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Kurswechsel wegen Honda: Red Bull jetzt auch pro Hybrid

Dass Red Bull keine Freude mit den Hybridmotoren in der Formel 1 hat, war gestern - Helmut Marko stellt sich neuerdings hinter die von Honda vertretene Linie

(Motorsport-Total.com) - Helmut Marko war in den vergangenen Jahren stets einer der schärfsten Kritiker des aktuellen Motorenreglements: Zu leise, zu komplex und vor allem zu teuer - das waren die Argumente, die Red Bull öffentlich vertreten hat. Doch das ist jetzt anders. Seit Beginn der Partnerschaft mit Honda hat das österreichisch-britische Team in diesem Punkt eine 180-Grad-Wende vollzogen.

Helmut Marko

Zwischen Marko und seinen neuen japanischen Freunden stimmt die Chemie Zoom

"Wir haben mit Honda erstmals seit 14 Jahren einen offiziellen Motorenpartner, sind quasi ein Werksteam. Honda will diese Form des Hybridmotors. Also haben wir auch eine Sympathie dafür entwickelt", erklärt Marko im Interview mit 'Motorsport-Total.com'.

Kritiker werden Red Bull diese Meinungsflexibilität möglicherweise als inkonsequent vorwerfen. Aber die Intention dahinter ist klar: Anders als McLaren stellt sich Red Bull hundertprozentig hinter seinen Motorenlieferanten. Das soll Honda auch auf der sportpolitischen Ebene spüren. Es geht - auch in der Kommunikation nach außen - um Zusammenhalt.

Denn dass Marko innerlich unverändert ein Freund von konventionelleren Antriebstechnologien ist, kann er nicht ganz verheimlichen, wenn er am Beispiel des Aston Martin Valkyrie erzählt, wie einfach und spektakulär ein Formel-1-Motor sein könnte.


Der spektakuläre Motor des Aston Martin Valkyrie

"Cosworth", sagt er, "wurde für zehn Millionen Euro beauftragt, einen Zwölfzylinder zu liefern, mit Minimum 1.000 PS. Diese Entwicklung ist innerhalb eines Jahres passiert."

"Du drückst einen Startknopf, bang, und der Motor springt an. Dafür brauchst du keine sieben, acht Leute im Hintergrund, du brauchst nicht Mapping A, B und C. Mit so einem Motor hast du den Sound und die PS. Und am Ende ist der Fahrer derjenige, der den Unterschied macht."

Im Valkyrie steckt ein 6,5-Liter-Ottomotor mit 1.146 PS (das ist etwas mehr als ein aktueller Formel-1-Antrieb), Siebengang-Getriebe und einem Energierückgewinnungs-System des kroatischen Herstellers Rimac Automobili. Aus Sicht von Red Bull könnte so ein Motor die Blaupause für die Formel 1 der Zukunft sein.


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Die großen Hersteller wie Honda, Mercedes und Renault freilich sehen das anders. Inzwischen hat sich selbst Ferrari auf die Hybridtechnologie eingelassen, stets kombiniert mit einem kleinvolumigen Turbomotor. "Downsizing" ist - neben der E-Mobilität - ein Schlagwort, mit dem Automobilhersteller aktuell Marketing machen.

Für Red-Bull-Teamchef Christian Horner ist in erster Linie wichtig, endlich zu erfahren, wie die Formel-1-Motoren ab 2021 aussehen werden. Denn da ist es dem Automobil-Weltverband FIA und Rechteinhaber Liberty Media bisher nicht gelungen, ein finales Reglement auszuformulieren und zu kommunizieren.

"Wahrscheinlich wird sich nichts ändern", sagt Horner und warnt: "In den vergangenen vier, fünf Jahren waren die Motoren ein fundamentales Problem. Wir müssen sicherstellen, dass das Thema nicht wieder zu einem Leistungsdifferenziator wird, wie das in der frühen Phase dieser Hybrid-Ära der Fall war."

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