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Key: "STR8 unter der Haut komplett neu"

Technikchef James Key ist überzeugt, dass die Schwächen des STR7 verbessert werden konnten, räumt aber ein, dass er nicht mehr viel Einfluss gehabt hatte.

(Motorsport-Total.com) - Viel Neues zeigte Toro Rosso am heutigen Montag bei der Vorstellung des STR8 nicht. Die Fahrer sind geblieben, und auch beim ersten Blick auf den neuen Boliden fällt wenig ins Auge, obwohl der angesehene Technikchef James Key seine Finger diesmal im Spiel hatte. Allerdings konnte der Brite für 2013 noch nicht so viel ausrichten. Als er im Spätsommer vergangenen Jahres Giorgio Ascanelli beerbte, waren die Pläne des neuen Boliden schon fortgeschritten.

Daniel Ricciardo

Alte Haut, neues Fleisch? Der STR8 soll mit verborgenen Neuerungen warten Zoom

Doch obwohl es von außen nicht so wirkt, versichert Key, dass der STR8, "unter der Haut ein komplett neues Auto" ist. "Aerodynamisch und mechanisch war klar, dass es etwas zu tun gab", erzählt der Technikchef. "Wir mussten in Sachen Aerodynamik einiges unternehmen und eine neue Richtung einschlagen mit der Art und Weise, wie wir arbeiten. Mechanisch wurden einige sehr weise Entscheidungen getroffen. Genau das, was ich auch getan hätte, wäre ich früher da gewesen."

Nachteile in der Mechanik, die Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne 2012 das Leben schwer machten, sollen ausgemerzt sein: "Mechanisch ist es ein wirklich guter Schritt voran, aerodynamisch weniger. In Kombination mit den neuen Reifen, die wir noch verstehen müssen, gibt es die Möglichkeit, mehr herauszuholen."

Neuerungen kommen Schritt für Schritt

Nach viel Optimismus klingen diese Aussagen nicht gerade, zumal Key noch mit den Nachwehen des STR7 zu kämpfen hat: "Es war schwierig, das Setup einzustellen. Es fehlte an Komplexität in bestimmten Bereichen, um zum Beispiel bei der Kurvengeschwindigkeit oder der Höchstgeschwindigkeit an den nötigen Stellschrauben zu drehen. Wir haben getan, was wir tun konnten. In aerodynamischer Hinsicht ist es natürlich im September reichlich spät, um noch etwas zu unternehmen."


"Es ist ein auf lange Zeit hin entwickeltes Fahrzeug und es kommen noch einige Neuerungen für Melbourne. Dann wird es noch weitere Überarbeitungen geben, die im Saisonverlauf kommen. Es geht Schritt für Schritt voran. Bei diesem Test kommt noch nicht so viel, aber beim nächsten. Es ist ein pragmatisches Programm, denn wir haben ein neues Auto. Unsere zwei Fahrer müssen nicht mehr so viel lernen, sie haben ein Jahr Erfahrung und einen guten Job gemacht. Wir wollen nicht sofort auf Rundenzeiten fahren, sondern es langsam angehen und die Grundlagen legen. Dazu dient dieser Test. Erst beim nächsten geht es um die neuen Teile."

Doch was ist denn nun eigentlich alles neu am STR8? Im Zuge der Höckernasen muss zuerst einmal erwähnt werden, dass der neue Toro Rosso ebenfalls mit einer Eitelkeits-Blende daherkommt, um den Knick zu verstecken. Key ergänzt:"Die Arbeitsweise der Aufhängung ist eine ganz andere beim STR8. Ich denke nicht, dass unsere Probleme im vergangenen Jahr etwas mit der Aerodynamik zu tun hatten." Auf eine Zugstrebenaufhängung setzt das Team in dieser Saison allerdings nicht: "Dazu gab es nicht genug Zeit. Alles, was ich tun konnte, war die Seitenkästen und die Kühlung bearbeiten, der Rest war erledigt."

"Brot-und-Butter-Geschäft" statt Zusätze

"Bei Toro Rosso lief nichts in die komplett falsche Richtung", beschwichtigt Key aber. "Ich habe mit der Aerodynamikabteilung meines alten Teams darauf geschaut. Wir konnten erkennen, wo die Reise hingehen soll. Wir hatten die Kapazitäten, um etwas zu unternehmen und haben uns entschieden damit weiterzumachen. Sobald man weiterentwickelt hat, wird es schwierig, aus aerodynamsischer Sicht noch etwas herauszuholen. Das ist passiert. Etwas zu ändern, ist uns schnell gelungen. Das wollen wir auf weitere Bereiche ausdehnen und den Luftstrom um die Sidepods verändern."


Fotos: Präsentation des Toro Rosso STR8


Ein weiteres wichtiges Thema 2012 war der Auspuff, der häufig für Schlagzeilen sorgte. Key winkt darauf angesprochen allerdings ab: "Ich habe zu den Jungs gesagt, dass wir an der grundlegenden Ausrichtung des Autos arbeiten müssen. Es ging nicht darum, an speziellen Teilen wie dem Auspuff zu feilen. Das sind zusätzliche Dinge zum Brot-und-Butter-Geschäft der Entwicklung. Wir müssen das Fundament legen, einen grundlegenden Ausgangspunkt schaffen." Eine grundlegende Änderung schuf man zumindest bei der Gewichtsverteilung: "Wir denken, es ist uns etwas besser gelungen und passt jetzt besser zum Frontflügel, der vorderen Radaufhängung und allem, was dazu gehört"

Erste Anhaltspunkte, ob das Konzept von James Key aufgeht, gibt es ab morgen bei den Tests in Jerez. Dann will sich das Team auch den neuen Pirelli-Reifen annehmen: "Das finden wir in dieser Woche heraus. Es ist wirklich schwierig, vorherzusagen, wie sich das auswirkt. Da ist vieles noch komplett offen. Wir haben zwar eine ungefähre Ahnung, aber sonst gehen wir das Schritt für Schritt an."

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