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Lotus spart: Budget um 24 Prozent gekürzt

Andrew Ruhan, Teilhaber und Gläubiger, nennt Sponsoren und eine Verschlankung den Weg aus der Krise - Suche nach neuem Investor läuft parallel zu Quantum

(Motorsport-Total.com) - Wenn einem Mann in der Formel 1 der Begriff graue Eminenz auf den Leib geschneidert ist, dann ist es wahrscheinlich Andrew Ruhan. Der 48-Jährige besitzt zwei Prozent am Lotus-Team, zeigt sich selten in der Öffentlichkeit und spricht über seine Aktivitäten im Renngeschäft praktisch nie mit Journalisten. 'Motorsport-Total.com' hat Ruhan am Rande der Testfahrten in Bahrain einige Minuten seiner Zeit stehlen dürfen und dabei interessante Details zur finanziellen Situation in Enstone erfahren.

Lotus-Renault E20

Bei Lotus könnten die Zeiten wieder rosiger aussehen als zuletzt Zoom

Nicht nur sportlich demonstriert die Truppe trotz des verspäteten Einstiegs in die Vorbereitung und des personellen Aderlasses der vergangenen Monate eine breite Brust. Auch wirtschaftliche Details verkauft man bei Lotus, insbesondere im vergangenen Winter in Turbulenzen, forsch: "Finanziell sind wir in einer besseren Position, als wir es in den vergangenen Jahren je gewesen sind", meint Ruhan und verweist auf eine Reihe neuer Sponsoren aus verschiedenen Ländern und Branchen, die kürzlich an Land gezogen wurden.

Neben der dänischen Saxo Bank ist auch der russische Handyhersteller Yotaphone mit von der Partie, dazu hat Pastor Maldonado den venezolanischen Staatskonzern PDVSA mitgebracht. Über Elektroriese Sony wird bisher nur gemunkelt. Bei Lotus würde die Kasse klingeln, meint Ruhan: "Der finanzielle Wert ist deutlich mehr als doppelt so hoch. Wir sind in guter Verfassung." Trotzdem galt es, bei den Ausgaben den Rotstift anzusetzen, um das laufende Saldo in den Griff zu bekommen und nicht erneut in die Misere zu geraten, Gehälter wie das von Kimi Räikkönen nicht mehr zahlen zu können.

Quantum beteuert weiter Interesse

Das Budget für die Saison 2014 sei um "23 oder 24 Prozent" geschrumpft, gibt Ruhan, der sein Geld in der Investmentbranche verdiente und bei Lotus auch als Gläubiger auftritt, ungewohnt detaillierte Einblicke in die Finanzplanung. Am derzeitigen Stand von knapp unter 450 Mitarbeitern in Enstone soll sich nichts mehr gravierend ändern, einen weiteren Stellenabbau schließt Ruhan aus - er spricht höchstens von marginalen personellen Veränderungen und widmet die Konzentration voll und ganz dem Erfolg auf der Rennstrecke.


Fotos: Lotus, Testfahrten in Sachir


Schließlich bildet der nach derzeitigen Statuten die Grundlage für mehr Ertrag im Formel-1-Geschäft. "Es geht darum, ob man gewinnt und wo man in der Gesamtwertung landet", weiß Ruhan, der mit Zampano Bernie Ecclestone persönlich den Dialog suchte und sich bestätigen ließ: "Wir müssen unter Beweis stellen, dass wir uns auf Dauer engagieren wollen. Wenn wir das zeigen, dann können wir da etwas verändern." Allerdings sind Pokale und Sponsoren nicht die einzige Möglichkeit, frisches Geld zu besorgen.

Ruhan muss nicht lange überlegen. ""Der Quantum-Deal...", meint er nachdenklich und gönnt sich etwas Bedenkzeit, ehe er den ominösen Investor, der zunehmend unseriöser und desinteressierter wirkt, kommentiert. "Sie behaupten weiter, sie würden daran weiter arbeiten, aber es ist nichts passiert. Ich spreche regelmäßig mit Mansoor (Ijaz, Quantum-Sprecher, Anm. d. Red.) und er meint, keine Mühen zu scheuen, um es umzusetzen." Allerdings lassen Ergebnisse auf sich warten. Und so viel Zeit hat Lotus nicht.

Neue Investoren maximal "interessiert"

Pastor Maldonado

Pastor Maldonado hat mit seinen Ölmillionen manches Leck gestopft Zoom

Deshalb soll Ijaz zugesagt haben, "andere Wege" bei der Suche nach einem Investor zu unterstützen. Das wäre wohl das Ende des Quantum-Projekts. Ruhan unterstreicht: "Wir wollen bald einen neuen Investor an Land ziehen." Allerdings ist entgegen anders lautender Gerüchte eine Bekanntgabe noch in weiter Ferne, Angebote liegen ebenfalls nicht vor. "Verschiedene Interessenten sind an uns herangetreten, aber es gibt keine detaillierten Gespräche. Der Stand ist, dass sie 'vielleicht interessiert' sind. Weiter ging es nie", so Ruhan.

Über seine eigenen Ambitionen im Team spricht der Brite nicht. Gravity, die Firma der bisherigen Machthaber Gerard Lopez und Eric Lux, besitzt eine Zwei-Drittel-Mehrheit an Lotus. Nach dem Abgang Eric Boulliers hatte sich der Geschäftsmann aus Luxemburg selbst zum Teamchef gemacht, angeblich gegen Ruhans Willen. Eine eklatante Verschiebung der Eigentumsverhältnisse sieht er nicht kommen: "Wir entschieden uns, die Firma zu verschlanken und neue Sponsoren an Bord zu holen. Das haben wir in den vergangenen sechs oder acht Wochen getan."

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