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Formel-1-Technik 2015: Sitz

Teil 4 von 5 der Technik-Serie vor der Formel-1-Saison 2015: Warum Formel-1-Piloten nicht im Auto, sondern bei der Herstellung viel Sitzfleisch abverlangt wird

(Motorsport-Total.com) - Formel-1-Autos erreichen nicht nur immense Verzögerungswerte beim Bremsen, sondern sie ermöglichen auch Querbeschleunigungen in Kurven von über vier g. Während eines Rennens wirken diese Kräfte über eine Zeitspanne von eineinhalb bis zwei Stunden wiederholt auf die Fahrer ein. Eine perfekte Sitzposition ist ein absolutes Muss. Kleinste Druckstellen führen zu Schmerzen oder Muskelkrämpfen. Darum benutzt jeder Pilot seinen eigenen Sitz, der präzise auf seine Körpermasse angepasst ist.

Formel-1-Sitz

Sieht aus wie ein Auspuffrohr: In einer Sitzschale steckt aber viel mehr Technik Zoom

Bei der Herstellung eines neuen Sitzes verwendet man eine Basis-Sitzschale aus Kohlefaser, die mit einem Plastiksack ausgekleidet wird. Dieser enthält entweder einen Zwei-Komponenten-Schaum oder Styroporkugeln, die vakuumisiert werden. Der Fahrer setzt sich hinein und wartet, bis sich diese Masse langsam seinem Körper anpasst. Gleichzeitig werden immer wieder kleine Änderungen vorgenommen. Darüber hinaus werden auch die Position des Lenkrads sowie die Pedalerie eingestellt.

Wenn alles perfekt sitzt, lässt man den Sitzschaum beziehungsweise die Styroporkugeln aushärten. Eine solche Sitzprobe dauert für den Piloten zwischen einem halben und einem ganzen Tag. Der so entstandene Sitz stellt eine Übergangsversion dar, die für erste Testfahrten verwendet wird und als Prototyp für den dauerhaften Sitz dient. Zu dessen Herstellung wird die Innenfläche des provisorischen Sitzes elektronisch abgetastet. Daraus stellen die Ingenieure eine mathematische Fläche her.

Auf deren Basis wird die Form in einen so genannten Tooling-Block gefräst. Auf diesem entsteht dann durch das Auflegen einzelner Kohlefasermatten der definitive Sitz, der anschließend im Autoklaven gebacken wird. Als letzten Arbeitsvorgang erhält der Sitz sein Finish. Dazu gehört unter anderem das Fräsen der Öffnungen für die Sicherheits- sowie die Bergungsgurte und das Aufbringen einer etwa ein Millimeter dicken Polsterung. Das Gewicht eines fertigen Sitzes beträgt rund drei Kilogramm.

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