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Griechenland bemüht sich um Grand Prix

Trotz Wirtschaftskrise werden die Pläne um ein Rennen im Hafen von Piräus konkreter - Die Projektleiter wehren sich gegen Gerüchte um türkische Investoren

(Motorsport-Total.com) - Griechenland leidet unter den Folgen der Wirtschaftskrise. Umso überraschender kommt es da, dass die Helenen Pläne vorantreiben, in Zukunft ein Formel-1-Rennen auszutragen. Der Kurs soll rund 17 Kilometer von der Hauptstadt Athen entfernt im Hafen von Piräus entstehen. Da Griechenland zu einem großen Teil vom Tourismus lebt, will man den Grand Prix nutzen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, schließlich gingen auch die Urlauberzahlen durch die Krise zurück.

Sebastian Vettel

Werden im Hafen von Piräus in Zukunft die Motoren aufheulen?

Der Abgeordnete Kostas Tzavaras erklärt die Hintergründe hinter dem Rennen im Bezirk Drapetsona: "Für diese Regierung muss es die Priorität sein, Instrumente zur Entwicklung zu kreieren. In dieser kritischen Zeit für unser Land ist jede Bemühung willkommen, die Griechenland hilft und internationales Interesse anzieht. Die Perspektive, ein Formel-1-Rennen in Drapetsona auszutragen, erhöht den Anspruch, unser Tourismusangebot durch die Bewerbung des historischen Hafens von Piräus und die Renovierung der Region zu verbessern. So ein Projekt wurde neue Jobs bringen und unser Land auf der internationalen Bühne neu präsentieren."

Pläne bereits bei FIA eingereicht

Bereits im Juni 2011 wurden die Pläne präsentiert - im November wurde ein offizieller Antrag bei der FIA eingereicht. Die Rennstrecke soll in einem Gebiet entstehen, das 210.000 Quadratmeter groß ist und früher eine Zementfabrik und Tanks für Heizöl beherbergte, und 5,2 Kilometer lang sein. Der Stadtkurs, der zu 70 Prozent über öffentliche Straßen führen soll, wird gegen den Uhrzeigersinn gefahren und umfasst 13 Link- und zwölf Rechtskurven. 130.000 Zuschauer sollen Platz finden.

Zuletzt gab es vor allem im griechischen Nachbarland Türkei viel Aufregung um Spekulationen, wonach Bürgermeister Lukas Canis beim türkischen Motorsportverband TOSFED um praktische und finanzielle Unterstützung angesucht haben soll. Laut Medienberichten soll es regelmäßige Gespräche zwischen Canis und TOSFED-Präsidenten Mumtaz Tahincioglu, der das geplante Grand-Prix-Gelände auch besucht haben soll, gegeben haben.

Griechen dementieren Gerüchte um türkische Investoren

Doch nun folgte ein Dementi der griechischen Organisatoren via Pressemitteilung. Darin erklärt die Projekt-Betreiberfirma Dielpis, dass man "keine Unterstützung oder Ratschläge von Personen" brauche, "die großteils darin versagt haben, das wirtschaftliche Management aufzubauen, wie man beim Kurs in Istanbul gesehen hat. Die angebliche Beteiligung eines türkischen Investors dient natürlich nur den Interessen derer, die sich einen weiteren Betrieb des Kurses in Istanbul wünschen."

Statt türkischen Investoren, zu denen es angeblich nie Kontakte gab, wolle man vor allem griechische Investoren anziehen. Die Gerüchte hätten laut den Projektbetreibern dem Zweck gedient, die Bemühungen um den Bau einer griechischen Formel-1-Strecke zu sabotieren. Dass die Stellungname von Dielpis derart aggressiv ausfällt, darf nicht verwundern, schließlich sind die Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland - auch wegen des Zypern-Konflikts - seit fast einem Jahrhundert angespannt.

Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' gab es bereits Pläne, wonach Formel-1-Boss Bernie Ecclestone das Gelände im Hafen von Piräus im Juli diesen Jahres besichtigen sollte - dazu kam es allerdings nicht. Nun versuchen die Projektbetreiber, rund um den Grand Prix von Italien in Monza einmal mehr Kontakt zu Ecclestone aufzunehmen, um die Bemühungen voranzutreiben. Ende des Vorjahres scherzte der Zampano gegenüber dem 'Independent' über ein Rennen in Griechenland: "In Griechenland interessiert man sich ebenfalls für einen Formel-1-Grand-Prix. Die Deutschen werden ihnen etwas Geld leihen ..."