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Glock: Wirth-Rauswurf "sehr positiv"

Timo Glock erklärt, warum er voll und ganz hinter der Kündigung von Technikchef Nick Wirth steht und wieso das Team sonst ohnedies gut aufgestellt war

(Motorsport-Total.com) - Es hatte sich bereits abgezeichnet, dass Marussia-Virgin unter Technikchef Nick Wirth keine große Zukunft vor sich hat. Der Brite lieferte nach dem enttäuschenden Debütjahr mit dem MVR-02 eine weitere Fehlkonstruktion, auch die Updates verbesserten die Performance des Rennstalls nicht. Nach dem Grand Prix von Monaco zog Teamchef John Booth dann die Notbremse und beendete die Zusammenarbeit mit Wirth Research.

Timo Glock

Glock hofft, dass es mit seinem Marussia-Virgin-Team endlich aufwärts geht

Für den talentierten Piloten Timo Glock, der mit Toyota drei Podestplätze einfuhr, bei Marussia-Virgin in zwei Jahren aber nicht über Platz 14 hinauskam, steht fest: "Das war die richtige Entscheidung." Gegenüber 'Autosport' legt der Deutsche die Gründe dar: "Wir alle wollen vorwärts kommen und das Team war mit der Performance des Autos nicht glücklich, daher traf man die Entscheidung."

Volle Konzentration auf 2012


Fotos: Großer Preis von Kanada


Er gibt zu, dass ein grundlegender Wechsel in der Strukur des Teams "nie das einfachste ist, aber um langfristig nach vorne zu kommen, ist er sehr positiv." Und genau darauf liegt nun der Fokus: Das Team nützt die restliche Saison 2011 wie im Vorjahr als Test, um unterschiedliche Dinge am Auto für das nächste Jahr auszuprobieren - mit einem entscheidenden Unterschied: Die Fäden zieht nun nicht mehr der in der Formel 1 so glücklose Wirth, sondern niemand geringerer als Pat Symonds, der mit Renault bereits Weltmeister wurde.

"Wir müssen versuchen, unseren gesamten Fokus auf das nächste Jahr legen." Timo Glock

"Das nächste Jahr ist das Ziel", stellt Glock klar. "Wir wissen, dass wir in ein paar Monaten nicht drei Sekunden finden werden, es soll aber die Trendwende für 2012 werden. Wir müssen versuchen, noch etwas aus diesem Jahr zu machen und unseren gesamten Fokus auf das nächste Jahr legen." Dass die Moral unter der zu erwartenden Misserfolgs-Serie in den restlichen Saison leiden könnte, befürchtet der Marussia-Virgin-Pilot nicht: "Wir haben letztes Jahr und zu Beginn dieses Jahres schon so schwierige Zeiten bewältigt. Wir wissen, dass wir damit umgehen können."

Glock lobt Umstrukturierung nach 2010

Dass man nun nicht mehr - wie bisher mit Wirth Research - mit einer fremden Firma zusammenarbeitet, sondern sich selbst um die Entwicklung des Autos kümmern muss, sieht Glock als Vorteil: "Das macht es für uns einfacher. Wir können jetzt schnellere Entscheidungen treffen, was zukünftige Entwicklungen angeht. Die Ingenieure an der Strecke wissen, was das Auto braucht. Wenn sie es also direkt machen können, dann ist das gut."

"Das Team hat, was es für die Zukunft braucht." Timo Glock

Jetzt muss man nur noch eines aufbringen: Geduld. "Das Team hat, was es für die Zukunft braucht", so Glock. "Wir haben bei der Umstrukturierung des Teams vom letzten auf dieses Jahr alles richtig gemacht, haben die richtigen Wechsel gemacht und haben jetzt die richtigen Leute in den richtigen Positionen. Das hat sich ausgezahlt. Wir können uns immer noch verbessern, aber das ist eine Stärke des Teams."