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Gerhard Berger über Masepin-Manöver: "Bei uns war das damals normal"

Gerhard Berger zieht einen Vergleich zwischen dem Masepin-Manöver und seiner eigenen Zeit und glaubt nicht, dass der Russe Mick Schumacher schlagen kann

(Motorsport-Total.com) - Der ehemalige Formel-1-Pilot Gerhard Berger sieht das harte Manöver zwischen Nikita Masepin und Mick Schumacher in Baku als nicht so dramatisch an und zieht einen Vergleich zu seiner eigenen Zeit in der Königsklasse: "Bei uns war das ganz normal. Da war das nicht nur in der letzten Runde so. Der Vordermann hat sich immer breit gemacht", sagt der Österreicher im 'AvD Motor & Sport Magazin'.

Mick Schumacher, Nikita Masepin

Zwischen Mick Schumacher und Nikita Masepin wurde es in Baku eng Zoom

Allerdings muss er dabei betonen, dass seine Zeit - Berger fuhr zwischen 1984 und 1997 in der Formel 1 - eine andere war als heute. Während mehr als ein Spurwechsel etwa heutzutage nicht mehr erlaubt ist, sei das damals kein Thema gewesen.

"Man hat die Seite zwei- oder dreimal ohne Probleme wechseln können. Man hat den anderen rausdrängen können. Da hat es zum Teil gar keine Kameras gegeben, die das gesehen haben", sagt Berger weiter. "Heute ist alles transparent, heute sieht man das - und es gibt auch andere Regeln."

Masepin hatte bei der Anfahrt auf Start/Ziel in Baku für Ärger bei seinem Teamkollegen gesorgt, weil er im letzten Moment noch nach rechts zuckte, als der Deutsche überholen wollte. Die FIA hatte sich die Szene im Nachhinein angeschaut, aber keine Strafe ausgesprochen. Daher sieht es auch Berger halb so wild.

Danner: "Das passiert Mick kein zweites Mal"

"Wenn es die Regeln verletzt hat, würden die Kommissare was machen. Und wenn sie nichts machen, wird es sich im Rahmen gehalten haben", sagt er. "Natürlich macht sich in der letzten Runde jeder breit. Natürlich versucht jeder seinen Platz zu verteidigen."

Und natürlich schimpfen die Fahrer laut ihm dann auch einmal, so wie es Schumacher nach dem Manöver getan hatte: "Natürlich beschimpft man dann, wenn man nicht vorbeikommt oder wenn man ein bisschen unter Druck gekommen ist. Alles ganz normal, braucht der Sport", sagt Berger.

Auch sein Ex-Kollege Christian Danner findet, dass Schumacher in der letzten Runde nicht erwarten kann, dass sein Teamkollege "den Blinker setzt und auf die Seite fährt", wie er sagt. "Das gehört unter das Kapitel Erfahrung." Er ist sich sicher: "Dem Mick passiert das aber kein zweites Mal. Das nächste Mal ist er vorbereitet und weiß, was passieren kann."

Berger: Man muss Masepin eine faire Chance geben

Bei Masepin war es aber der nächste Eintrag im Klassenheft. Der Russe hat in seiner ersten Formel-1-Saison schon mehrfach den Ärger auf sich gezogen und es mittlerweile geschafft, dass sich fast jeder Pilot schon über ihn beschwert hat. Zudem schwingt bei ihm immer wieder das Thema mit, dass er vor allem dank der Milliarden von Papa Dmitri in die Formel 1 gekommen ist.

Das Thema ist für Berger aber keines: "Dass er Milliardärssohn ist, hat ihm keine Strafe eingebracht. Er muss einen guten Job machen. Er muss seine Leistung bringen", sagt er. In der Formel 2 sei er mit Platz fünf zwar "kein Überflieger" gewesen, "aber auch nicht schlecht", so Berger. "Jetzt sitzt er in der Formel 1 und soll ganz normal seine Chance bekommen."


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Gegen Mick Schumacher tut sich Masepin aktuell jedoch äußerst schwer. "Mick Schumacher hat ganz klar gezeigt, dass er den Masepin im Griff hat und dass er sich in die Position der Nummer 1 gearbeitet hat", so der Österreicher. "Man sieht beim Mick: Er hat die Schumacher-Gene. Und Masepin wird Schumacher nicht schlagen."

Aber: "Nichtsdestotrotz macht er trotzdem einen ordentlichen Job und macht seine Fehler wie jeder im ersten Jahr. Man muss ihm schon eine faire Chance geben."

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