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  • 14.06.2022 · 13:52

  • von M. Somerfield, Co-Autoren: G. Piola, N. Fischer

Formel-1-Technik: Warum sich Alpines Updates bald auszahlen sollten

Alpine setzte in Baku auf ein Low-Drag-Update, das ihnen dort einen hohen Topspeed bescherte, seine Wirkung aber wohl erst später entfalten wird

(Motorsport-Total.com) - Alpine kam mit einer Reihe von neuen Teilen zum Großen Preis von Aserbaidschan, die die aerodynamische Effizienz des A522 verbessern sollten, wobei der Schwerpunkt auf der Reduzierung des Luftwiderstands lag.

Alpine A522

Bei Alpines Update standen die Seitenkästen im Fokus Zoom

Dies ist auf eine Reihe von Strecken mit mittlerem/geringem Abtrieb zurückzuführen, sodass sich die Updates im Laufe der nächsten Rennen auszahlen dürften.

Die größte Änderung betrifft die Mitte des Autos, denn das Team hat den vorderen Teil des Seitenkastens neu gestaltet. Dies wird sich nicht nur auf die Kühlung auswirken, da der Einlass nun quadratischer ist, sondern hat auch mehrere aerodynamische Auswirkungen.

Um diese Neugestaltung zu erreichen, hat das Team die Länge des Seitenkastens erhöht und den vorderen Teil näher an die Vorderräder herangeführt.

Die Vergrößerung der Länge der Seitenkästen auf diese Weise führt zu einem geringeren Spielraum, da die Größe, Position und Form des Bodyworks durch die Vorschriften begrenzt wird. Dieses Designschema wurde jedoch bereits von AlphaTauri, Aston Martin und in gewissem Maße auch von Red Bull verfolgt.

Der Einlass mag zwar kleiner erscheinen als sein briefförmiges Vorgängermodell, aber das Volumen des vorderen Teils des Einlasses ist relativ ähnlich, da sich auch der Seitenkasten danach nach außen aufbläht.

Die zusätzliche Länge wirkt sich auch erheblich auf den externen Luftstrom aus, da das Bodywork den vom Vorderreifen erzeugten Sog besser lenken kann, insbesondere im Bereich des Unterschnitts, was sich wahrscheinlich auch auf die Leistung des darunter liegenden Unterbodens auswirkt.

Fernando Alonso

Die Heckflügel bei Alpine im Vergleich Zoom

Nicht neu, aber ebenfalls erwähnenswert sind die beiden seitlich am Halo angebrachten Winglets (Einschub im Bild ganz oben), die dazu beitragen, den Luftstrom zu korrigieren, während er vorbeizieht.

Viel Aufsehen erregte auch die neue Heckflügel-Spezifikation, die Alpine in Baku vorstellte, da die oberen Elemente deutlich weniger Platz im zulässigen Boxbereich beanspruchten, was zu einem Flügel mit kleinem Profil führte.

Im Vergleich zur Heckflügelkonfiguration mit geringerem Abtrieb, die zuvor in Dschidda und Miami verwendet wurde, hat dieser Flügel auch die hinteren Aussparungen an der Ecke, an die wir uns gewöhnt haben.

Fernando Alonso

Der Beam-Wing bei Alpine im Vergleich Zoom

Das Team überarbeitete auch das Design des Beam-Wings. Es ist das erste, das sich von dem gestapelten Layout inspirieren lässt, das Red Bull seit Beginn der Saison einsetzt.

Red Bull

Apropos Red Bull: Das Team hat für Baku ebenfalls Änderungen am Heckflügel vorgenommen, um den Luftwiderstand zu verringern, ohne dabei zu viel von dem Abtrieb einzubüßen, der notwendig ist, um im mittleren Sektor schnell zu sein.

Red Bull

Red Bull nahm am Beam-Wing die oberen Elemente weg Zoom

Dies führte dazu, dass eines der Modelle mit geringerem Abtrieb verwendet wurde, mit dem es im Freien Training erneut zu DRS-Problemen kam. Die wichtigste Änderung war jedoch die Verwendung nur eines einzigen unteren Elements für den Beam-Wing, da die oberen Elemente entfernt wurden.

Ferrari

Ferrari nahm auch Änderungen am F1-75 vor, um den Luftwiderstand auf der 2,2 km langen Geraden zu verringern, ohne die Leistung im Mittelsektor zu beeinträchtigen.

Ferrari-Heckflügel

Ferrari wollte den Luftwiderstand reduzieren, ohne Abtrieb einzubüßen Zoom

Um dies zu erreichen, setzte die Scuderia die neue Heckflügelkonfiguration ein, die bereits für Miami fertig war, aber nicht im Rennen eingesetzt werden sollte - sie bevorzugten eine Option mit höherem Abtrieb, um die Reifen zu schonen.

Die neue Spezifikation ist immer noch löffelförmig, aber wenn man die beiden Flügeldesigns vergleicht, stellt man fest, wie viel weniger Flügel im zulässigen Boxabschnitt vorhanden ist, während die flache Kante im mittleren Bereich der Hauptebene und des oberen Flaps viel breiter ist.

Mercedes

Mercedes kämpft schon die ganze Saison über mit einem Problem bei der Geschwindigkeit. In Miami führte das Team einen neuen Heckflügel mit geringerem Abtrieb ein, den es auch in Baku verwendete.

Mercedes-Heckflügel

Auch bei Mercedes legte man Wert auf einen neuen Heckflügel Zoom

Toto Wolff merkte jedoch an, dass seine Fahrer sagten, es sei wie mit einem Fallschirm am Heck des Autos zu fahren, da der W13 auf der 2,2 km langen Geraden bis zu 20 km/h langsamer war als die Konkurrenz.

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