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Formel-1-Experte bezweifelt Mittelfeld-Deal: Vettel "wird aufhören müssen"

Gary Anderson erklärt, warum Sebastian Vettel nicht zu einem Mittelfeld-Team wie Renault wechseln wird und glaubt daher an einen Rücktritt des viermaligen Meisters

(Motorsport-Total.com) - Was macht Sebastian Vettel nach seinem Abgang von Ferrari zur Formel-1-Saison 2021? Glaubt man Formel-1-Experte Gary Anderson, dann kann die Antwort nur eine sein: "Er wird aufhören müssen", schreibt er in einer Kolumne bei 'The Race'.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel geht nach der Saison 2020 nach Hause, glaubt Gary Anderson Zoom

Denn bei einem Mittelfeld-Team wie Renault, die nach dem Abgang von Daniel Ricciardo ein Cockpit frei haben, sieht er Vettel nicht. Über diese Phase seiner Karriere sei er längst hinaus. Als Mittelfeld-Team möchte man laut seiner Aussage junge, hungrige Fahrer - keine siegverwöhnten Spitzenpiloten.

Anderson weiß, wovon er spricht, denn als Technikchef bei Jordan kennt er die Situation genau. Jordan war mit aufstrebenden Talenten wie Eddie Irvine, Rubens Barrichello oder Ralf Schumacher gut beraten. "An guten Tagen konnten wir Vierter, Fünfter oder Sechster sein - und damals waren sie zufrieden damit", meint er.

Ein Fahrer wie Vettel würde den Druck auf das Team jedoch enorm erhöhen, zumal auch der beste Fahrer nicht aus einem Mittelfeld-Auto ein Siegerauto machen kann. "Und wäre er dann wirklich zufrieden, wenn er acht Punkte holen würde?", fragt sich Anderson.


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Dass ein großer Name einem kleineren Team zu neuem Glanz verhelfen kann, ist klar. Andersherum kann es aber auch schnell schiefgehen, wie sich erst jüngst Daniel Ricciardo bei Renault gezeigt hat. Er verlässt das Team nach nur zwei Jahren wieder.

Zudem sieht Anderson bei Vettel ein anderes Problem: "Er ist kein guter Mittelfeld-Fahrer", betont er. Bei Red Bull hat Vettel bewiesen, dass er am besten ist, wenn er das Feld von vorne dominieren kann - das konnte er so gut wie kaum ein anderer. Doch wenn er weiter hinten ist, dann schlichen sich bei ihm immer wieder Fehler ein - auch bei Ferrari.

Und dass er sich wie Kimi Räikkönen begnügt, einfach an Sonntag noch aus Spaß zu fahren, daran glaubt der Experte auch nicht. Also hätte Vettel im Grunde nur zwei Optionen: Mercedes oder Red Bull. "Und ich sehe nicht, dass sie in Eile sind, ans Telefon zu gehen, um ihn zu verpflichten", sagt Anderson.


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Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko hatte eine Rückkehr von Sebastian Vettel zu Red Bull zuletzt ohnehin ausgeschlossen, sodass Mercedes die einzige realistische Chance für Vettel ist. Dort laufen die Verträge von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas aus. Die Frage ist, ob sich Vettel im Zweifel ins gemachte Nest von Hamilton setzen würde.

Sollte er kein Topcockpit bekommen, dann rät ihm Anderson, einfach die Zeit zuhause mit der Familie zu verbringen und etwas anderes im Leben zu finden. Erreicht habe er ohnehin schon genug. "Ich sehe nicht, dass er jede Woche gegen Sergio Perez kämpft. Das wäre schlecht für ihn und schlecht für das Team."

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