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Grosjean erklärt: So kam es zum Crash hinter dem Safety-Car

Haas-Pilot Romain Grosjean ist bitter enttäuscht nach seinem Fehler im Grand Prix von Baku - Sergio Perez im Force India (P3) wäre in Reichweite gewesen

(Motorsport-Total.com) - Haas-Pilot Romain Grosjean hätte einer der Nutznießer des chaotischen Rennverlaufs von Baku werden können. Der Franzose startete aufgrund eines Hydraulik-Problems und Getriebewechsels im Qualifying nur von der letzten Position, zwischenzeitlich kämpfte er sich dann aber auf den sechsten Platz nach vor, bevor er während der letzten Safety-Car-Phase seinen VF-18 in die Mauer versenkte.

Romain Grosjean

Romain Grosjean konnte das Rennen in Baku nicht beenden: Null Punkte Zoom

"Nein", schrie der leidgeprüfte Haas-Pilot in seinen Teamfunk. "Was ist da gerade passiert?", fragte er sich in Runde 43. In der Safety-Car-Phase nach dem Red-Bull-Crash lag er auf starkem Punktekurs. Insgesamt konnte er 14 Positionen gegenüber dem Start gutmachen. Vor allem weil Grosjean schon in Runde zwei an die Box ging und von Soft auf Supersoft umsteckte. Der rote Pneu schien gut zu funktionieren. Der Haas profitierte von Boxenstopps und Scharmützel der Konkurrenz. Und zeigte eine gute Pace.

Das spülte ihn schon in Runde zwölf in die Top 10. Im Gleichschritt mit Force-India-Pilot Sergio Perez schob er sich kontinuierlich weiter nach vor. In Runde 40 stoppte er schließlich ein zweites Mal, er steckte auf frische Ultrasoft-Reifen für den Endspurt um. Doch schon drei Runden später war das Rennen für Grosjean beendet. In der Mauer zwischen den Kurven 12 und 13 baute er seinen Dienstwagen ein.

Steiner: Leise Kritik an den Piloten

"Ich habe meine Reifen aufgewärmt. Dabei bin ich an einem Schalter angekommen und habe die Einstellung um zwei Grad verändert. Als ich dann das Auto verlangsamen wollte und auf die Bremse stieg, war die Bremsbalance hinten blockiert, dadurch die Hinterreifen und ich landete in der Mauer", schildert Grosjean am Sonntagabend bitter enttäuscht. "Es tut mir so leid für das Team. Wir haben bis dahin ein tolles Rennen."

Haas-Teamchef Günther Steiner wird nach dem Rennen mit der Frage konfrontiert, ob einem Fahrer so ein Fehler passieren dürfe? "So einen Fehler erwartet man von niemandem, auch keinem Rookie. Ich möchte mich aber nicht zu sehr darüber aufregen, weil ich mir zuerst ansehen muss, was passiert ist." Steiner gab an, nicht genau zu wissen, was beim Aufwärmen der Reifen hinter dem Safety-Car passiert sei. Er wollte sich auch auf keine Diskussion einlassen, ob der Ausfall durch einen Fahrfehler von Grosjean verursacht wurde: "Es sieht so aus."

Versteckt übt er dann aber sehr wohl Kritik an seinen Piloten, indem er sagt: "Generell glaube ich nicht, dass wir das Potenzial des Autos im Moment voll ausschöpfen, um in die Punkte zu fahren. Wir sollten eigentlich dabei sein. Jeder sieht das, weil das Auto sehr gut abliefert." Für die Aufholjagd von Grosjean sei der Speed des Haas-Boliden verantwortlich. Nach dem Safety-Car fand er sich plötzlich auf Schlagdistanz zum späteren drittplatzierten Perez ein.

Perez-Podium für Grosjean "sehr schmerzhaft"

"Im Endeffekt fahren wir aber mit nichts nach Hause", muss Steiner enttäuscht feststellen. Grosjean war mit seiner Position im Rennen ebenfalls sehr zufrieden. Hinter dem Safety-Car wollte er sich auf den finalen Angriff auf Perez vorbereiten. Der Mexikaner beendete das Rennen schließlich auf dem Podium. "Perez auf dem Podium zu sehen, das tut schon sehr weh. Es ist so hart, wenn man so viele Punkte verliert und hinter dem Safety-Car crasht", bemerkt er frustriert. Grosjean steht somit weiterhin bei null Punkten in der WM-Tabelle.


Fotos: Haas, Grand Prix von Aserbaidschan, Sonntag


Ging in Baku vielleicht das erste Haas-Podium in der Teamgeschichte leichtfertig verloren? "Daran will ich nicht denken. Realistisch betrachtet, hätten wir Fünfter oder Sechster werden sollen. Aber darüber können wir nur spekulieren", bleibt Steiner nüchtern. Nachdem die Piloten bereits nach dem Qualifying ihr vielfaches Pech in der Saison 2018 ansprachen (Boxenstopp-Fauxpas, lose Teile, strategische Fehler), will der Teamchef nicht den Oberpsychologen mimen.

"Ich werde jetzt nicht über Psychologie sprechen, das werde ich jetzt unbeantwortet stehen lassen", antwortet er auf die Frage, wie Grosjean wohl mit dieser bitteren Niederlage umgehen werde. Beim nächsten Rennen in zwei Wochen in Spanien wird er die nächste Gelegenheit bekommen, um die verlorenen Punkte wieder gutzumachen.

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