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Formel 1 Baku 2016: Rosberg auf Pole - Hamilton crasht

Rosberg fährt in Aserbaischan mit einer Hand am Lenkrad auf Platz eins - Perez überrascht als Zweiter vor Ricciardo - Hamilton begeht viele Fehler und crasht

(Motorsport-Total.com) - Nico Rosberg hat im Qualifying zum Europa-Grand-Prix in Baku am Samstag das Stallduell der Mercedes-Piloten für sich entschieden und sich die Pole-Position für das Premierenrennen in Aserbaidschan gesichert. Dem Deutschen reichte eine nicht perfekte Runde in 1:42.758 Minuten, auch weil WM-Rivale Lewis Hamilton im dritten Abschnitt des Zeittrainings seinen Boliden mit einem Fahrfehler in die Mauer setzte. Für ihn bleibt nach einem durchwachsenen Tag nur Startplatz zehn.

Nico Rosberg

Nico Rosberg sicherte sich die Premieren-Pole von Baku Zoom

Während Hamilton gesenkten Hauptes davonstiefelte, grinste Rosberg in der Pressekonferenz über beide Backen: "Es war großartig. Es war eine der anspruchsvolleren Sessions, aber es hat alles toll funktioniert", jubelt er. "Wir haben uns das ganze Wochenende darauf vorbereitet und sind beim Optimum angelangt." Der WM-Leader stand in Q3 unter Druck, als er seinen ersten Versuch wegen gelber Flaggen abbrechen musste. Dann war er aber so schnell, dass er sogar den Rest der Session aussitzen konnte. Zu groß war sein Vorsprung auf die Konkurrenz, zu der Hamilton gar nicht mehr zählte.

Denn als die Rosberg-Zeit in Beton gegossen war, ging es noch richtig rund in Baku. Hamilton, der schon in den Segmenten eins und zwei Fehler begangen, mehrmals im Notausgang geparkt, sich einen Reifensatz nach dem anderen ruiniert und um das Weiterkommen gezittert hatte, verbockte in Q3 seinen ersten Anlauf. Unter großem Druck stehend schlug er bei seinem zweiten Versuch mit dem Silberpfeil an der Innenseite von Kurve 8 an der Leitschiene an, wobei er sich die Aufhängung zerstörte.

Hamilton ärgert sich und nimmt den Crash auf die eigene Kappe: "Da war ich ganz alleine schuld. Ich hatte am Freitag einen fantastischen Rhythmus - und heute gar keinen. Manchmal passiert das." Bremsprobleme will er für die zahlreichen Ausritte genauso wenig verantwortlich machen wie ein schlechtes Setup. Er findetoffene Worte, wenn es um seine Leistung geht. "Das Auto war heute im Allgemeinen gut, aber ich war es nicht. Es war eine schwierige Session. Braucht man nicht, passiert aber."

Der Hamilton-Unfall sorgte für eine Rote Flagge, als in Q3 noch 2:05 Minuten auf der Uhr waren - also gerade genug, um aus der Box kommend eine Aufwärmrunde abzuspulen und einen schnellen Umlauf anzugehen. Ergo gab es einen Stau an der roten Ampel am Ende der Boxenstraße und einen Positionskampf auf dem Weg hin zur Start- und Ziellinie, um beim anschließenden Shootout freie Bahn zu haben. Nur Rosberg blieb in der Box, als Sergio Perez im Force India (+0,757 Sekunden) sich im Zeitenhagel der acht direkt hintereinander jagenden Piloten auf dem zweiten Platz hielt.

Der Mexikaner meint, dass sich das Ergebnis anfühle wie eine Pole-Position: "Ich muss dem Team und vor allem meinen Jungs danken, dass sie das Auto rechtzeitig fertigbekommen haben", erinnert er an seinen heftigen Crash im dritten Freien Training, der eine Qualifying-Teilnahme hatte fraglich erscheinen lassen. "Ich ärgere mich über den Fehler. Nach dem Unfall hatte ich Selbstvertrauen verloren", gesteht Perez. "Und dann wieder so in den Rhythmus zu kommen, das war großartig."

Bitter: Der Mexikaner wird in der Startaufstellung noch wegen Getriebewechsels um fünf Plätze zurückversetzt. Erster Nutznießer ist Daniel Ricciardo im Red Bull (+1,208), der sich Rang drei nur deshalb holte, weil er vor dem zeitgleichen Sebastian Vettel (4./Ferrari) über die Linie fuhr. Und das war kein Zufall: "Dank der Jungs stand ich ganz vorne in der Schlange und hatte eine freie Runde", sagt der Australier, der zuvor gepatzt hatte: "Mein erster Versuch in Q3 war Durchschnitt, um es höflich auszudrücken. Da dachte ich, das wäre es gewesen." Doch Ricciardo behielt die Nerven.

"Ein bisschen bitter", findet Vettel die Schlappe gegen den Ex-Teamkollegen. "Ich habe die ersten zwei, drei Ecken nicht optimal erwischt und dadurch ein bisschen Zeit verloren. Danach war die Runde ganz gut und ich war sehr zufrieden. Eine Tausendstelsekunde, ich weiß nicht, ob man das überhaupt messen kann." Viel ärgerlicher findet Vettel, dass Perez im Force India vor ihm steht: "Normal sollten wir vor ihnen sein und näher dran an Mercedes. Deshalb können wir nicht vollkommen zufrieden sein", klagt er über ein Qualifying, das letztlich Startplatz drei bedeutet.

Immerhin war Ferrari in besserer Form als am Freitag, was auch Rang fünf für Kimi Räikkönen (+1,511) unterstrich. Zu den Verlierern des Qualifyings gehörte dagegen das Williams-Team. Felipe Massa (6./+1,725) schien die Möglichkeiten des FW38 nicht ausgereizt zu haben, Valtteri Bottas (8./+2,488) verlor die Nerven: Nach einem Scharmützel mit Max Verstappen (9./Red Bull/+2,812) in Q3, das ihm seine erste schnelle Runde zerstörte, griff er beim Kolonne fahren in der Schlusssequenz den vor ihm fahrenden Ricciardo in Kurve 1 an, verbremste sich und büßte Zeit ein.

Auch Nico Hülkenberg (12./Force India) hatte einen rabenschwarzen Tag zu verzeichnen. Er scheiterte am Einzug in die Top 10 um 0,069 Sekunden, weil er in Q2 erst einen Dreher (aufgrund einer von hinten kommenden Windböe) einlegte und es nach seinem zu langsamen zweiten Versuch einen Kommunikationsfehler mit dem Team gab. "Es war eigentlich klar", beschwert er sich. "Mein Ingenieur meinte, ich sollte noch eine Runde Druck machen, aber als ich über Start und Ziel gefahren bin, hatte ich schon aus dem Quali-Modus rausgeschaltet. Die Batterie war sowieso leer, ich hätte in der Runde kaum noch Energie abrufen können", moniert der Emmericher.

Einen starken Auftritt mit Platz 18 legte Pascal Wehrlein (Manor) hin, obwohl er 0,085 Sekunden hinter seinem oft als Paydriver eingeschätzem Teamkollegen Rio Haryanto zurückblieb: "Ich ärgere mich sehr, denn heute hätte es auf jeden Fall für Q2 gereicht", erklärt der DTM-Champion die interne Schlappe und das Aus im ersten Segment. "Anscheinend ist in Kurve 3 oder 4 einer in die Auslaufzone gefahren. Sobald es auf der Strecke eine gelbe Flagge gibt, wird auf der ganzen Strecke das DRS ausgeschaltet. Ich war da gerade auf der langen Start- und Zielgeraden und habe dadurch einige Zehntel verloren."

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