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Horner: "Beim Fahrertitel steht viel auf dem Spiel"

Red-Bull-Teamchef Christian Horner über die Chancen seiner beiden Piloten beim WM-Endspurt, die Stimmung im Rennstall und die Ziele für Brasilien

(Motorsport-Total.com) - Zwei Rennen vor dem Ende der aktuellen Formel-1-Saison nimmt Red Bull Kurs auf die WM-Titel: Während der Rennstall um Teamchef Christian Horner in der Konstrukteurswertung mit 426 Punkten den ersten Platz belegt, müssen sich Mark Webber (220 Punkte) und Sebastian Vettel (206) in der Fahrertabelle hinter Ferrari-Pilot Fernando Alonso (231) mit den Verfolger-Rollen begnügen.

Fernando Alonso, Mark Webber, Sebastian Vettel

Mark Webber und Sebastian Vettel gegen Fernando Alonso - und wer gewinnt? Zoom

Doch dabei soll es freilich nicht bleiben: Red Bull möchte den Spieß umdrehen und Alonso vom Spitzenplatz verdrängen. Horner gibt sich diesbezüglich zuversichtlich: "Das Team hat ein großartiges Auto bereitgestellt. Wir haben vor, die Saison auf einem Hoch zu beenden. Wir haben klasse Fahrer und befinden uns in einer einmaligen Lage: Unsere beiden Piloten kämpfen noch um den Titel."

Man wolle nach Möglichkeit beide Meisterschaften nach Österreich holen, meint der ehemalige Rennfahrer. "Der Fokus des Teams liegt natürlich auf dem Gewinn der Konstrukteurswertung und der Fahrerwertung. Mit dieser Zielsetzung gehen wir in die beiden Finalrennen", sagt Horner. Dass diese Teamsituation allerdings auch zum Problem werden könnte, ist dem Briten durchaus bewusst.

Vettel und Webber waren sich in der Vergangenheit schließlich nicht immer so grün, wie die Teamleitung das gerne gesehen hätte. "Beim Fahrertitel steht natürlich viel auf dem Spiel. Tritt man dabei gegen den Teamkollegen an, sind zweifelsfrei immer Emotionen am Start", erläutert Horner. Ausgerechnet sein Rennstall nehme diesbezüglich aber eine Sonderstellung beim Finale 2010 ein.

Keine Bevorzugung bei Red Bull

"Ferrari hat seine Trümpfe schon vor geraumer Zeit gezückt und bei McLaren hat Jenson zwar noch eine mathematische Chance, doch die Wahrscheinlichkeit arbeitet gegen ihn. Mark ist dagegen der schärfste Verfolger von Fernando und Sebastian liegt auch noch innerhalb eines Sieges hinter ihm", sagt Horner zusammenfassend. Auf welches Pferd soll der Teamchef nun also setzen?

"An diesem Wochenende werden wir unsere Fahrer absolut gleich behandeln." Christian Horner

Auf beide, lautet die Antwort, die Horner parat hat: "An diesem Wochenende werden wir unsere Fahrer absolut gleich behandeln, doch die Mathematik wird letztendlich und unausweichlich für sich selbst sprechen. Beide fahren für das Team und geben ihr Bestes für das Team. Es kommt eben ganz darauf an, was an diesem Wochenende und was in Abu Dhabi passiert", meint der Teamchef.

"Aus der Sicht des Teams wäre es falsch, einen Fahrer dem anderen vorzuziehen. Wir haben es in Südkorea gesehen: Mark ging als WM-Führender in dieses Rennen und baute seine Spitzenposition 15 Runden lang aus. Theoretisch übernahm dann Sebastian die Führung in der Meisterschaft, ehe Fernando einen Sieg geschenkt bekam. Das veränderte die Saisondynamik freilich noch einmal."¿pbvin|512|3248|interlagos|0|1pb¿

Webber-Kommentare ernten Unverständnis

Als wäre die Stimmung bei Red Bull aber nicht schon angespannt genug, sorgten einige Äußerungen von Webber vor Brasilien noch für Nebengeräusche: Technisch betrachtet sei 2010 alles prima verlaufen, meint der Australier. Und menschlich, Mark? "Das ist doch verdammt offensichtlich, oder? Wenn ein junger Spund daherkommt, dann fliegen ihm immer die Herzen zu. So ist das einfach."

"Ich denke, ich kann nachvollziehen, was Mark mit diesen Kommentaren meint." Christian Horner

Was will uns Webber damit sagen? Etwa, dass er sich bei Red Bull nicht mehr wirklich geborgen fühlt? Teamchef Horner versucht sich an einer Interpretation: "Ich denke, ich kann nachvollziehen, was Mark mit diesen Kommentaren meint. Er hatte nicht nur in diesem Jahr, sondern in all seinen Saisons bei Red Bull stets eine tolle Unterstützung vom Team", gibt der Brite zu Protokoll.

"Vielleicht bezieht er sich auf die Unterstützung von Helmut Marko, die Sebastian Vettel zuteil wird. Das hat aber keinen Einfluss darauf, wie das Team operiert oder wie es seine Fahrer behandelt. Wir haben beiden Piloten einen großartigen Rennwagen hingestellt. Mark hat von uns das Werkzeug bekommen, um den Job zu erledigen. Alle seine Rennsiege hat er in Red-Bull-Autos geholt."

Webbers Leistung kommt nicht "ungelegen"

"Für beide Fahrer ist es eine großartige Möglichkeit, um den Titel zu kämpfen", stellt Horner heraus und fügt hinzu: "Ich denke, die Teammitglieder wären ziemlich verletzt, wenn Mark etwas dergleichen sagen würde. Ich kann mir nur vorstellen, dass es aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Mark genießt nämlich einen großen Rückhalt im Team, in Österreich und auch bei Dietrich Mateschitz."

"Beide sind gut gefahren, beide haben in diesem Jahr gewisse Fehler gemacht." Christian Horner

"Ich bin aber überzeugt davon: Mark würde es begrüßen, würde das Team sagen: 'Ja, ab irgendeinem Punkt des Jahres wird dir dein Teamkollege den Rücken freihalten.' Bei Red Bull geht es allerdings darum, beiden Fahrern eine Möglichkeit zu geben. Beide sind gut gefahren, beide haben in diesem Jahr gewisse Fehler gemacht. Wir sind fest entschlossen, sie weiterhin bestmöglich zu unterstützen."


Fotos: Red Bull, Großer Preis von Brasilien


Die gute Geschwindigkeit und die starken Leistungen Webbers kämen in diesem Zusammenhang "keineswegs ungelegen", wie Horner betont. Ganz im Gegenteil: "Nach seinem Beinbruch von vor zwei Jahren erhielt Mark eine beträchtliche Unterstützung durch das Team. Er kam 2009 stärker zurück und ist in diesem Jahr noch besser unterwegs. Er hat sich bislang wirklich gut verkauft."

Hätte, wäre, wenn und aber...

"Es war interessant zu sehen, wie sich die Balance zwischen den beiden bei ihrer Geschwindigkeit im Verlauf der Saison verändert hat", meint der Red-Bull-Teamchef und merkt an: "Wäre Mark in Südkorea ins Ziel gekommen, hätte er vermutlich gewonnen und würde nun die Gesamtwertung anführen. Es war einer seiner seltenen Fehler, doch 2010 haben alle Fahrer Fehler gemacht."

"Beide Fahrer sind sich der mathematischen Ausgangslage bewusst." Christian Horner

"Wäre Sebastian ins Ziel gekommen, würde er nun an der Spitze der Tabelle stehen. Leider ging es sich für beide nicht aus und nun führt Fernando Alonso und wir sind die Verfolger", sagt Horner. "Man muss sich aber nur die Mathematik anschauen. Wenn Fernando vor Sebastian ins Ziel kommt, sind dessen Chancen vorbei. Beide Fahrer sind sich der mathematischen Ausgangslage bewusst."

"Sie werden das Beste für das Team geben", kündigt Horner an. Könnte sich Vettel im Endspurt des Jahres also als Helfer für Webber betätigen, sollte er selbst keine Titelchance mehr haben? Horner verweist auf das Regelwerk: "Wir alle wissen, dass Stallregie verboten ist." Man werde Vettel und Webber in Brasilien vollkommen gleich behandeln. "Die Mathematik spricht letztendlich für sich."

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