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  • 30.07.2016 · 21:50

  • von Norman Fischer & Dominik Sharaf

Horner verteidigt Regel-Wende: Besser als der falsche Weg

Red-Bull-Teamchef Christian Horner findet es okay, dass viele Regeln plötzlich verändert wurden: Lieber ändert man, als weiter auf dem falschen Weg zu gehen

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 hat sich mit mehreren Regeländerungen in dieser Saison selbst ins Knie geschossen. Funkverbot, Halo oder Track-Limits sind Regelungen, die in den vergangenen Wochen mehrfach in der Diskussion standen und erst am Donnerstag wieder umgeworfen wurden - und wer erinnert sich noch an das Eliminations-Qualifying, das in den ersten Saisonrennen für Aufsehen sorgte? Die Formel 1 blieb damit jedoch ungewollt in den Schlagzeilen.

Christian Horner

Christian Horner: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende Zoom

Auch die stetigen Kehrtwenden kommen in der Öffentlichkeit nicht gut an, doch Red-Bull-Teamchef Christian Horner sieht die positiven Seiten an der Entwicklung: "Es ist nie großartig, wenn man eine Kehrtwende macht, aber noch schlimmer wäre es, einen Weg zu verfolgen, der eindeutig falsch ist", meint der Brite gegenüber 'Sky Sports F1'. "Es ist das Richtige. Manchmal muss man Größe zeigen und sagen, dass etwas falsch war."

Er denkt vor allem an die Qualifikation, die schon nach dem ersten Versuch eindeutig durchgefallen war. Seiner Meinung nach habe man die Formel 1 in den vergangenen Jahren überreguliert, wobei er aber niemandem eine Schuld geben möchte: "Aufgrund der Technologie und der Härte, mit denen Teams die Grenzen verschieben, muss es viele Regeln geben", sagt er, fordert dabei aber: "Wir müssen die Balance finden."


Fotostrecke: Die zehn denkwürdigsten F1-Regeländerungen

FIA-Renndirektor Charlie Whiting verteidigt die jüngsten Regeländerungen, denkt aber nicht, dass das Funkverbot wirklich eine Kehrtwende ist. "Es wurde aus guten Gründen von uns verlangt", meint er über die Einführung, doch weil am Ende nicht das herausgekommen ist, was die Fans wollten, musste man letzten Endes noch einmal reagieren. Genauso sei es mit dem Qualifying zu Beginn der Saison gewesen.

Zuletzt in Ungarn stand die FIA zudem in der Kritik, weil die Entscheidung um Nico Rosbergs Pole und die 107-Prozent-Regel so lange gedauert hat - angeblich weil die Stewards zunächst mit GP2 und GP3 zu tun hatten. Doch das will Whiting richtigstellen: "Es ist schon lange her, dass die Formel-1-Stewards auch GP2 gemacht haben. GP2 und GP3 sind separat", betont er. Dass es in Budapest so lange gedauert habe, habe andere Gründe gehabt. Die Stewards sahen den Rosberg-Vorfall zunächst als regelkonform an, bevor andere Entwicklungen ein Vorsprechen notwendig machten.