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Lewis Hamilton: Performance-Angleichung "wäre unfair"

Lewis Hamilton möchte seinen Vorsprung nicht durch vorschnelle Reglement-Änderungen verlieren - Der Brite fände dies unfair: "Jetzt sind wir dran"

(Motorsport-Total.com) - Bislang ist zwar erst ein Grand Prix gefahren worden, doch schon jetzt deutet sich der Trend für den Rest der Saison an. Sollte nichts Dramatisches passieren, werden Lewis Hamilton und Nico Rosberg erneut von Sieg zu Sieg eilen, wie sie es schon im vergangenen Jahr getan haben. In Australien hatten die Silberpfeile mehr als 34 Sekunden Vorsprung auf den Drittplatzierten Sebastian Vettel - und es gibt Zweifel, ob das Team die Hosen schon komplett heruntergelassen hat.

Lewis Hamilton

Hamilton findet, dass man Mercedes den Vorsprung nicht nehmen darf Zoom

Doch kann die Formel 1 eine erneute Dominanz wie von Michael Schumacher oder Sebastian Vettel vertragen - gerade in ihrer aktuellen Situation? Immer wieder gibt es Diskussionen darüber, wie man das Feld wieder enger zusammenführen kann. Besonders über das Motorenreglement wird häufig diskutiert, weil es gerade die Antriebe sind, bei denen Mercedes einen großen Vorteil zu haben scheint, der nur schwer aufholbar ist.

Weltmeister Lewis Hamilton hält allerdings - verständlicherweise - wenig davon, künstlich Spannung zu erzeugen und in die Entwicklung einzugreifen. "Ihr dürftet nicht überrascht sein zu hören, dass ich es für eine schlechte Idee und ziemlich unfair halte", schreibt der Brite in einer Kolumne der 'BBC'. "In der Formel 1 geht es darum, dass die besten Fahrer gegeneinander in den besten Teams fahren, die versuchen, das bestmögliche Auto herzustellen."

Wenn man die Performance zwischen den Teams angleichen würde, wäre das hingegen konträr zur Idee der Formel 1 und unfair Mercedes gegenüber, schreibt er weiter. Denn sein Team habe sich durch harte Arbeit in eine gute Position gebracht - und das unter dem gleichen Reglement. "Es ist ja nicht so, dass Red Bull und Ferrari weniger Geld und Ressourcen haben. Wir haben einfach einen besseren, effizienteren Job gemacht."

"Das passiert in der Formel 1 von Zeit zu Zeit", verteidigt er und verweist auf die Dominanzphasen von Ferrari Anfang der 2000er-Jahre und Red Bull zu Beginn dieses Jahrzehnts. "Damals hat man es auch nicht angeglichen. Die anderen mussten aufholen, was sie auch geschafft haben. Jetzt sind wir dran." Übrigens: Zur Zeit der absoluten Vettel-Dominanz war der Brite noch gar nicht begeistert über einen Seriensieger.


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Beim Südkorea-Grand-Prix 2013 wollte er dem Heppenheimer bereits die restlichen Saisonsiege zusprechen (was letztendlich auch passiert ist), und fand es mehr als langweilig: "Mir tut es leid für die Fans", sagte er damals und fühlte sich in die Zeit Schumachers zurückversetzt: "Damals bin ich morgens aufgewacht, um den Start zu schauen. Dann bin ich wieder schlafen gegangen und zum Ende aufgewacht, weil ich bereits wusste, was passieren wird."

Nun befindet sich der Brite in der gleichen Situation und kann verstehen, dass es den Wunsch nach Veränderung gibt. Überstürzen würde er es aber nicht: "Solche Dinge müssen sorgfältig durchdacht und geplant werden. Es darf kein Schnellschuss sein."