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  • 21.09.2011 · 17:47

  • von Stefan Ziegler

Irvine: "Heute ist Michael ein alter Mann"

Der ehemalige Formel-1-Pilot Eddie Irvine hält das Comeback von Michael Schumacher für "Zeitverschwendung" und sagt: "Es bringt nichts"

(Motorsport-Total.com) - Eddie Irvine findet nicht, dass die Formel-1-Rückkehr von Michael Schumacher ein Erfolg ist. Der frühere Ferrari-Teamkollege des Deutschen beschreibt dessen Tun gegenüber 'Auto Bild motorsport' als "Zeitverschwendung" und traut Schumacher keine Steigerung mehr zu. Ganz im Gegenteil: Laut Irvine kann der 42-Jährige in den kommenden Rennen nur noch mehr verlieren als bisher schon.

Michael Schumacher

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Schumachers Einsatz für den Mercedes-Rennstall bringe "nichts für ihn und nichts für das Team", sagt Irvine und merkt an: "Okay, er ist jetzt auch nicht gerade schlechter als es ein anderer Fahrer in seinem Cockpit wäre, aber ein junger Fahrer könnte sich zusammen mit dem Team verbessern. Bei Michael dagegen zeigt die Kurve nach unten. Mercedes investiert also in eine fallende Aktie."

"Und das hätte man wissen können", meint der frühere Formel-1-Fahrer. "Schon bei Ferrari wurde er schlechter. Deshalb wollten sie ihn ja auch loswerden und junges, frisches Blut ins Auto setzen. Das sage ich deshalb, weil Massa 2006 viel zu dicht an ihm dran war. Und wie wir jetzt wissen, ist Massa kein Superstar. Das war nicht mehr der Michael, den ich kannte", gibt Irvine rückblickend zu Protokoll.

"Und diese Entwicklung hat sich fortgesetzt. Dagegen kann man nichts machen." Dabei sei "Schumi" früher "ein absoluter Superfahrer" gewesen. "Sein Talent war größer als von uns allen. Und er hatte nie einen Teamkollegen, der ihm so nahe kam wie Webber Vettel. Mich eingeschlossen. Zu Michaels Hochzeiten wäre Webber nicht einmal ansatzweise in seine Nähe gekommen", erläutert Irvine.¿pbvin|512|4099||0|1pb¿

"Deshalb ist Webber für mich ein großes Fragezeichen in der Beurteilung von Vettel. Denn Webber ist nicht so gut wie Alonso, Schumacher oder Hamilton." Der Rekordchampion der Formel 1 war einmal "einfach unglaublich", meint Irvine und fügt abschließend hinzu: "Er hatte das meiste Talent, eine unheimliche Fahrzeug-Beherrschung, einen unglaublichen Speed. Heute ist Michael ein alter Mann."

Aus diesem Grund hinke auch der Vergleich zu Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg. "Auch ich habe mich immer dichter an Michael herangearbeitet. Das lag aber daran, dass die Autos immer leichter zu fahren waren", sagt Irvine. Nichtsdestotrotz halte er Rosberg für einen "fantastischen Fahrer", der gewiss "in die Gruppe der Allerbesten" gehöre. "Nico braucht endlich ein Topauto", hält Irvine fest.