Haas-Teamchef Steiner übt Kritik am Formel-1-Testverbot

Ohne Erfahrungswerte mit Strecken und Materialien tun sich Neulinge wie Haas in der Formel 1 schwer - Teamchef Günther Steiner pocht auf mehr Testfahrten

(Motorsport-Total.com) - Mit 29 Zählern und WM-Platz acht blickt Haas auf eine erfolgreiche Debütsaison in der Formel 1 zurück. Dabei hätte es durchaus noch besser laufen können, wären da nicht die Zuverlässigkeitsprobleme und vor allem Bremsdefekte gewesen. Diese machten den Haas-Piloten Romain Grosjean und Esteban Gutierrez derart zu schaffen, dass man während der laufenden Saison auf neues Material zurückgriff, um die Probleme zu beheben.

Titel-Bild zur News: Romain Grosjean

Haas hatte in seiner ersten Formel-1-Saison immer wieder Bremsprobleme Zoom

Doch eine merkliche Besserung wollte sich nicht einstellen. Noch in Abu Dhabi beim Saisonfinale der Formel 1 Ende November traten die Bremsprobleme erneut auf und ließen vor allem Grosjean ratlos zurück. "Ich weiß nicht, warum ich das Auto zweimal verloren habe", fluchte der Franzose damals über den Funk, als er erst in der Schikane geradeaus fuhr und sich anschließend in Kurve eins rausdrehte.

Haas-Teamchef Günther Steiner weiß, woran es fehlt, um das Problem dauerhaft und zuverlässig zu beheben: Trainingszeit. "Wenn wir zwei Tage lang testen könnten, dann würden wir sicherlich schneller lernen", mutmaßt der Südtiroler. "Aber wir haben lediglich die Freitage. Da hat man drei Stunden und muss dabei auch noch die Reifen aussortieren. Das macht es sehr schwierig."


Fotos: Haas, Großer Preis von Abu Dhabi


Steiner weiß, dass eine Veränderung der Bremsanlage immer eine große Vorlaufzeit benötigt. Der limitierten Trainingszeit und der Tatsache, dass Haas als Formel-1-Neuling noch an ganz anderen Fronten zu kämpfen hatte, sei es geschuldet, dass man nicht größere Fortschritte gemacht habe: "Das ganze System ist so komplex, man kann nicht nach 20 oder 30 Runden sagen, welches System gut und welches schlecht ist."

So brachte auch der Wechsel des Bremsenherstellers von Brembo zu Carbon Industrie nicht den gewünschten Effekt. Hier bedarf es vor allem für die kommende Saison noch genauerer Anpassungen, betont Steiner: "Es ist bei der Hardware nur ein kleiner Unterschied, wie sie im Fahrzeug befestigt sind. Aber auf Seiten der Software ist der Unterschied groß. Man muss sich drauf einstellen, man muss lernen."

Dazu brauche man von Carbon Industrie vor allem Daten, die Auskunft darüber geben, wie sich die Bremsen mit welchem Programm aufheizen. Nur so könnten das Motorbremsenmapping und das Brake-by-Wire-System richtig eingestellt und angepasst werden. "Es ist ein schmaler Grat, denn man muss vorsichtig sein", sagt Steiner, der seine Hoffnungen nun auf die Ende Februar beginnenden Tests setzt.

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