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Frentzen: "DTM ist spannender"

DTM-Neuzugang und Ex-Formel-1-Fahrer Heinz-Harald Frentzen erfreut sich am engen Wettbewerb in der DTM

(Motorsport-Total.com) - Nach zehn Jahren Formel 1 suchte sich Heinz-Harald Frentzen für die diesjährige Saison eine neue Herausforderung. Bei Opel fand der Mönchengladbacher in der DTM eine neue Heimat, und es scheint, als ob er der Formel 1 nicht nachtrauert. Fahrerisch erwartet der 36-Jährige keine Probleme, die er nicht bewältigen kann, auch wenn der Umstieg kein Kinderspiel ist. Sein 16. Startplatz für das erste Rennen zeigt, dass er noch viel Arbeit vor sich hat.

Heinz-Harald Frentzen

Heinz-Harald Frentzen startet sein erstes DTM-Rennen von Startplatz 16 Zoom

"Vom Fahrerischen stellt man sich schnell um - das dauert etwa zehn Runden", so Frentzen in der 'Welt am Sonntag', doch erst "im Saisonverlauf" wird er die Grenzen seines neuen Tourenwagens kennen lernen. Dabei erwarten Frentzen andere Belastungen als noch in der Formel 1, die jedoch auch positive Aspekte bereithalten.#w1#

"Die Querbeschleunigung war in der Formel 1 viel höher, aber im Tourenwagen sind die Temperaturen deutlich höher", erklärt er. "Um Gewicht zu sparen, verfügen die Fahrzeuge weder über Klimaanlage noch Wärmeisolierung, und man schwitzt stark. Bei Regen ist das natürlich angenehmer. In der Formel 1 sitzt man ja im Cabrio, und einige Regenrennen waren wirklich saumäßig kalt, wenn man durchnässt war."

Der größte Vorteil der DTM ist jedoch die Leistungsdichte des gesamten Feldes, enge Positionskämpfe sind somit an der Tagesordnung. "Anders als in der Formel 1, wo sich die Hersteller auf ganz verschiedenen Levels bewegen, liegen sie in der DTM schon vom Konzept her dicht beieinander", so Frentzen.

Dem Fahrer obliegt somit auch eine höhere Verantwortung, zumal er nicht auf eine Reihe von Fahrhilfen vertrauen kann. "In der DTM ist der Fahrer in jeder Sekunde in der Verantwortung und muss mehr leisten", erklärte er. Ein Abstieg ist der Wechsel in die DTM für Frentzen jedoch nicht, vielmehr sieht er seinen Tourenwageneinstieg als neue Herausforderung an.

"Es hätte auch Chancen in der Formel 1 gegeben", so Frentzen. "DTM ist ein ganz anderer Sport. Hier wird mehr auf Tuchfühlung gefahren, einige der Fahrer sollen auf der Strecke sehr kontaktfreudig sein." Dennoch blickt er Mönchengladbacher ohne Zorn auf seine Formel-1-Zeit zurück. "Meine Arbeit hat mir immer Spaß gemacht." Aber: "Wenn man jahrelang hinterherfährt, nagt das doch an einem."