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Lotus' größte Sorge: Nicht Auto, nicht Motor, sondern Personal!

Bei Lotus hadert man in dieser Saison mit vielen Dingen, doch vor allem das verlorene Personal sorgt für Sorgenfalten auf der Stirn der Verantwortlichen

(Motorsport-Total.com) - Als Lotus zu den Wintertests vor der Saison kam, war klar, dass dem einstigen Siegerteam eine schwierige Saison bevorstehen würde. Das Auto lief nicht rund, war nicht schnell, und der unzuverlässige Renault-Motor tat sein Übriges. Die ersten Rennen der neuen Saison sollten daher als eine Art verlängerter Wintertest dienen, bei denen man selbst mit überraschenden Zielankünften schon zufrieden war.

Federico Gastaldi

Federico Gastaldi hält den Personalschwund bei Lotus für ein Problem Zoom

Doch der erhoffte Aufschwung stellte sich danach nicht ein. Zwar dachte man nach den beiden achten Plätzen von Romain Grosjean in Barcelona und Monaco, dass es fortan aufwärts gehen wird, doch stattdessen trat das Team aus Enstone weiter auf der Stelle. Sechs Rennen blieb man zuletzt ohne Punkt, dafür erntete man im gleichen Zeitraum sechs Ausfälle und kämpfte gegen Sauber und Marussia um den Einzug in Q2.

"Eigentlich dachten wir zu Beginn, dass es nur ein Motorenproblem sein würde, aber mit fortschreitender Saison haben wir herausgefunden, dass wir noch andere Probleme hatten", erzählt Co-Teamchef Federico Gastaldi. "Wir haben versucht, aus jedem Rennen zu lernen und uns für das nächste zu verbessern, aber bislang war es nicht sehr positiv für uns", beschreibt er die laufende Saison.

Neben den Problemen mit Motor und Auto hat Lotus vor allem mit Personalfragen zu kämpfen. Nach der zwischenzeitlich unsicheren Zukunft mit Themen wie Investor Quantum oder ausbleibenden Lohnzahlungen haben viele Mitarbeiter das Team verlassen und sich anderen Teams angeschlossen. Große Namen wie Kimi Räikkönen oder James Allison waren dabei nur die Spitze des Eisbergs. "Das hat uns enorm beeinflusst", gibt Gastaldi zu.


Fotostrecke: Die Geschichte des Lotus-Teams

Doch während Renault derzeit an Verbesserungen arbeitet und der E22 nach der Saison auf den Schrottplatz wandert, ist das Personalproblem nicht so einfach zu lösen. "Wenn jemand kommt und dir dreimal so viel Geld anbietet, selbst wenn du ein gutes Gehalt bekommst: Was wirst du tun?", hadert er ein wenig mit den eingeschränkten Möglichkeiten bei Lotus. Einfach komplett auf junge Talente setzen, sei dabei auch keine Lösung.

"Selbst wenn man zu den besten Universitäten geht, um die bestausgebildetsten Ingenieure zu bekommen, dann brauchen diese Jungs Erfahrung", erklärt Gastaldi das Dilemma. "Man bekommt Erfahrung nicht von einem Tag in der Formel 1, wenn also Leute gehen, dann ist es ziemlich schwierig, sie zu ersetzen." Zumindest hat Lotus mit Pastor Maldonado für 2015 bereits eine Konstante sicher, die zusätzlich noch Geld in die Kassen spült.

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