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  • 30.09.2001 22:11

Häkkinen siegt in Indianapolis vor Michael Schumacher

Der Finne holte seinen 20. Sieg vor Michael Schumacher und David Coulthard ? beide BMW-Williams-Fahrer schieden aus

(Motorsport-Total.com) - Bei wolkenlosem Himmel und herbstlich warmen 20 Grad Lufttemperatur wurde am Sonntag Mittag (Ortszeit) in Indianapolis der Grand Prix der USA gestartet. Nachdem Mika Häkkinen Startplatz zwei aberkannt worden war, standen die beiden Schumacher-Brüder zum vierten Mal in diesem Jahr zusammen in Startreihe eins. Doch zumindest der BMW-Williams-Fahrer konnte daraus keinen Profit schlagen. Er bog in die erste Kurve bloß als Vierter ein. Unterdessen verteidigte Michael Schumacher seine Führung knapp vor dem von Startplatz drei gestarteten Juan-Pablo Montoya.

Mika Häkkinen gewann in Indianapolis vor Michael Schumacher und David Coulthard das Rennen

Mika Häkkinen feierte in Indianapolis seinen 20. Sieg in der Formel 1 Zoom

Aus der ersten Runde kam Michael Schumacher als Erster vor Juan-Pablo Montoya, Rubens Barrichello, Ralf Schumacher, Mika Häkkinen und David Coulthard zurück. Doch schon in Runde drei schnappte sich Rubens Barrichello den Kolumbianer und ging eine Runde später auch an Michael Schumacher vorbei in Führung und konnte sich gleich absetzen. Schon nach 15 der 73 Runden hatte der Brasilianer 8,5 Sekunden Vorsprung zu seinem Teamkollegen und 11,3 Sekunden zu Juan-Pablo Montoya herausgefahren. Erst jetzt wurden die BMW-Williams-Fahrer auf ihren Michelin Reifen langsam schneller und rückten Stück für Stück wieder näher an Michael Schumacher heran. In Runde 20 führte Rubens Barrichello 10,9 Sekunden vor seinem Teamkollegen, der seinerseits 2,1 Sekunden nur noch vor Juan-Pablo Montoya lag, dem weitere zwei Sekunden dahinter Ralf Schumacher folgte.

Unterdessen musste Kimi Räikkönen seinen Sauber-Petronas bereits abstellen. Der Finne war nach dem Start mit Jarno Trulli und seinem Teamkollegen Nick Heidfeld aneinander geraten und beschädigte sich dabei das Auto. Bei der Ausfahrt aus der Boxengasse brach dann eine Antriebswelle.

In Runde 24 wurde bereits die erste Reihe der Boxenstopps eingeläutet, als Ralf Schumacher zu seinem ersten Boxenstopp an die Box kam. Bereits zwei Runden später folgte auch Juan-Pablo Montoya. Eine kleine Überraschung, hatte man doch im Vorfeld auf Grund der verlängerten Boxengasse erwartet, dass alle Topteams nur einen Boxenstopp machen würden.

Somit lagen plötzlich wieder Michael Schumacher und Juan-Pablo Montoya in Führung vor den McLaren-Mercedes-Fahrern Mika Häkkinen und David Coulthard, bis in der 33. Runde Juan-Pablo Montoya sich in einem engen Manöver am Ende der langen Start- und Zielgeraden am Ferrari-Fahrer vorbei in Führung quetschte. Sofort setzte sich der 26-jährige Kolumbianer vom Weltmeister ab und kam schon aus der 33. Runde mit 1,2 Sekunden Vorsprung zurück. In der 36. Runde gab der Indy-500-Sieger von 2000 die Führung aber schon wieder an Michael Schumacher ab.

In Runde 38 begann nun das Desaster vom BMW-Williams-Team. Zunächst drehte sich Ralf Schumacher von der Strecke und blieb im Kiesbett stecken. Nur eine Runde später wurde Juan-Pablo Montoya auf der Start- und Zielgeraden ganz langsam und musste seinen FW23 vermutlich mit einem Hydraulikschaden abstellen.

Erst in der 40. Runde kam Michael Schumacher zu seinem ersten und einzigen Boxenstopp an die Box, sodass die Zuschauer am Indianapolis Motor Speedway eine McLaren-Mercedes-Doppelführung von Mika Häkkinen und David Coulthard sahen. Coulthard stoppte in der 43. Runde, Mika Häkkinen kam in der 45. Runde zu seinem Boxenstopp an die Box und blieb dabei vor Michael Schumacher. In Führung lag nun Rubens Barrichello, der aber in der 51. Runde zu seinem zweiten Boxenstopp reinkam und so die Führung wieder an Mika Häkkinen abgab. Damit führte Mika Häkkinen 3,1 Sekunden vor Rubens Barrichello und 6,9 Sekunden vor Michael Schumacher.

Doch damit war das Rennen noch nicht gelaufen. Der F2001 von Rubens Barrichello verlor in den letzten Runden offenbar Öl, sodass Rubens Barrichello von Platz zwei aus immer weiter zurückfiel. Schließlich blieb Rubens Barrichello in der vorletzten Runde liegen und schied aus.

Unterdessen fuhr Mika Häkkinen das Rennen an der Spitze zu Ende und feierte nach 73 Runden seinen zweiten Saisonsieg nach Silverstone und seinen insgesamt 20. Sieg in seiner Formel-1-Karriere. Der seit Freitag 33 Jahre alte Finne fuhr zunächst ein unauffälliges Rennen, profitierte aber am Ende von dem großen Tankvolumen von seinem MP4-16, sodass er erst sehr spät an die Box kommen konnte. "Ich kann es immer noch gar nicht fassen, nachdem ich zunächst den zweiten Startplatz nach einem Missgeschick im Warm Up verloren hatte", sagte der überglückliche Finne. "Ich wollte hier einfach einmal gewinnen." David Coulthard kam nach dem Ausfall von Rubens Barrichello noch als Dritter aufs Podium. In Anbetracht von Startplatz sieben, von dem aus der Schotte losfuhr, ein sehr gutes Ergebnis.

Zweiter wurde so Michael Schumacher, der kurz vor Ende den zweiten Platz von seinem Teamkollegen übernahm und 11 Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel kam. "Ich freue mich für Mika", gratulierte der Rheinländer Mika Häkkinen. "Ich bin aber auch für Rubens enttäuscht. Er hätte heute Zweiter werden können."

Nach Startplatz acht kam Jordan-Honda-Fahrer Jarno Trulli am Ende der Startgeraden zunächst Kimi Räikkönen in die Quere und beschädigte sich seinen Frontflügel. Trotzdem kam der Italiener am Ende mit 57,4 Sekunden Rückstand auf Platz vier ins Ziel. Jean Alesi verpasste derweil knapp den Sprung in die Punkteränge. Der Franzose wurde in seinem 200. Grand Prix mit einer Runde Rückstand Siebter.

Jaguar-Racing-Fahrer Eddie Irvine bescherte Niki Lauda weitere zwei WM-Punkte. Der Nordire konnte sich in der Schlussphase gegen Nick Heidfeld behaupt und erreichte mit 1:12.4 Sekunden Rückstand das Ziel als Fünfter. Pedro de la Rosa (+ 1 Runde) kam derweil nicht über Rang zwölf hinaus.

Nick Heidfeld, der sich nach seinem zweiten Boxenstopp von Eddie Irvine überrumpeln ließ, bekam für Platz sechs immerhin noch einen WM-Punkt.

Nach den guten Startplätzen zwölf und zehn für das Benetton-Renault-Team gab es für Giancarlo Fisichella und Jenson Button in Indianapolis keine Punkte. Beide Fahrer waren auf einer Ein-Stopp-Strategie unterwegs und kamen mit einer Runde Rückstand zum Sieger auf den Plätzen acht und neun ins Ziel.

Heinz-Harald Frentzen verbrachte die letzten Runden hinter Jenson Button und fand bis zum Ziel keinen Weg am Benetton-Renault vorbei, sodass der Mönchengladbacher nach einem Boxenstopp mit einer Runde Rückstand als Zehnter ins Ziel kam. Auch Tomas Enge konnte seinen zweiten Formel-1-Grand-Prix beenden und hatte auf Platz 14 ebenfalls nur eine Runde Rücktand zum Sieger.

Für BAR-Honda-Fahrer Olivier Panis ging der Grand Prix der USA auf Platz elf zu Ende. Der Franzose, der einmal an die Box kam, startete vom 13. Platz aus und kam im Rennen nicht weit genug nach vorne, um Punkte erzielen zu können. Jacques Villeneuve erlebte unterdessen ein enttäuschendes Ende eines schwachen Wochenendes. Der Kanadier musste seinen BAR003 nach drei Boxenstopps und einer Kollision mit Pedro de la Rosa in der 48. Runde abstellen.

Arrows-Asiatech-Fahrer Enrique Bernoldi kam immerhin noch als 13. ins Ziel. Das Rennen von seinem Teamkollegen Jos Verstappen war nach 45 Runden mit einem technischen Problem zu Ende.

Einen Totalausfall hatte das European-Minardi-Team zu verbuchen. Fernando Alonso musste seinen PS01 schon nach 36 Runden abstellen, zwei Runden später war der Grand Prix der USA auch für Alexander Yoong zu Ende.

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