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George Russell: Anruf von Toto Wolff kam nachts um 2 im Bad

2 Uhr nachts im Bad erfuhr George Russell davon, dass er an diesem Wochenende Lewis Hamilton bei Mercedes ersetzen soll - 64 Anrufe allein am Dienstag

(Motorsport-Total.com) - Dass George Russell an diesem Wochenende Lewis Hamilton bei Mercedes ersetzen wird, ist beim Youngster noch nicht so recht angekommen: "Nein, nicht wirklich", lacht er. "Es ging alles so schnell", sagt Russell und spricht von "intensiven 48 Stunden".

George Russell

George Russell bekommt in Sachir die Chance, im Weltmeister-Auto zu sitzen Zoom

Denn bis Dienstag wusste der Brite selbst noch nichts von seiner Chance. Die kam dann mit einem Anruf von Motorsportchef Toto Wolff - und das mitten in der Nacht. 2 Uhr morgens klingelte Russells Telefon. Im Bett war er da noch nicht, aber im Badezimmer. "Das war ziemlich unangenehm", lacht Russell.

"Ich bin rangegangen und Toto sagte: 'George, bist du im Bad?' 'Ja, sorry, ich bin im Bad.' Wolff berichtete dem Williams-Piloten, dass Hamilton positiv auf das Coronavirus getestet wurde, es ihm aber gut gehe. Und dann kam die wichtige Nachricht für Russell: "Wir wollen, dass du fährst."

Die anschließende Nacht war für Russell eine ziemlich schlaflose, wie er erzählt. "Am Dienstag war ich ziemlich ungeduldig, ob wir einen Deal mit Williams eingehen können", sagt er. 64 Anrufe auf seinem Handy zeugen von einer aufregenden Zeit. Denn bei seinem Team steht der Brite natürlich unter Vertrag, doch Mercedes konnte sich mit dem Rennstall verständigen, Russell für das Rennen in Sachir auszuleihen.

Russell: "Das bedeutet mir eine Menge"

Und dass Mercedes das auf sich genommen hat, "bedeutet mir eine Menge", betont Russell. Denn Mercedes habe eine Menge investiert, um diesen Deal möglich zu machen. "Das weiß ich wirklich zu schätzen."

Denn mit der Freigabe war es nicht getan: "Es mussten Helme bemalt werden, Anzüge mussten gemacht werden und von Italien nach Großbritannien und Bahrain geflogen werden", erzählt Russell. "So viele Dinge mussten in so kurzer Zeit passieren. Und dass sie gewillt waren, all das zu tun, bedeutet mir eine Menge. Das muss ich mit meiner besten Performance zurückzahlen."

Auch Russells Eltern versuchten mitzuhelfen und fuhren einen Helm nach Brackley, der noch auf Russells Schrank stand. "Ich habe dann später herausgefunden, dass er nicht mehr homologiert war, trotzdem bin ich sicher, dass sie die Reise genießen und spüren, dass sie zu dem Wochenende beitragen", sagt er. "Sie freuen sich genauso wie ich."

Kleine Probleme mit der Größe

Im nächsten Schritt musste Mercedes dann das Auto an seinen neuen Fahrer anpassen - und das gestaltete sich schwieriger als erwartet. Denn für den 1,85 Meter großen Russell ist das Cockpit des kleineren Hamilton ziemlich eng.

"Auch meine Füße mit Schuhgröße 45 haben Probleme gemacht", erzählt er. Renningenieur Peter Bonnington scherzte: "Ich bin sicher, dass wir einige Anpassungen vornehmen können - an deinem Körper." Das war jedoch nicht das, was sich Russell vorgestellt hatte.

Die Lösung: "Ich muss also eine Schuhgröße kleiner tragen als ideal. Das ist etwas unangenehm, aber ich bin sicher, dass ich die Schmerzen für diese Möglichkeit aushalten kann", sagt er.

Noch nicht mit Hamilton gesprochen

Und Lewis Hamilton? Hat der sich nach der Ankündigung schon bei Russell gemeldet? "Nein, seit der Ankündigung nicht", verrät er. "Er hat seinen eigenen Plan und muss sicherstellen, dass er sich erholt. Es ist eine stressige Zeit für ihn. Wir haben nach meinem Zwischenfall in Imola ausführlich gesprochen. Ich habe eine gute Beziehung mit ihm und bin sicher, dass wir im Lauf des Wochenendes reden werden."

Für Russell ist es aber die nächste Runde in der Achterbahn Formel 1. Noch vor einigen Wochen sah es so aus, als könnte er sein Williams-Cockpit für 2021 verlieren, jetzt tritt er für das Weltmeister-Team an. Dass es ein "Märchen" sei, würde er aber so nicht sagen: "So sehe ich meine erste Möglichkeit bei Mercedes nicht."

"Es sind seltsame Umstände. Das Jahr war in vielerlei Hinsicht verrückt", meint er. "Auch bei meiner Karriere war es auf, ab, links, rechts, Mitte. Das ist eine weitere Wendung. Es ist immer noch etwas surreal."

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