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  • 01.09.2016 · 22:12

  • von Dieter Rencken & Dominik Sharaf

Lewis Hamilton nimmt "Auszeit": Rede nicht mehr über Reifen!

Zu schnell abbauende Pirelli-Pneus nerven viele Fahrer, Lewis Hamilton will das Klagelied aber nicht mitsingen - Nico Rosberg fürchtet Erstarken der Konkurrenz

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton hat keine Lust mehr auf das leidige Thema Pirelli-Reifen. Im Vorfeld des Italien-Grand-Prix in Monza erklärt der Mercedes-Star im Gespräch mit Journalisten, die Debatte um zu schnell abbauende Pneus nicht fortsetzen zu wollen. "Ich habe mir eine Auszeit davon genommen, über die Reifen zu sprechen", scherzt Hamilton, nachdem sich in Spa-Francorchamps viele Piloten lautstark beschwert hatten. "Glücklicherweise muss ich da nicht mehr viel hinzufügen", ulkt er.

Lewis Hamilton

"Auszeit": Lewis Hamilton schweigt sich zum Thema Pirelli fleißig aus Zoom

Zwischen den Zeilen heißt das: Der Brite ist weiter unzufrieden. Zumindest mit Blick auf Monza zuversichtlicher gibt sich Teamkollege Nico Rosberg. "Ich denke, hier ist der Umgang mit den Reifen einfacher als man es erwarten könnte", prognostiziert der Deutsche und kann sich vorstellen, dass im Rennen nur ein Wechsel ausreicht - so, wie es in der Vergangenheit oft der Fall gewesen ist. "Vielleicht aber auch zwei Boxenstopps", kratzt sich Rosberg in puncto Strategie am Kopf.

Pirelli liefert genau wie in Belgien die Mischungen Supersoft, Soft und Medium an, was Mercedes' Verfolgern eine Chance geben könnte. Die Silberpfeile profitieren von dem rot markierten Pneu nicht in dem Maße wie die Konkurrenz, weil das Auto das Gummi an seine Temperaturobergrenze bringt und die Leistung limitiert. "Es war im Qualifying sehr eng und wir erwarten wieder das Gleiche", meint Rosberg. "Hier ist die Strecke auch noch kürzer, also könnte es knapp werden."

Im internen Mercedes-Vergleich hat sich Rosberg deshalb einen Satz mehr Medium gesichert - in Spa der beste Reifen für das Rennen und der Vizeweltmeister ist überzeugt, dass sich daran in Monza nichts ändert. Einen Vorteil gegenüber Hamilton wittert er aber aufgrund unterschiedlicher Vorbereitungspläne nicht: "Wie schon früher wird sich das im Freien Training egalisieren. Sobald das Qualifying startet, haben wir dann die gleichen Reifen zur Verfügung", erklärt Rosberg.