir kommen gut miteinander aus, auch wenn wir sicherlich nicht denselben Charakter haben." Obwohl Räikkönen keine Tests im Simulator fährt und diese Arbeit dem Stallgefährten überlässt, weiß Grosjean auch aus der täglichen Praxis nur Gutes zu berichten: "Wir arbeiten gut zusammen und bevorzugen beim Auto eine ähnliche Richtung. Abseits des Cockpits machen wir Späße. Es stimmt also alles."