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Grosjean eingeschüchtert: Verhaltenes Rennen in Südkorea

Nach zahlreichen vielkritisierten Aktionen lieferte Romain Grosjean in Yeongam ein lupenreines, fast schon eingeschüchtert wirkendes Rennen ab

(Motorsport-Total.com) - Nachdem er trotz seiner Sperre für Monza vergangene Woche in Suzuka wieder "zuschlug" und in der ersten Kurve Mark Webber und Nico Rosberg ins Gehege kam, musste sich Romain Grosjean einige Tage lang scharfe Kritik anhören. Diese ging sogar so weit, dass ihn Sponsor Total laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' enorm unter Druck setzte und damit drohte, bei einem erneuten Fehltritt 2013 Charles Pic ins Lotus-Cockpit zu befördern.

Romain Grosjean und Nico Hülkenberg

Immer schön Abstand halten: Romain Grosjean agierte heute extrem vorsichtig Zoom

Doch beim Grand Prix von Südkorea war Grosjean sichtlich bemüht, keine Dummheiten anzustellen. "Grosjean ist heute vorsichtig gefahren", fiel zum Beispiel Rosberg auf, der dafür diesmal von Kamui Kobayashi abgeschossen wurde. "Er war vor mir und ich wusste gar nicht mehr, wo ich hin soll!" Und auch Experte Marc Surer findet, dass der Lotus-Pilot "eher zu brav" war: "Es war auffällig, dass er wohl die gelbe Karte vorne ins Cockpit geklebt hatte."

Eine defensive "Grundprogrammierung" nach den vergangenen Zwischenfällen streitet Grosjean übrigens gar nicht ab: "Es war sicher nicht der einfachste Morgen des Jahres. Ich hatte viel Druck und habe mir vorgenommen, mit niemandem aneinanderzugeraten. In der Startaufstellung habe ich dann nur noch versucht, mich zu entspannen. Es war ein wichtiges Rennen für mich ohne Schwierigkeiten am Start. Das muss ich jetzt noch vier weitere Male zeigen und unser Potenzial umsetzen."

Teamchef Eric Boullier, der Grosjean als Chef von dessen Management-Firma Gravity Sport bereits seit Jahren unterstützt und letztendlich auch dessen Rückkehr in die Formel 1 ermöglicht hat, fühlt sich "erlöst", dass es heute in Südkorea zu keinem erneuten Knall kam: "Auf Romains Schultern lastete gewaltiger Druck. Aber er ist hervorragend damit umgegangen und hat genau das getan, was wir von ihm erwartet haben", lobt er.


Fotos: Romain Grosjean, Großer Preis von Südkorea, Sonntag


"Es tut gut, zu sehen, dass er genau die richtige Reaktion gezeigt und sein Potenzial abgerufen hat. Nach dem Rennen hat ihm jeder gratuliert, als hätte er gerade gewonnen", so Boullier über den siebten Platz des 26-Jährigen. Und weiter hält er fest: "Er ist im gesamten Rennen vorsichtig gefahren. Das ist für sein Selbstvertrauen sicher Gold wert - von den Punkten für den siebten Platz ganz zu schweigen."

Wie vorsichtig Grosjean war, sah man am besten in jener Situation, als er Lewis Hamilton überholen wollte - und am Ende Nico Hülkenberg an allen beiden vorbeiging. "Da war er schon vorne, hätte er richtig reinziehen können", analysiert Surer, für den die Aktion von Hülkenberg "das Manöver des Rennens" war. Aber der ehemalige Formel-1-Pilot hält fest: "Grosjean war vorsichtig, fuhr für seine Verhältnisse ein sehr verhaltenes Rennen."

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