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Lance Stroll: 8.000 Testkilometer vor Formel-1-Debüt

Der Williams-Rookie absolviert ein umfangreiches Testprogramm, um für seinen Einstieg fit zu sein - Große Geheimhaltung, um den Druck vom 18-Jährigen zu nehmen

(Motorsport-Total.com) - Erst 18 Jahre alt und im Verruf, nur in die Formel 1 gekommen zu sein, weil der Vater Milliardär ist: Der kommende Williams-Rookie Lance Stroll kämpft schon vor seinem Debüt in der kommenden Saison gegen böse Zungen. Kein Wunder, dass sein Rennstall alles unternimmt, um den jungen Kanadier bestmöglich vorbereitet in das Abenteuer Königsklasse zu schicken. Derzeit steckt Stroll mitten in einem umfangreichen Testprogramm: Schon bevor er sein erstes Rennen bestreitet, wird er rund 8.000 Kilometer in einem Formel-1-Auto abgespult haben.

Lance Stroll

Lance Stroll hat derzeit viel zu tun: Williams will den 18-Jährigen perfekt vorbereiten Zoom

"Wir haben für ihn ein wirklich umfangreiches Testprogramm auf die Beine gestellt, bei dem er so viele Generalproben für die künftigen Anforderungen bekommt, wie selten ein Fahrer zuvor", verrät die stellvertretende Teamchefin Claire Williams im Interview mit 'auto motor und sport'. Die Britin nennt Strolls Vorbereitung "beispiellos in einer Zeit, wo praktisch nicht mehr getestet werden darf." Der Kandier spult sein Programm in einem Williams FW36 des Jahrgangs 2014 mit Academy-Reifen ab. "Er kann sich damit auf alle Szenarien vorbereiten, die ihn nächstes Jahr erwarten", sagt Williams.

Der 18-Jährige hatte seine Testfahrten Mitte September begonnen, Anfang November verkündete das Team seinen Einstieg als Stammfahrer zur kommenden Saison. Beim Macau Grand Prix an diesem Wochenende nimmt der amtierende Formel-3-Champion schon nicht mehr teil und konzentriert sich stattdessen auf die kommenden Aufgaben in der Königsklasse. "Er ist bereits auf einer Handvoll europäischer Strecken gefahren und wird noch auf weiteren Strecken außerhalb Europas unterwegs sein. Am Ende wird er rund 8.000 Formel 1-Kilometer abgespult haben."

Die Mitgift-Story kann Williams nicht mehr hören

"Er soll sich mit der Aufgabe vertraut machen, mit den Ingenieuren arbeiten, die Arbeitsprozesse lernen und ein ganzes Rennwochenende simulieren. Das geht von Boxenstopps bis zu Startübungen", erläutert Williams das Mammut-Programm des Kanadiers.

"Es war bei Williams immer so, dass finanzielle Dinge die Fahrerentscheidung nicht beeinflussen dürfen." Claire Williams

Mehr Details will die Tochter von Teamgründer Frank Williams dann aber nicht verraten, derzeit wird Stroll weitestgehend von der Öffentlichkeit abgeschirmt. "Wir wollen den Druck von ihm nehmen. Und er soll von seiner Aufgabe nicht abgelenkt werden. Viele Leute interessieren sich für ihn und seine Story. Nicht nur, weil er ein Talent ist, sondern auch weil er einen bekannten Vater hat", weiß sie. Lawrence Stroll ist erfolgreicher Mode-Investor und wird auf ein Vermögen von 2,4 Milliarden US-Dollar (2,14 Mrd. Euro) geschätzt. Die Story, dass Lance nur wegen des Geldes der Familie das Stammcockpit bekam, kann Williams aber nicht mehr hören.

"Es war bei Williams immer so, dass finanzielle Dinge die Fahrerentscheidung nicht beeinflussen dürfen. Jeder kann unsere finanzielle Situation einsehen, da wir an der Börse notiert sind. Schauen Sie hin, und sie werden erkennen, dass wir nicht um jeden Preis Fahrerentscheidungen auf der Basis der Mitgift treffen müssen", poltert die stellvertretende Teamchefin.

Vergleich mit Max Verstappen

"Am Ende hat uns sein Talent überzeugt. Lance könnte alles Geld der Welt haben, es würde ihn nicht schneller im Auto machen. Er hat gezeigt, dass er unabhängig von seinem finanziellen Hintergrund eine Meisterschaft dominieren kann. Er hat die Formel 4-Meisterschaft gewonnen, die Toyota Racing Serie 2014, er wurde in seinem ersten Formel 3-Jahr Fünfter und in seinem zweiten Meister", stellt sie klar.


Williams präsentiert die Fahrer 2017

Generell hält man beim britischen Traditions-Rennstall riesige Stücke auf seinen nächstjährigen Piloten. "Lance ist einer der intelligentesten Fahrer, die ich kennengelernt habe. Und er lernt sehr schnell. Er macht Fehler nicht zwei Mal", ist sich Williams sicher. Zwar sei es immer ein gewisses Risiko, einen Rookie ins Auto zu setzen, im Falle von Stroll sei dies aber kalkulierbar. "Du erreichst nichts, wenn Du keine Risiken eingehst. Lance hat seine Aufnahmeprüfung bestanden. Max Verstappen kam noch jünger in die Formel 1, und schauen Sie sich an, was er schon geleistet hat", zieht die Britin sogar einen Vergleich mit dem aktuellen Formel-1-Überflieger.

Das Ziel für den jungen Kanadier jedenfalls sei klar umrissen: Stroll werde und dürfe Fehler machen - durch die ausgedehnte Vorbereitung sollen die aber möglichst gering gehalten werden. "Wir sind ein ernsthaftes Team, das irgendwann mal wieder Rennen gewinnen will. Das werden wir nicht dadurch gefährden, indem wir einen Fahrer anstellen, der nicht bereit für den Job ist", setzt Williams den Schlusspunkt unter die Diskussion. Sein erstes Formel-1-Rennen wird Stroll am 26. März 2017 im Albert Park in Melbourne bestreiten.

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