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  • 23.03.2012 · 07:29

  • von Roman Wittemeier

Legge kritisiert: "Es ist ein Macho-Sport"

Ex-DTM-Pilotin Katherine Legge kritisiert die Haltung in der "Männersportart" Formel 1, macht sich aber gleichzeitig über Marussia-Neuzugang Maria de Villota lustig

(Motorsport-Total.com) - Im Motorsport haben es Frauen nach wie vor schwer. In den USA sind unter anderem Danica Patrick und Katherine Legge zwar fester Bestandteil der Szene, aber in Europa werden Frauen am Steuer von Rennfahrzeugen oft noch belächelt. In der DTM kämpft Audi-Pilotin Rahel Frey mit beeindruckendem Willen seit 2011 um Anschluss, in der Formel 1 hat sich Maria de Villota bei Marussia in die Rolle der Ersatzpilotin manövriert.

Katherine Legge

Katherine Legge war von 2008 bis 2010 in der DTM mit Audi aktiv

"Mal ganz ehrlich: Das ist doch eine reine PR-Nummer", sagt Katherine Legge über das Engagement der Spanierin im Team um den Deutschen Timo Glock. "Das wird auch so bleiben, bis eine Frau kommt, die wirklich bewiesen hat, dass sie es kann", meint die Britin im Gespräch mit der 'Daily Mail'. Rein sportlich habe sich de Villota jedenfalls nicht für einen Formel-1-Job qualifiziert.

"Ich würde gern mal sehen, ob sie in der GP2 um Siege und Podestplätze kämpfen könnte. Wenn ich mir anschaue, was sie bisher geleistet hat, dann würde ihr ein solcher Versuch aber eher schaden als helfen. Das wäre dann ein weiterer Beweis, dass Frauen nicht Autofahren können", meint Legge. "Man sollte wirklich warten, bis jemand sportich mithalten kann. Sonst wird es entweder zur Lachnummer oder zur reinen PR-Show", erklärt die Britin, die sich bei Audi in der DTM nie durchsetzen konnte.

Maria De Villota

Neu als Ersatzpilotin im Team Marussia: Die Spanierin Maria de Villota Zoom

"Bernie Ecclestone hätte gern eine Frau in der Formel 1, weil das zusätzliche Publicity bringen würde. Gleichzeitig ist immer noch viel Geld im Spiel von Leuten, die das nicht wollen", sagt die Britin, die nach ihrem DTM-Engagement wieder in die USA ging. Sie selbst stand einmal kurz vor einem Engagement in der Königsklasse. 2005 durfte Legge einen Minardi testen. Teamchef Paul Stoddart zeigte damals Interesse, verkaufte das Team dann aber an Red Bull.

"Red Bull hatte überhaupt kein Interesse daran, mit einer Frau zusammenzuarbeiten. Sie wollten nicht das erste Team sein, das es komplett falsch macht. Es ist ein Macho-Sport und Red Bull hatte Angst, dass man über sie lacht", schildert Legge. "Das klingt furchtbar, aber so ist es nun einmal." In den USA sei die Situation entspannter, meint sie: "Anfangs waren Danica und ich die einzigen Starterinnen. Da war alles neu. Aber wenigstens hat man uns die Chance für einen fairen sportlichen Wettkampf gegeben."

"Jetzt ist das in den USA nicht mehr neu. Es gibt mehr Frauen in der Rennszene, während man in Europa noch auf jemanden wartet, der das nötige Rüstzeug mitbringt", beschreibt die Britin, die mit dem früheren DTM-Youngster Peter Terting liiert ist. "Es ist wie mit der Henne und dem Ei. Niemand kann wirklich konkurrenzfähig werden, wenn man ihm nicht die entsprechenden Chancen gibt. Gleichzeitig erhält niemand solche Chancen, wenn er vorher nicht seine Konkurrenzfähigkeit gezeigt hat."

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