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Grand Prix Australien: Sydney will Melbourne ausstechen

Es gibt Pläne, den Australien-Grand-Prix in Sydney vor der Kulisse des berühmten Opernhauses auszutragen - Der Abgang von Ron Walker könnte dies begünstigen

(Motorsport-Total.com) - Findet der Grand Prix von Australien bald in Sydney statt? Nicht ausgeschlossen, denn der Premierminister des Bundesstaates New South Wales, Mike Baird, hat entsprechende Pläne in der Schublade. "Ich will, dass die Formel 1 in Sydney fährt", sagt er. "Keine andere Stadt der Welt könnte eine spektakulärere Kulisse bieten."

Melbourne

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Damit meint er das berühmte Opernhaus und die Harbour-Bridge - die Strecke, die an die Straßenkurse von Singapur oder Monaco erinnern soll, würde rund fünf Kilometer lang sein. Bedingung ist aber zunächst, dass Baird im März wiedergewählt wird. "Wir wissen, dass weltweit rund 30 Millionen Menschen zuschauen würden. Davor müssen wir aber alles beisammen haben, ehe wir ein Angebot machen."

Das Timing könnte günstig sein, denn mit Ron Walker tritt dieses Jahr der Vorsitzende der Australian Grand Prix Corporation zurück. Der Grand Prix findet nun zum 20. Mal in Melbourne statt. Als Erbe hat Walker einen Vertrag ausgehandelt, der von 2016 bis 2020 läuft. Das Rennen ist aber nicht unumstritten, daher könnte es bereits vorzeitig eine Änderung geben.

1980er-Jahre: Melbourne hatte Geheimvertrag

Interessant ist, dass Melbourne bereits 1983 mit Ecclestone einen Vertrag aushandelte, der Grand Prix von Australien dann aber zunächst doch in Adelaide stattfand. "Wir hatten einen unterschriebenen Vertrag, der jahrelang in Bernie Ecclestones Safe lag", bestätigt Walker gegenüber 'Fairfax Media'.

Der Grund, warum das Rennen zunächst aber doch bis 1995 in Adelaide ausgetragen wurde? Weil sich die Verantwortlichen in Sydney und Melbourne nicht einigen konnten, nutzte der damalige Premierminister von Süd-Australien, John Bannon, die Gunst der Stunde.

"Er sah den Vorteil, für Adelaide auf der ganzen Welt Werbung zu machen", erklärt Walker. "Sie hatten das Rennen für ein ganzes Jahrzehnt. Aber Bernie hat immer zu ihm gesagt: 'Du kannst das Rennen haben, solange du im Amt bist. Wenn du aber eine Wahl verlierst oder zurücktrittst, dann findet das Rennen woanders statt'. Er hat ihm nie gesagt wo." Als Bannon Ende 1992 zurücktrat, wurde tatsächlich kein neuer Vertrag unterschrieben, und die Formel 1 wechselte nach Melbourne.

Wie das Rennen nach Melbourne kam

Damals hieß es, dass Melbourne viel mehr für das Rennen zahlte, doch auch da widerspricht Walker: "Es ging überhaupt nicht ums Geld. Wir haben das gleiche bezahlt. Wir hatten aber ein anderes Publikum: Adelaide war ein nettes Rennen mit einer Art Dorf-Atmosphäre. Wir hatten da da einen größeren Blickwinkel."

Ecclestone und der inzwischen 75-jährige Walker kennen einander seit 1970. "Ich habe mit Bernie jahrelang darüber gesprochen, das Rennen nach Melbourne zu holen", sagt er. "Ich war regelmäßig bei ihm in London, ging mit ihm Mittagessen." Das sei auch das Geheimnis seiner guten Beziehung zum Formel-1-Boss. "Heute sprechen wir zwei oder drei Mal die Woche. Und zwar über alles Mögliche, auch Familiensachen."