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Jordan huldigt "Schumi": "Als hätte man das Licht angeknipst"

Eddie Jordan erinnert sich an Michael Schumacher als seinen Lieblingsfahrer und an dessen "berauschendes" Debüt - Ex-Teamkollege Nico Rosberg lobt Ehrgeiz

(Motorsport-Total.com) - Eddie Jordan hat als Teamchef viele Fahrer kommen und gehen sehen. Zwischen den Jahren 1991 und 2005, in denen sein Team Jordan existierte, fuhren insgesamt 30 Piloten den (meist) gelben Boliden im Renneinsatz, und ein Fahrer ist dem Iren besonders im Gedächtnis geblieben, obwohl dieser lediglich ein Rennen für das Team fuhr - und dabei nicht einmal sonderlich weit kam. Nicht nur Motorsportkenner wissen, von wem die Rede ist: Michael Schumacher.

Michael Schumacher

Michael Schumacher begann 1991 seine Formel-1-Karriere bei Jordan Zoom

"Sein Formel-1-Debüt in Spa 1991 war berauschend", erinnert sich Jordan gegenüber 'f1-insider.com'. In seinem ersten Formel-1-Qualifying überhaupt stellte Schumacher den Boliden auf Startplatz sieben. "Dann ging ihm nach 500 Metern die Kupplung kaputt, weil wir Kosten am Material sparten. Viel später schenkte ich ihm symbolisch eine neue", lacht Jordan rückblickend. Doch der bittere Ausfall war die Initialzündung für eine große Karriere.

Bereits zuvor durfte Schumacher für Jordan testen und beeindruckte dabei alle: "Sein Tempo war einfach unglaublich. Nur einmal hatte ich vorher schon so ein Erlebnis: mit Ayrton Senna 1982 in der Formel 3", erinnert sich der Teamchef. "Mit beiden war es, als hätte man in einer dunklen Kammer plötzlich das Licht angeknipst. Beide haben alles überstrahlt, was ich vorher und nachher im Auto gesehen habe."


Fotostrecke: Schumachers Weg zum ersten WM-Titel

Doch für die beiden, die stets zu den größten Formel-1-Piloten der Geschichte gezählt werden, hatte das Schicksal nicht nur goldene Momente übrig. Ayrton Senna verunglückte beim Großen Preis von San Marino 1994 tödlich, Michael Schumacher verletzte sich bei einem Ski-Unfall im Dezember 2013 schwer. Fast 20 Monate sind seit dem Vorfall bereits vergangen, doch Aufatmen können seine Fans immer noch nicht.

Zwar liegt der Rekordweltmeister schon eine ganze Weile nicht mehr im Koma, doch eine weitere Entwarnung gab es von offizieller Stelle noch nicht. Es darf angenommen werden, dass sich der Kerpener weiterhin auf dem langen Weg der Besserung befindet, doch genaue Details über seinen Gesundheitszustand sind nichts weiteres als Spekulation. Vorerst müssen daher weiter die Erinnerungen an "Schumi" und seine erfolgreiche Zeit in der Formel 1 herhalten.

Bernie Ecclestone und Michael Schumacher beim Backgammon-Spielen

Bernie Ecclestone möchte sich an Schumacher erinnern, wie er war Zoom

Selbst Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat sein einstiges Zugpferd seit dem Unfall nicht mehr gesehen. "Ich möchte Michael in diesem Zustand auch nicht sehen", sagt der Brite gegenüber 'F1Racing'. "Ich erinnere mich an Michael, wie er war. So möchte ich Michael auch sehen", erklärt er weiter. "Und wenn er zurückkommt, dann ist es so, wie ich Michael haben möchte."

Sein damaliger Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg erinnert sich derweil an seinen Landsmann als akribischen Arbeiter. Das helfe ihm auch jetzt bei seiner Arbeit mit den Silberpfeilen, meint er zu 'f1-insider.com': "Als Michael seinen Rücktritt schon bekannt gegeben hatte, ist er beim vorletzten Rennen in Texas 2012 auf Platz 16 ins Ziel gekommen. Dennoch hat er zwei Stunden im Ingenieursraum gehockt, um mit uns für die Zukunft zu arbeiten. Da wusste ich, warum er siebenfacher Champion ist."