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Haas-Team in der Formel 1: Fabriken nehmen Formen an

Verderben zu viele Köche tatsächlich den Brei? Das Haas-Team will gleich von drei verschiedenen Standorten aus operieren, sieht darin allerdings kein großes Problem

(Motorsport-Total.com) - 2016 will Gene Haas mit seinem Team in die Formel 1 einsteigen. Lange haben er und seine Crew also nicht mehr Zeit, das ambitionierte Projekt vollständig ans Laufen zu bringen. Immerhin sieht es in Sachen Infrastruktur mittlerweile ziemlich gut aus. Mit dem Erwerb der Marussia-Fabrik in Bradbury hat Haas nun auch seinen Sitz in Großbritannien, den er seit einiger Zeit gesucht hat.

Gene Haas

Gene Haas ist zuversichtlich, dass sein Formel-1-Projekt funktionieren wird Zoom

Fraglich ist allerdings, wie er das gigantische Gebäude überhaupt nutzen möchte, denn neben der Einrichtung in Bradbury ist das Team auch in Amerika und Italien aktiv. "Während der Thanksgiving-Ferien (2014; Anm. d. Red.) haben wir uns einige Fabriken in Großbritannien angesehen", verrät Haas im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' und ergänzt: "Letztendlich haben wir das Gebäude in Bradbury von Marussia gekauft. Das haben wir in der ersten Januarwoche abgeschlossen."

Auf die Frage, was genau dort passieren soll, antwortet Haas: "Eigentlich nur logistische Unterstützung, um die Autos zusammenzubauen, sie zu reinigen und für den Transport bereit zu machen." Dazu plane man in Großbritannien mit ungefähr 50 Mitarbeitern. Das Gebäude in Bradbury ist allerdings für deutlich mehr Personen auslegt und dementsprechend weiß Haas noch gar nicht, wie der ganze Platz überhaupt genutzt werden soll.

Fabrik in Bradbury ein einziges Chaos

"Das Gebäude in Bradbury verfügt über eine Grundfläche von 40.000 Quadratfuß (ca. 3.400 Quadratmeter; Anm. d. Red.), aber drinnen kommen bestimmt noch einmal 40.000 dazu", erklärt der US-Amerikaner. Abgesehen vom Gebäude selbst habe man allerdings kaum Teile von Marussia übernommen. Lediglich Gegenstände wie Kompressoren und die Klimaanlage habe man ebenfalls gekauft.


Fotos: Testfahrten in Jerez


Insgesamt bezeichnet Haas den Zustand der Fabrik allerdings als "Chaos" und erklärt, dass vieles "ineffizient" geplant gewesen sei. Daher müsste man das Gebäude sowieso komplett überholen. Während in Großbritannien noch die Aufbauarbeiten laufen, sind rund 50 Haas-Mitarbeiter bereits in Italien aktiv, um mit Dallara an den Autos für die Saison 2016 zu arbeiten.

"Dallara stellt uns die Ingenieure zur Verfügung, aber unser Chefdesigner ist dort." Günther Steiner

"Dallara ist ein Subunternehmen. Sie helfen uns dabei, die Autos zu designen. Sie haben keine Verantwortung, es liegt in unserer Hand", erklärt Haas und Teamchef Günther Steiner präzisiert: "Dallara stellt uns die Ingenieure zur Verfügung, aber unser Chefdesigner (Rob Taylor; Anm. d. Red.) ist dort." Laut Haas sei das kein ungewöhnlicher Prozess.

Enge Zusammenarbeit mit Dallara und Ferrari

"Viele Teams lassen Teile extern herstellen und wir verwenden Dallara", erklärt der 62-Jährige und antwortet auf die Frage, wie viel am Auto man denn letztendlich tatsächlich selbst herstellen würde: "Ich denke, dass es erst einmal klein anfangen wird. Aber den Plan ist, in ungefähr drei Jahren circa 75 Prozent selbst zu produzieren."

Spätestens dann wird sich auch zeigen, ob das Konzept mit drei verschiedenen Standorten Früchte trägt. Denn Haas ist nicht nur in Italien und Großbritannien aktiv, natürlich befindet sich auch in der amerikanischen Heimat ein Standort. "Wir haben gerade den Formel-1-Teil des Gebäudes fertiggestellt. Alles ist einsatzbereit", berichtet Haas im Hinblick auf die US-Basis und ergänzt: "Wir werden die Arbeit aufnehmen und bei der der Fertigung der Teile für den Windkanal mit Dallara und Ferrari zusammenarbeiten."


Fotostrecke: Legendäre Formel-1-Teams a. D.

Laut Steiner werde man dort unter anderem "eine große CFD-Gruppe haben, denn in den Vereinigten Staaten findet man eine Menge guter Ingenieure, die sich mit CFD auskennen. Nicht speziell im Hinblick auf die Formel 1, aber mit CFD." Haas ergänzt: "Wir haben von Marussia auch einen CFD-Computer übernommen. Also haben wir einen Supercomputer, den wir benutzen können."

Dieser Computer befindet sich allerdings in Großbritannien und soll auch weiterhin dort bleiben. Ob in dieser Konstellation tatsächlich effektiv gearbeitet werden kann, wird sich erst noch zeigen müssen. Haas und Steiner sind jedenfalls zuversichtlich, dass das Konzept des Teams aufgehen wird.

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