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Hamilton vs. Rosberg: Welcher Fahrstil bringt Abu-Dhabi-Sieg?

Auf dem Papier hat Lewis Hamilton vor dem großen Titel-Showdown in Abu Dhabi die besten Karten - Gelingt es Nico Rosberg, das Blatt noch zu wenden?

(Motorsport-Total.com) - 17 Punkte trennen Lewis Hamilton und Nico Rosberg vor dem Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi. Zum ersten (und wohl einzigen) Mal werden am kommenden Sonntag doppelte Punkte vergeben. Der Sieger des "Abu Double" streicht statt 25 deren 50 WM-Punkte ein, der Zweitplatzierte bekommt statt 18 deren 36 WM-Punkte und so weiter.

Lewis Hamilton, Nico Rosberg

Lewis Hamilton gegen Nico Rosberg: Auf in den finalen Kampf 2014 Zoom

Gewinnt Rosberg nach seinem Sieg beim Brasilien-Grand-Prix auch in Abu Dhabi, genügt Hamilton ein zweiter Platz, um seinen zweiten WM-Titel nach 2008 sicherzustellen. Wird der Brite bei einem Sieg seines Teamkollegen aber nur Dritter, dann ist der Deutsche erstmals Weltmeister. Fällt Hamilton aus, muss Rosberg mindestens Fünfter werden, um das Blatt im Titelkampf im letzten Moment noch zu wenden.

Der Unterschied zwischen Hamilton und Rosberg sind vor dem großen Showdown auf dem Yas Marina Circuit nicht allein die 17 WM-Punkte. In puncto Fahrstil sind sich die beiden Mercedes-Teamkollegen zwar grundsätzlich ähnlich, beim Setup gehen sie im Detail aber andere Wege. Hamilton kommt mit einem übersteuernden Auto besser zurecht als Rosberg. Der Brite bevorzugt eine Bremsbalance, die stärker auf die Hinterachse verlagert ist, Rosberg genau umgekehrt.

Paddy Lowe

Paddy Lowe wurde Hamiltons Talent schon beim ersten McLaren-Test bewusst Zoom

Mercedes' Geschäftsführer Paddy Lowe, der vor seinem Wechsel zu den Silberpfeilen jahrelang Technikchef bei McLaren war und schon dort mit Hamilton zusammenarbeitete, erinnert sich: "Als Lewis zum ersten Mal ein Formel-1-Auto testete, konnten wir anhand der Datenaufzeichnungen erkennen, dass das Auto in den Anbremszonen und am Kurveneingang sehr instabil lag." Demnach hätten sich die damaligen McLaren-Stammfahrer Kimi Räikkönen und Juan Pablo Montoya "beim Zurückkommen in die Box über ein solches Fahrverhalten beschwert, doch Lewis erwähnte es gar nicht", wird Lowe von 'Sky Sports F1' zitiert.

Hamilton hat von Beginn an die Fähigkeit, Balanceprobleme eines Autos bis zu einem gewissen Grad zu umfahren. Er kann seinen Fahrstil schneller und besser auf sich veränderte Handlingscharakteristika anpassen als Rosberg. Dies wurde in der laufenden Saison mehrfach deutlich, zuletzt beim Grand Prix der USA in Austin, als Rosberg seine im Qualifying herausgefahrene Pole-Position unter Rennbedingungen nicht in einen Sieg ummünzen konnte. In Sao Paulo gelang ihm dies, dabei spielte ihm aber der Ausrutscher Hamiltons kurz vor dem zweiten Boxenstopp in die Karten.

Man darf gespannt sein, welcher der beiden Mercedes-Teamkollegen mit den Bedingungen in Abu Dhabi - Rennstart um 17:00 Uhr Ortszeit und Zieleinlauf bei Dunkelheit - am besten zurechtkommen wird beziehungsweise sich am besten auf diese wird einstellen können.