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Jaime Alguersuari schießt gegen Formel 1: "Kein echter Sport"

Ex-Toro-Rosso-Pilot Jaime Alguersuari hat mit der Formel 1 abgeschlossen: Warum er heute ein Cockpit ablehnen würde, aber Carlos Sainz den WM-Titel zutraut

(Motorsport-Total.com) - Jaime Alguersuari hat mit der Formel 1 abgeschlossen: Der Spanier, der von 2009 bis 2011 für Toro Rosso fuhr und in dieser Zeit 31 WM-Punkte einfuhr, würde laut eigenen Angaben nicht einmal, wenn es sich ergeben würde, in die Formel 1 zurückkehren. "Selbst, wenn ich einen Sponsor finden würde - und ich suche derzeit keinen - und das Geld für die Formel 1 hätte, dann wäre eine Rückkehr dumm, denn dann wäre ich vom Sponsor abhängig. Und wenn ich ihn nicht mehr hätte, wäre ich erst wieder draußen", sagt der nunmehrige Formel-E-Pilot, der im Vorjahr im ADAC-GT-Masters am Start war, gegenüber der 'AS'.

Jaime Alguersuari

Ex-Toro-Rosso-Fahrer Jaime Alguersuari hat genug von der Formel 1 Zoom

Der 25-Jährige bereut es inzwischen, auch nach seiner Trennung von Förderer Red Bull noch versucht zu haben, den Weg in die Formel 1 zurückzufinden. So war er 2012 Testfahrer für Reifenhersteller Pirelli. "Das war mein Fehler. Ich habe weitergeträumt, dabei wollten einige Teams nur mein Geld. Ich habe aber daran geglaubt und sah die Formel 1 als Sport. Heute muss ich sagen, dass ich mich mehr auf den Langstrecken-Sport konzentrieren hätte sollen", zeigt er sich desillusioniert.

Tatsächlich hatte Alguersuari in der Spätphase 2012 verkündet, dass er über einen Vertrag für 2013 verfügt. Ins Formel-1-Cockpit kehrte er aber nicht mehr zurück. Heute ist er von der enormen Technikabhängigkeit in der Königsklasse des Motorsports gefrustet: "Ich hatte damals ein Auto, das für die Top 10 gut war, aber die Spitzenreiter hatten 150 Punkte mehr Abtrieb als ich. Und der Unterschied zwischen einem Superhelden und einem mittelmäßigen Piloten sind 150 Punkte Abtrieb", meint der ehemalige Schützling von Helmut Marko.

"Die Formel 1 ist wie eine Ex-Freundin, die man vergessen muss." Jaime Alguersuari

"Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Piloten, aber bitte: Wir sprechen hier nicht über Motorradrennen, auch nicht über Golf, Leichtathletik, über normale Sportarten. Heute sehe ich das realistisch."


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Seine einstige Liebe ist abgekühlt: "Die Formel 1 ist wie eine Ex-Freundin, die man vergessen muss. In Wahrheit ist es enttäuschend für mich, von einer Welt zu sprechen, die ich einmal so sehr geliebt habe." Heute sieht er sich als "Romantiker. Die Formel 1 der 1980er- und 1990er-Jahre, das war noch ein richtiger Sport. Heute ist es anders."


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Inzwischen ist die Musik laut eigenen Angaben zu seiner größten Leidenschaft geworden - Alguersuari ist seit Jahren als DJ Squire aktiv, hat 2011 sogar schon ein Album herausgebracht. Dennoch blickt er nicht mit Neid auf seinen Landsmann und Toro-Rosso-Nachfolger Carlos Sainz: "Ich wünsche und gönne ihm das Beste." Und er traut es dem 20-Jährigen auch zu: "Er hat alles, was es braucht: die Möglichkeiten, das Auto, das Talent. Er muss seinen Kopf einsetzen, und ich bin sicher, dass er eines Tages Weltmeister sein wird."

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