powered by Motorsport.com
  • 11.10.2015 · 18:22

  • von Ryk Fechner

Grosjean schließt Augen bei Horrorcrash: Tolle Crashstruktur!

Nach seinem heftigen Unfall beim Formel-1-Grand-Prix von Sotschi 2015 lobte Romain Grosjean die Sicherheitsmaßnahmen in der Formel 1 - Maldonado punktet

(Motorsport-Total.com) - Der Formel-1-Grand-Prix von Russland 2015 bot eine Menge Action - und für das Team Lotus eine heftige Schrecksekunde, als Romain Grosjean in Runde zwölf einen heftigen Unfall überstand. "Die Technologie der Formel 1 ist so gut, dass du in einem Moment einen riesigen Schock erlebst und im nächsten hierher kommen und (beim Interview; Anm. d. Red.) sprechen kannst", lächelte der Franzose beim Interview mit 'Sky Sports F1' bereits wieder. Teamkollege Pastor Maldonado verzeichnete unterdessen mit Rang acht sein zweites Punkteergebnis in Folge.

Romain Grosjean © xpbimages.com
Romain Grosjean wirkte nach seinem Horrorcrash genau so positiv wie immer

"Wir verloren das Heck in den Hochgeschwindigkeitskurven. Jetzt müssen wir schauen, ob es mein Fehler war oder ob etwas nicht so funktioniert hat, wie es sollte", schildert Grosjean seinen Abflug, bei dem er nach eigenen Angaben die Augen schloss und nur noch auf den Aufprall wartete. Anschließend blieb der Franzose benommen im Auto sitzen, kletterte aber nach einigen Sekunden wohlbehalten aus dem Wrack dessen, was mal ein Lotus E23 war. Ein bandagierter Ellenbogen ist alles, was ihn vom Unfall zeichnet.

Sicherheitsmaßnahmen zahlen sich aus

"Wir waren alle sehr erleichtert, als wir ihn aus dem Auto springen sahen und er derselbe freudige Mensch wie immer war." Federico Gastaldi Stellvertretender Lotus-Teamchef

"Ich bin okay. Ich werde jetzt nicht in der Lage sein, einen Marathon zu laufen, doch ich bin sehr glücklich über den Schutz, den uns die Tecpro-Banden und die Crashstrukturen der Autos bieten", ist er nach seinem unfreiwilligen Test erleichtert. Im Vorfeld des Rennens hieß es von Lokalmatador Daniil Kwjat, dass dem Kurs in Sotschi die "Kurve für die Eier" fehle. Die schweren Unfälle von Grosjean sowie von Toro-Rosso-Pilot Carlos Sainz am Vortag widerlegen diese These zumindest dann, wenn den Fahrern leicht abseits der Ideallinie der Grip ausgeht oder etwas mit der Bremsbalance nicht stimmt.

"Für die Jungs ärgert es mich ein bisschen, da sie viel Arbeit mit dem Auto haben werden. Es ist nicht schön, heute keine Punkte eingefahren zu haben, aber wir werden untersuchen, was passiert ist", tut es ihm leid, dem finanziell geplagten Team einen teuren Spaß beschert zu haben. Dass der Unfall auf den neuen Frontflügel zurückzuführen war, den er sich nach einer Startberührung mit Sergio Perez holte, glaubt er nicht: "Da gab es keinen Zusammenhang. Es ging nur um den Frontflügel, der in Kurve eins beschädigt wurde."

"Vor mir spielte sich einiges ab und ich glaube, dass Perez nach rechts zog, um dem aus dem Weg zu gehen und dabei meinen Flügel traf. Das war unglücklich, aber ich glaube nicht, dass es etwas damit zu tun hatte", findet der 29-Jährige, der ab 2016 für die Neueinsteiger Haas ins Lenkrad greift. Stallgefährte Maldonado überstand das Rennen derweil ohne größere Zwischenfälle und fuhr einen sicheren achten Platz nach Hause, nachdem er im Qualifying mit Startplatz 14 gegenüber Grosjean das Nachsehen hatte, der von Position acht ins Rennen ging.

Maldonado punktet erneut, Teamführung erleichtert

"Es war heute etwas hart, doch wir haben uns zu Beginn für die richtige Strategie entschieden, indem wir mit dem weichen Reifen einen längeren ersten Stint fuhren", so der Venezolaner, der schon im Training die härtere der beiden Pirelli-Varianten der superweichen Version vorzog. "Leider verloren wir im zweiten Stint auf den superweichen Reifen viel Zeit", schildert er Handling-Probleme, die er erst im Verlauf des letzten Rennabschnitts unter Kontrolle bekam. Auch für die letzten Rennen der Saison nimmt sich Maldonado vor, seinen Ruf zu verbessern: "Wir haben heute gepunktet, was sehr schön für das Team ist. Hoffentlich können wir in den kommenden Rennen daran anknüpfen."


Großer Preis von Russland

Für den Stellvertretenden Teamchef Federico Gastaldi rückt die sportliche Ausbeute in den Hintergrund, obwohl man nach der starken Fahrt von Sergio Perez in der Konstrukteurs-WM Boden auf die direkte Konkurrenz von Force India und somit den Anschluss an Rang fünf verlor: "Das Wichtigste am heutigen Tag ist, dass Romain nach seinem Unfall okay ist. Wir waren alle sehr erleichtert, als wir ihn aus dem Auto springen sahen und er derselbe freudige Mensch wie immer war."

Dennoch nimmt er die ansteigende Formkurve Maldonados in den Rennen zur Kenntnis: "Pastor hatte ein solides Rennen und fuhr von einer weniger als idealen Startposition in die Punkte. Das war eine gute Vorstellung von ihm."