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Formel 1 Ungarn 2016: Mercedes dominiert erstes Training

1,6 Sekunden vor dem Rest der Welt: Lewis Hamilton und Nico Rosberg dominieren den Auftakt auf dem Hungaroring vor Ferrari und Red Bull

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich gilt der kurvenreiche Hungaroring in der Nähe von Budapest als klassisches Anti-Mercedes-Terrain, denn in den vergangenen beiden Jahren haben Red Bull (2014) und Ferrari (2015) den Grand Prix von Ungarn (Formel 1 2016 live im Ticker) gewonnen. Doch im ersten Freien Training gaben diesmal die Silberpfeile klar den Ton an.

Lewis Hamilton

Lewis Hamilton sicherte sich die Bestzeit im ersten Training in Ungarn Zoom

Lewis Hamilton erzielte eine Bestzeit von 1:21.347 Minuten und war damit um 0,237 Sekunden schneller als Teamkollege Nico Rosberg. Das ist auf brandneuem Asphalt vor allem angesichts zu Beginn noch feuchter Bedingungen eine beeindruckende Zeit, denn 2015 wurde am Freitag nicht schneller als 1:23.949 Minuten gefahren. Auch damals war Hamilton am schnellsten, allerdings nur 0,351 Sekunden vor dem ersten Verfolger (Daniil Kwjat auf Red Bull).

Diesmal war Sebastian Vettel Dritter, allerdings mit 1,644 Sekunden Rückstand. Der Deutsche hatte mit dem Ferrari teilweise zu kämpfen, war am Ende um eine Zehntelsekunde schneller als Kimi Räikkönen. "Einen Hoffnungsschimmer gibt es", sagt Experte Marc Surer über Ferrari, "nämlich dass sie mit den roten Reifen länger fahren können. Aber das ist derzeit schwierig einzuschätzen. Das werden wir erst am Nachmittag genauer sagen können."

Ferrari positionierte sich zum Auftakt des Wochenendes vor Red Bull, wenn auch nur knapp. Daniel Ricciardo (+1,827) und Max Verstappen (+2,110) sicherten sich die Positionen fünf und sechs. "Wir wissen, dass Mercedes das Maß aller Dinge ist", sagt Teamchef Christian Horner, "aber unser Ziel ist, an diesem Wochenende den Punkterückstand auf Ferrari aufzuholen."

Gegen Mercedes sieht er kein Land: "Wir glauben, dass sie auch etwa Motorleistung gefunden haben, zumindest im Qualifying auf eine schnelle Runde. Da haben sie noch einen Schritt gemacht. In Sachen Renntempo waren wir in Silverstone nicht so weit weg von ihnen. Aber auf eine schnelle Runde werden sie auch hier wieder klar den Ton angeben", vermutet Horner.

"Der neue Asphalt", fügt er an, "hat die Rundenzeiten dramatisch gesenkt. Es geht ziemlich schnell zu da draußen. Die Reifenmischungen reagieren anders als früher. Wir sind bisher nur Soft gefahren, aber noch nicht Supersoft. Mercedes ist extrem schnell, das sieht man. Aber an Ferrari sind wir ziemlich nahe dran."Dem McLaren-Duo Alonso/Button fehlten zweieinhalb Sekunden. Das beweist auf einer kurvenreichen Strecke, wie gut das McLaren-Chassis ohne Honda-"Handbremse" ist.

Auch wenn beide Fahrer mehrmals mit dem Handling zu kämpfen hatten: "Für mich bräuchte das Auto einen stärkeren Stabilisator, damit die Vorderachse mehr vom Lastwechsel übernimmt", analysiert Experte Surer. "Dann hast du mehr Untersteuern, aber das würde das Auto ruhiger machen." Immerhin: McLaren fährt zu Beginn sicher auf Top-10-Kurs, noch vor Romain Grosjean (Haas/+2,666) und Sergio Perez (Force India/+2,726), der wieder einmal um 0,047 Sekunden schneller war als Nico Hülkenberg (11.).

Williams schaffte den Sprung in die Top 10 nicht, ebenso wenig wie Sauber - trotz eines neuen Heckflügels am ersten Wochenende unter neuen Eigentümern. Ansonsten gab es keine nennenswerten Überraschungen. Abgesehen davon, dass ausgerechnet Mercedes die meisten Runden gedreht hat - trotz der Sorgen von Hamilton, dass er mit seinem Kontingent für diese Saison nicht auskommen wird...