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"Formel 1 mit Anlasser": Palmer gelingt Motorneustart

Jolyon Palmer gelingt mitten im laufenden Freien Training ein Motorneustart aus eigener Kraft - "Fail B24, dann Restart," hilft die Renault-Crew über Funk aus der Ferne

(Motorsport-Total.com) - Während Kevin Magnussen ohne größere Auffälligkeiten in das Spa-Wochenende startet, kämpfte sein Teamkollege Jolyon Palmer am Freitag gleich mit zwei technischen Pannen. Am Vormittag tritt ein Problem mit der Antriebswelle auf, später streikt ein Benzindrucksensor am Renault-Boliden. Dieser sorgt dafür, dass sich der Motor vorsorglich abstellt, wie Renault-Renndirektor Frédéric Vasseur später verrät. Die beiden Probleme seien aber unabhängig voneinander aufgetreten, versichert der Rennstall.

Jolyon Palmer

Premiere: Jolyon Palmer gelingt Motorneustart mitten im Freien Training Zoom

Im ersten Freien Training meldet Palmer, dass sich beim Bremsen etwas "komisch" angefühlt habe. Der Bolide habe auf Höhe von "Les Combes" schon vor dem Bremsen nach rechts gezogen. Kurz darauf kann der Brite nur noch langsam in die Box zurückrollen. "Ich habe keinen Vortrieb mehr", klagt dieser über Funk. Das Team rät ihm, einen Gang runterzuschalten, was ihn bis in die Box rettet.

Palmer sorgt daraufhin am Freitagnachmittag für eine unfreiwillige Premiere: Nachdem der Motor des Renault-Boliden während des laufenden zweiten Freien Trainings ausgeht und der Wagen in der Auslaufzone ausrollt, gelingt dem Briten aus eigener Kraft der Neustart des Motors - Boxenfunk sei Dank.


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Das virtuelle Safety-Car ist bereits vorsorglich von der Rennleitung aktiviert, der Renault-Motor verbleibt zunächst im Leerlauf. "Habe Power verloren", funkt der Rennfahrer an sein Team. Die weiteren Schaltversuche des Briten bleiben zunächst erfolglos - der Motor schaltet sich aus. "Fail B24, dann Restart," kommt die Rettung über Funk. Tatsächlich gelingt es Palmer auf diese Weise, aus eigener Kraft den Motor neu zu starten und zurück in die Box zu fahren. "Formel 1 mit Anlasser", schmunzelt Marc Surer bei 'Sky'. Mehr als der 20. beziehungsweise 21. Platz war damit am Freitag für Palmer nicht mehr drin.

"Letztendlich haben wir am Nachmittag nicht so viel Zeit verloren." Jolyon Palmer

"Letztendlich haben wir am Nachmittag nicht so viel Zeit verloren," zeigt sich der 25-Jährige nach diesem Zwischenfall recht unbeeindruckt. "Wir hatten ein paar Probleme, aber wir konnten trotzdem unser Trainingsprogramm absolvieren. Wir erwarten nicht, dass wir an diesem Wochenende superschnell sein werden, aber wir wollen das Beste rausholen," schraubt der Rennfahrer seine Erwartungen an den Grand Prix von Belgien vorsorglich nach unten.

"Wir sind nicht dort, wo wir sein wollen," stimmt Teamkollege Magnussen zu. "Es sieht so aus, dass das eine harte Qualifikation werden wird. Der Reifenverschleiß scheint unser größter Schwachpunkt zu sein. Aber ich denke, dass alle darunter leiden," analysiert der Däne die Lage seines Teams. Selbst ohne technische Probleme kam Magnussen in den beiden Trainingssitzungen am Freitag nicht über den 19. beziehungsweise 20. Platz hinaus.

"Wir sind nicht dort, wo wir sein wollen." Kevin Magnussen

Ein neuer Frontflügel, der am Freitagvormittag von Palmer getestet wurde, soll das Team in Spa-Francorchamps endlich wieder nach vorne bringen. Das Team wolle die gesammelten Daten zunächst über Nacht auswerten. "Aber der Plan ist, diesen auch am Samstag zu benutzen," verrät Alan Permane, Operationsleiter bei Renault, über den neuen Frontflügel in Belgien.