powered by Motorsport.com

Sauber: Ericsson versteht Bestrafung nach "Rennunfall" nicht

Marcus Ericsson ist verärgert über die Strafe der FIA-Rennkommissare und versteht seine 10-Sekunden-Strafe nicht - Grosjean-Anschuldigung sei "lustig" gewesen

(Motorsport-Total.com) - Während sein Teamkollege Charles Leclerc als "Fahrer des Rennens" gelobt wird, ärgert sich Marcus Ericsson über die FIA-Kommissare und seine Strafe im Grand Prix von Aserbaidschan in Baku. Nach einem Zwischenfall mit Haas-Pilot Kevin Magnussen zu Rennbeginn hätte er den Vorfall als Rennunfall eingestuft. Der Sauber-Pilot rettete am Ende mit einem beschädigten Auto schließlich noch Platz elf ins Ziel. Besonders amüsiert ihn aber der Unfall von Romain Grosjean, für den der Schwede auch verantwortlich gemacht wurde.

Marcus Ericsson

Marcus Ericsson kann seine 10-Sekunden-Strafe nicht verstehen Zoom

Zu Rennbeginn kamen sich Ericsson im Sauber und Magnussen im Haas in Kurve 2 gefährlich nahe. "Ich habe meine Räder blockiert und bin ihn in reingefahren. Das passiert schon mal in der ersten Runde. Vor einem Jahr ist er in Australien sehr ähnlich in mich reingefahren, dort war es ein Rennzwischenfall, weil das am Start des Rennens passiert ist. Jetzt bekomme ich eine Strafe", versteht der 27-Jährige die Welt nicht mehr.

Er spekuliert: "Vielleicht haben sie die Art und Weise verändert, wie sie sich solche Sachen anschauen." Allerdings muss er auch eingestehen: "Es war mein Fehler. Ich bin danach zu Kevin gegangen und habe mich entschuldigt." Ericsson konnte aus der Kollision allerdings auch keinen Vorteil ziehen, denn: "Mein Unterboden war danach beschädigt, außerdem das Auto auf der rechten Seite, danach musste ich irgendwie überleben. Das Auto war sehr schwierig zu fahren."

Sauber hätte erstmals seit China 2015 wieder doppelt gepunktet

Nach der Berührung ging der Sauber-Pilot in der Safety-Car-Phase an die Box. Dort steckte er von Supersoft auf Soft um, später stoppte er in Runde 18 und 36 noch jeweils einmal für Ultrasofts. Zusätzlich zur Beschädigung des Autos musste Ericsson eine Zeitstrafe von zehn Sekunden verbüßen, die ihm für die Kollision aufgebrummt wurde. Durch die vielen Zwischenfälle wurde er zu Rennende dennoch auf Platz elf gespült.

Marcus Ericsson, Kevin Magnussen

Nach dem Rennen: Ericsson entschuldigt sich bei Magnussen für die Kollision Zoom

"Viele Autos sind zurückgefallen. Ich hatte so viele Probleme durch die Beschädigung des Autos, jede Runde habe ich nur versucht, weiterzumachen. Da Autos immer wieder ausgeschieden oder zurückgefallen sind, wollte ich ohne Fehler einfach nur durchkommen. Als das Safety-Car rauskam, konnte ich ein paar Autos überholen, am Ende war ich eine halbe Sekunde von den Punkterängen entfernt", ärgert er sich. Tatsächlich fehlten auf das erste doppelte Sauber-Punkteergebnis seit China 2015 nur 0,482 Sekunden im Ziel. "Das war ein sehr schwieriger Nachmittag mit einem beschädigten Auto von Anfang an", resümiert der Schwede.

Nicht nur die Beschädigung am C37 hat Ericssons Leistung geschmälert, auch mit dem Reifenmanagement hatte er Mühe. "Mit frischen Reifen war es etwas besser, aber wir alle sind mit Beschädigungen rumgefahren und wollten einfach nur überleben." Insgesamt sei es sehr schwierig gewesen, die Reifen ins Temperaturfenster zu bringen. Der Sauber hatte vor allem auf den weicheren Mischungen Probleme. "Die Reifen sind so knifflig, weil sie so leicht an Temperatur verlieren. Das ist ein schmaler Grad. Man muss aggressiv bleiben, damit sie genügend Temperatur haben, aber auch nicht zu aggressiv sein, weil man das Auto sehr leicht verlieren kann."

Ericsson über Grosjean-Crash: "Habe Superkräfte!"

Genau das ist Romain Grosjean in der Safety-Car-Phase passiert. Der Franzose ist beim Aufwärmen der Reifen in die Mauer gekracht. Anfänglich wurde vom Haas-Renningenieur vermutet, dass Ericsson den VF-18 berührt haben könnte. Doch später war auf den TV-Bildern deutlich zu erkennen, dass der Sauber unschuldig war. Ericsson kostete die Unterstellung ein mildes Lächeln. "Ich habe den Grosjean-Vorfall gesehen, wo ich ihn angeblich auch getroffen hätte. Anscheinend habe ich also Superkräfte. Immer wenn etwas passiert, beschuldigt mich Grosjean dafür. Das ist mir jetzt schon sehr oft passiert", wundert sich der Skandinavier. "Das war aber eigentlich ganz lustig, weil klar zu sehen war, dass ich zu weit hinten war."


Grand Prix von Aserbaidschan

Auch nach dem etwas verkorksten Rennen von Ericsson darf sich Sauber über weitere Punkte von Leclerc freuen. Der Monegasse habe einen tollen Job gemacht, muss auch sein Teamkollege anerkennen. Er freut sich, dass der Rookie bei der Auto-Entwicklung mit ihm an einem Strang zieht. "Generell fahre ich lieber mit mehr Untersteuern", verrät Ericsson und fährt fort: "Er hat nun ebenfalls diese Richtung eingeschlagen und es scheint auch für ihn gut zu funktionieren."

Generell müsse Sauber noch ergründen, warum das Auto im Renntrimm deutlich besser funktioniert als im Qualifying. "Wir haben immer noch mehr Probleme auf einer schnellen Runde als im Rennen. Charles hat einen wirklich guten Job im Qualifying gemacht, dennoch sind wir immer noch stärker im Longrun." An den Sonntagen habe Sauber ein konkurrenzfähiges Auto, um im Kampf ums Mittelfeld eingreifen zu können, glaubt Ericsson. "Charles' Pace heute war sehr stark. Wenn wir eine gute Ausgangsposition für das Rennen haben, können wir stark abliefern."

Neueste Kommentare