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  • 25.11.2014 17:11

  • von Christian Sylt & Caroline Reid

Katar will Grand Prix: Zahlt man Rekord-Lizenzgebühr?

Nach der Fußball-WM will Katar auch ein Formel-1-Rennen austragen, auch wenn man dafür tief in die Tasche greifen müsste: Die Rekord-Gebühr von Abu Dhabi ist in Gefahr

(Motorsport-Total.com) - Bernie Ecclestone enthüllte, dass Katar die Austragung eines Grand Prix plant, um sich nach dem kontroversen Zuschlag bei der Vergabe der Fußball-WM 2022 in Hinblick auf Sportveranstaltung ein Erbe aufzubauen. Ein Grand Prix im kleinen Golfstaat würde ebenfalls hohe Wellen schlagen, weil damit die Anzahl der Rennen im Nahen Osten auf drei und damit auf mehr als in Nordamerika ansteigen würde. Derzeit finden dort die Grands Prix von Bahrain und Abu Dhabi statt, wo am Sonntag die Saison zu Ende gegangen ist.

Titel-Bild zur News:

Wird die Formel 1 bald auch in Losail die Nacht zum Tag machen?

In Katar scheint man bereit zu sein, dafür einen hohen Preis zu zahlen - laut diverser Quellen müsste Katar 60 Millionen Euro pro Jahr überweisen. Das würde den derzeitigen Rekord von Abu Dhabi mit 58,5 Millionen Euro übertreffen. Insgesamt würde Katar 600 Millionen Euro zahlen, da die Vertragslaufzeit normalerweise zehn Jahre beträgt.

Ecclestone: Katar ist bereit

Der 5,38 Kilometer lange Losail International Circuit diente bereits als Austragungsort für GP2- und MotoGP-Rennen, aber Ecclestone schließt auch ein Rennen auf einem Stadtkurs nicht aus, wodurch sich der Grand Prix von den anderen Rennen im Nahen Osten unterscheiden würde. "Wir sehen uns alle Möglichkeiten an", sagt er. "Es gibt keinen Vertrag mit Katar, aber sie sind bereit." Seiner Meinung nach sind drei Rennen im Nahen Osten nicht zu viel des Guten.

Der Kurs in Losail würde sich wie der Grand Prix von Abu Dhabi für ein Rennen in der Dämmerung anbieten, da es eine Flutlichtanlage rund um die gesamte Strecke gibt. Der MotoGP-Lauf wird als Nachtrennen ausgetragen. Ecclestone hielt sich mit weiteren Informationen zurück, da die Verhandlungsdetails vertraulich sind, aber wenn man sich einigt, dann dürfte das Rennen bis spätestens 2017 im Kalender aufscheinen.

Im Vorjahr war Katar Berichten zufolge bereits als Schauplatz für die Wintertests ein Thema, aber damit scheint man sich nicht zufrieden zu geben. Derzeit umfasst der Formel-1-Kalender 19 Rennen, nächstes Jahr erreicht man mit dem Grand Prix von Mexiko mit 20 Rennen eine Rekordmarke - 2016 folgt dann Aserbaidschan.

Ecclestone: Über 20 Rennen kein Problem

Jahrelang galt 20 Rennen als Obergrenze, da sich die Teams dagegen wehrten, dass ihre Mitarbeiter noch länger von ihren Familien getrennt sein müssen. Angeblich gab es diesbezüglich aber im Vorjahr eine Änderung: Die neuen Verträge erfordern demnach bloß eine mehrheitliche Zustimmung von Ferrari, McLaren und Red Bull, wenn der Kalender 20 Rennen überschreitet. Wenn der Kalender 17 Rennen überschreitet und die Anzahl der Rennen in Europa, den USA oder Kanada mehr als 60 Prozent beträgt, gilt das gleiche.

"Wenn ich mehr als 20 Rennen austragen will, dann benötige ich keine Zustimmung der Teams", sagte Ecclestone kürzlich. "Der Punkt ist eher, dass mir ihre Zustimmung egal ist." Wenn das Rennen in Katar grünes Licht bekommt, werden diese Aussagen auf die Probe gestellt.