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  • 22.04.2015 · 11:48

  • von Dieter Rencken & Dominik Sharaf

Ferraris "Reifenflüsterer": Steht er am Kommandostand?

Technikchef James Allison machte sich schon bei Lotus damit einen Namen, dass er für einen reifenschonenden Boliden sorgte - Kimi Räikkönen: "Guter Ansatz"

(Motorsport-Total.com) - Als sich Kimi Räikkönen bei seinem Comeback 2012 in Diensten Lotus' Rennen für Rennen als neuer "Reifenflüsterer" im Feld entpuppte, glaubte jeder an eine persönliche Qualität des Finnen. Keine Frage: Das Fingerspitzengefühl besitzt er, schließlich war Räikkönen auch am vergangenen Sonntag in Bahrain der versierteste Pilot im Umgang mit den Pneus. Doch es gibt noch eine andere Verbindung: Der Lotus E20 entstand genau wie der aktuelle Ferrari SF15-T unter der Ägide James Allisons.

James Allison

Kein Mann aus erster Reihe, aber ein Erfolgsgarant: James Allison Zoom

Räikkönen betont, dass der Umgang mit dem Gummi ein Teil des Erfolgsrezepts der Scuderia ist: "Natürlich bedeutet der Antrieb einen großen Teil des Fortschritts. Die Verbesserung ist gemessen an den PS und der Zuverlässigkeit bedeutend, aber es lässt sich nicht nur damit erklären", so der 35-Jährige. "Wir haben mehr Abtrieb, das Auto ist deshalb besser fahrbar und das gesamte Paket passt besser zusammen." Heißt: Der Wagen rutscht weniger, lässt sich einfacher beherrschen und erlaubt reifenschonende Fahrten.

Das ist das große Kapital der Roten, die bei allen vier Grands Prix 2015 das Podium besuchten: "Im Rennen kommt uns das zugute", weiß Räikkönen. "Gerade wenn die Beanspruchung groß ist, kann das einen großen Unterschied machen, auch wenn es nur ein Teil des Ganzen ist." Dabei spielen hohe Temperaturen Ferrari in die Karten, wie sich in Malaysia zeigte. Auch in Bahrain war das der Fall, doch die Bedingungen hätten sich noch deutlicher zugunsten des Teams entwickeln können - wäre es kein Nachtrennen gewesen.


Fotos: Ferrari, Großer Preis von Bahrain


Pirellis Sportchef Paul Hembery merkt an: "Es gibt einen Vorteil auf Seiten Ferraris. Wären die Streckentemperaturen höher gewesen, wäre ihnen das sicher zu ihrem Vorteil gewesen, wie wir bei den Longruns im Freien Training erlebt haben", erinnert der Brite. Auch Felipe Massa, mit Williams von seinem Ex-Arbeitgeber allen voran im Tempo über die Renndistanz überholt, staunt nicht schlecht: "Ferrari hat einen großen Schritt gemacht. Die Art und Weise, wie sie die Reifen nutzen, ist beeindruckend."

Nachdem Räikkönen am Sonntag mit Platz zwei nur bedingt zufrieden war, fordert er weiter konsequente Entwicklungsarbeit in Maranello: "Die Reifenverschleiß sieht gut aus, aber wir wollen uns noch verbessern. Wir wollen anfangen, öfter Rennen zu gewinnen. Wir brauchen nur etwas Geduld und müssen da weitermachen, wo wir angefangen haben", so der frühere Weltmeister. Er erkennt unter Allison auch arbeitsphilosophische Fortschritte: "Der Schlüssel ist, dass alle Bereiche sich etwas verbessert haben und die Leute enger zusammenarbeiten."

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