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  • 25.06.2016 · 10:44

  • von Benjamin Horbelt

Jacques Villeneuve kritisiert "kindische" Funk-Aussagen

Der eingeschränkte Funkverkehr sorgt weiter für Diskussionen - Jenson Button relativiert Debatte: "Liegt an uns, die Technologien bei der Umsetzung zu nutzen"

(Motorsport-Total.com) - Die FIA möchte in dieser Saison konsequent den Artikel 27.1 des sportlichen Reglements durchsetzen, was in Baku zu kuriosen Szenen im Boxenfunk geführt hatte. Das Regelwerk besagt, dass "die Fahrer das Auto allein und ohne fremde Hilfe fahren müssen". Damit sind weniger Anweisungen seitens der Boxenmauer erlaubt.

Lewis Hamilton

Will immer erreichbar sein: Lewis Hamilton Zoom

Größter Verlierer dieser Funkbeschränkung war in Aserbaidschan Lewis Hamilton. Laut dem Briten sei das Spektakel beim Grand Prix von Europa eingeschränkt worden, da ein Kampf um die Führung nicht möglich gewesen sei. Sein Team durfte ihm nicht über Funk mitteilen, welcher der richtige Modus für seinen Mercedes im Rennen war, nachdem der Brite auf seinem Lenkrad die entsprechenden Motoreinstellungen zunächst vergeblich suchte. Somit war Hamilton für einige Runden weniger konkurrenzfähig.

Neben Mercedes-Teamchef Toto Wolff sprach sich auch McLaren-Pilot Fernando Alonso nach dem Baku-Rennen für eine Lockerung dieser Funkregulierung aus. Gegenüber 'Autosport' macht sich zudem Jacques Villeneuve seinem Ärger über die aktuelle Funkregel Luft: "Die Nachrichten, die man während des Rennens hörte, klangen kindisch. Entweder du erlaubst den Funk oder du verbietest ihn. Dieses Dazwischen ist lächerlich, wo du das eine sagen darfst, das andere aber nicht. Dieses Dazwischen funktioniert nicht."

Etwas gelassener sieht die "Radio Gaga"-Affäre der aktuelle Formel-1-Pilot Jenson Button: "Es war viele Rennen lang völlig okay. Ich weiß nicht, warum es jetzt plötzlich ein Problem sein sollte. Mir persönlich ist es komplett egal. Es ist ein technischer Sport, wir müssen viele Knöpfe bedienen. Vom Spritsparen bis hin zur Bremsstrategie - alles liegt an uns, wobei wir die vorhandenen Technologien bei der Umsetzung nutzen."

Neben Hamilton fragte auch Buttons Teamkollege Alonso während des Baku-Rennens die Box kurz um Rat, was ihm ebenfalls verwehrt wurde. In beiden Fällen müsse man Ausnahmen machen, so Button: "Wenn es spezielle Situationen gibt, wo es uns vielleicht schneller oder langsamer macht, dann sollten die Teams vielleicht die Chance haben, so etwas im Funk zu sagen. Ich selbst beschäftige mich mit dem Thema aber nicht wirklich viel."


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Das Baku-Rennen fiel für viele Fans unspektakulärer aus als im Vorfeld erwartet. Die meisten Überholmanöver fanden auf der extrem langen Geraden statt, wo das DRS-System zum Einsatz kam. Für Villeneuve kein echtes Racing mehr: "Statt Aktion hast du DRS. Mit den neuen Autos wird es im nächsten Jahr einen größeren Windschatten geben, sodass du kein DRS mehr benötigst."

"Die Autos fahren mit Pirelli-Reifen, die ein aggressives Fahren unmöglich machen." Jacques Villeneuve

Daher sei die Abschaffung des DRS-Systems für den Ex-Formel-1-Fahrer der Königsweg aus dem Funkdilemma: "Die Autos fahren mit Pirelli-Reifen, die ein aggressives Fahren unmöglich machen. Sobald ein Fahrer im Verkehr ist, zerstört er seine Reifen, was nicht gut ist. Die Fahrer müssen überall sparen. Sie müssen den Motor sparen, die Reifen, das Benzin - so können die nicht attackieren", kritisiert Villeneuve.

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