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  • 24.05.2012 13:09

Kaltenborn: Die mächtigste Frau der Formel 1

Monisha Kaltenborn ist seit vergangener Woche Teilhaberin bei Sauber - Bald wird die Österreicherin erste Teamchefin in der Formel 1

(Motorsport-Total.com/SID) - Monisha Kaltenborn atmet tief durch. Die mächtigste Frau der Formel 1? "Machtspiele überlasse ich gerne anderen", sagt sie. Und man glaubt es ihr. Obwohl sie ohne Zweifel die mächtigste Frau der Formel 1 und zudem noch ehrgeizig und zielstrebig ist, spielte auf dem Weg nach oben das Streben nach Macht eine Nebenrolle. Kaltenborn lernte das Geschäft in der Männer- und Machowelt Formel 1 von der Pike auf. "Ich konnte langsam reinwachsen", sagt die 41-Jährige, die seit 2010 Vorstandsvorsitzende bei Sauber ist, in der vergangenen Woche ein Drittel der Anteile übernahm und in naher Zukunft Teamchefin werden wird.

Bernie Ecclestone (Formel-1-Chef)

Monisha Kaltenborn hat einen guten Draht zu Formel-1-Boss Bernie Ecclestone Zoom

Dass alles Schritt für Schritt vor sich ging, half auch, Vorbehalte abzubauen. Heute hat längst keiner der harten Männer mehr Probleme, sich mit ihr an den Verhandlungstisch zu setzen. "Bei Herrn Ecclestone ist das ohnehin kein Thema", sagt sie über den 81 Jahre alten Formel-1-Boss: "Er hat immer schon Frauen wichtige Themen anvertraut."

Vertrauen ist auch das wichtigste Wort für Peter Sauber. Der Schweizer leitet seit 40 Jahren seine Teams im Motorsport, er hat Michael Schumacher in die Formel 1 gebracht. Nun, mit 68, sieht er den Zeitpunkt gekommen, seine Nachfolge zu regeln. "Es ist wichtig, dass man die Zukunft aktiv plant", sagt er: "Nicht, dass in einem gewissen Alter der Zeitpunkt kommt, an dem die Ereignisse die Zukunft diktieren."

Sauber-Nachfolge beschlossene Sache

Wann Kaltenborn das Team übernimmt, ist noch nicht klar. "Den Zeitpunkt lassen wir offen. Wir stehen nicht unter Zeitdruck, und ich gehe noch nicht auf Krücken", sagt Sauber schmunzelnd. Dass Kaltenborn die Chefin wird, ist aber beschlossene Sache. Und es wird bald sein. Mit 70 wolle er nicht mehr an der Boxenmauer stehen, sagt Sauber. Das wäre im Oktober 2013. Doch warum gerade sie? "Es ist sehr schwer, jemanden zu finden, der ein Team leiten kann", sagt Sauber: "Mit Monisha arbeite ich seit vielen Jahren zusammen. Sie ist vertraut mit allen wichtigen Dingen in der Formel 1 und hat sich in allen Bereichen bewährt."


Fotos: Sauber, Großer Preis von Monaco


Bevor die beiden 1998 erstmals zusammentrafen, hatte die damals 27 Jahre alte Kaltenborn schon viel erlebt. Als Monisha Narang wurde sie 1971 in Dehradun im Norden Indiens geboren und besuchte zunächst ein renommiertes Mädcheninternat. Im Alter von acht Jahren wanderte sie mit ihren Eltern, die einen Zweiradbetrieb führen, aus. Sie landeten in Österreich, weil der Onkel ihres Vaters dort in der Atombehörde arbeitete. Monisha studierte in Wien und London Jura, arbeitete zunächst in Stuttgart, wo sie den Deutschen Jens Kaltenborn kennenlernt und später nach Hindu-Ritus am Fuße des Himalaya heiratete.

Sie wechselte nach Liechtenstein und arbeitete für die Fritz-Kaiser-Gruppe - und rutschte so in die Formel 1. Ihr Arbeitgeber war Teilhaber bei Sauber, Kaltenborn als Juristin zuständig für das Engagement im Motorsport. Als sich Kaiser zurückzog, wechselte sie 2000 zu Sauber. Zunächst übernahm sie die Rechtsabteilung, 2001 wurde sie Mitglied der Geschäftsführung. In den Ausschüssen bewährte sie sich schnell. Sie saugte alles in sich auf, überzeugte durch ihre Sachlichkeit und Fachkenntnis. Beim Zustandekommen des Concorde Agreements, der Verfassung der Formel 1, spielte sie eine wichtige Rolle.

Für ein anderes Team als Sauber hat Kaltenborn, sieht man einmal von den unterschiedlichen Kooperationen ab, nie gearbeitet. Sie identifiziert sich mit ihrem Rennstall. "Ich habe mich vom ersten Tag an wohlgefühlt", sagt sie. Peter Sauber und sie seien "sehr unterschiedlich, aber wir teilen die gleichen Werte und stimmen in den wichtigsten Dingen überein. Peter ist nicht nur der Gründer, er hat das Team mit seiner Persönlichkeit geprägt." In seinem Sinne und mit eigenen Ideen will sie das Team bald komplett führen. "Fair und konsequent" seien ihre wichtigsten Maximen, sagt sie. Ihr Leitsatz: "Keine Fehler machen. Und wenn doch, daraus lernen." Sie lebt danach. So etwas imponiert. Auch als Frau in der Männerwelt Formel 1.

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