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  • 05.10.2023 11:18

  • von F.Nugnes, Co-Autor: J.Noble, Übersetzung: R.Zimmermann

Für leichtere Formel-1-Autos: 18-Zoll-Reifen 2026 schon wieder Geschichte?

Die 18-Zoll-Reifen, die erst 2022 eingeführt wurden, könnten 2026 schon wieder abgeschafft werden - Eine Rückkehr zu 13-Zoll-Rädern wird es aber wohl nicht geben

(Motorsport-Total.com) - Die Formel-1-Chefs sind sich schon seit einiger Zeit darüber im Klaren, dass ein wichtiger Bestandteil der neuen Regeln ab 2026 eine Gewichtsreduzierung der Autos ist.

Titel-Bild zur News: Pirelli-Reifen für die Formel 1 im Vergleich

Zur Saison 2022 änderten sich die Dimensionen der Pirelli-Reifen Zoom

Während die Arbeit an der völlig neuen aktiven Aerodynamik läuft, die in Ergänzung zur neuesten Generation von Formel-1-Turbo-Hybridmotoren erforderlich ist, hat sich ein übergreifender Wunsch herauskristallisiert, den Trend zu immer schwereren Autos umzukehren.

Im Gespräch mit Motorsport.com Italien verriet Nikolas Tombazis, Vorsitzender der Einsitzerkommission der FIA, im vergangenen Monat, dass das Ziel einer Gewichtsreduzierung um 50 Kilogramm festgelegt wurde, was auch eine Änderung der Radgröße beinhalten würde.

"Mit den Dimensionen der Räder, die schmaler sein werden, sowie mit dem Heckflügel und dem Auto im Allgemeinen wollen wir das Gewicht der Autos um etwa 50 Kilogramm reduzieren", erklärte er damals.

"Es wird also möglich sein, kleinere einsitzige Autos zu sehen, kürzer und schmaler. Aber wir sprechen hier über Lösungen, die noch diskutiert werden müssen", so Tombazis.

"Wenn das Auto abspeckt, können wir die Kurvengeschwindigkeiten ein wenig reduzieren. Da sie leichter sind, werden sie auf der Geraden schneller fahren, aber weniger aerodynamischen Anpressdruck erzeugen. Wir werden also die Energierückgewinnung des Hybrids erhöhen müssen, um eine angemessene Rundenleistung zu gewährleisten."

Rückkehr zu 13-Zoll-Rädern wohl kein Thema

Wenn man sich seine Worte genau anhört, kann man sich eine ungefähre Vorstellung von der Vision für die Formel-1-Fahrzeuggeneration ab 2026 machen.

Es ist davon die Rede, dass der Radstand um 20 Zentimeter (von 3600 auf 3400 Millimeter) und die Breite um 10 Zentimeter (von 2000 auf 1900 Millimeter) verringert werden soll. Das wäre immer noch breiter als die schmalen Autos von 2016, die nur 1800 Millimeter breit waren.

Aber die Diskussion um schmalere Räder ist interessant, denn eine Verringerung der derzeitigen Reifenbreite (der vordere Slick ist 305 Millimeter breit, während der hintere 405 Millimeter breit ist) würde sich auf die Performance auswirken.

Schmalere Reifen werden dazu beitragen, den Luftwiderstand zu verringern. Dies ist einer der Bereiche, in denen die Formel 1 aufgrund des Leistungsabfalls, der durch das Reglement für die Antriebseinheit 2026 erwartet wird, hart arbeiten will.

Wenn der Reifen jedoch weniger breit wäre, hätte er auch eine geringere Aufstandsfläche in der Kurve, was zu weniger mechanischem Grip und damit zu einem Leistungsabfall führen würde.


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Ein womöglich besserer Weg, der aktuell geprüft wird, wäre es, die Reifengröße komplett zu ändern und sich von den 18-Zoll-Rädern zu verabschieden, die seit der Bodeneffekt-Ära Teil der Formel 1 sind.

Die Änderung der Reifengröße zur Saison 2022 hatte schätzungsweise 14 Kilogramm zusätzliches Gewicht für die Autos bedeutet - vor allem wegen der größeren Felgen.

Eine Rückkehr zu den 13-Zoll-Rädern, die bis 2021 verwendet wurden, ist nicht zu erwarten, aber ein guter Kompromiss könnten 16-Zoll-Räder sein.

Sollte das Gewicht das "Problem" der Teams sein?

Die kleineren Räder wären nicht nur leichter, sondern würden auch zu einer neuen Ästhetik der Fahrzeuge beitragen, die sich von der aktuellen Generation der Bodeneffekt-Fahrzeuge deutlich unterscheiden sollen.

Während die Formel-1-Verantwortlichen nach Möglichkeiten suchen, das Gewicht der Autos zu reduzieren, sind die Techniker der Meinung, dass dies eher den Teams überlassen werden sollte.

Der Technische Direktor von Mercedes, James Allison, sagte Anfang des Jahres über das wachsende Gewichtsproblem der Formel 1: "Es ist nicht super trivial, das Gewicht in die andere Richtung zu bewegen. Aber es ist besonders knifflig, sich technische Regeln auszudenken, die das Auto viel leichter machen werden."


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"Ich denke, der Weg, um [die Autos] leichter zu machen, ist, das Gewichtslimit zu senken und es zu unserem Problem zu machen. Wenn Autos über dem Grenzwert liegen, zwingt uns das alle dazu, ziemlich schwierige Entscheidungen darüber zu treffen, was wir in unsere Autos stecken und was nicht."

"Nicht jeder ist mit dieser Sichtweise einverstanden. Aber ich denke, das ist der sicherste Weg, um das Gewicht des Autos zu reduzieren", so Allison.