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Fernando Alonso und Ron Dennis: Ziemlich beste Freunde

Eric Boullier beteuert, dass Fernando Alonso und Ron Dennis ihre Differenzen beigelegt haben und die gute Stimmung im Team keine Show ist

(Motorsport-Total.com) - Als im vergangenen Jahr im Fahrerlager der Formel 1 erste Gerüchte über eine mögliche Rückkehr von Fernando Alonso zu McLaren aufkamen, schüttelten viele Beobachter ungläubig mit dem Kopf. 2007 schien in Alonsos erstem Jahr bei McLaren zu viel Porzellan zwischen beiden Parteien zerschlagen worden zu sein, als dass eine Rückkehr vorstellbar war.

Fernando Alonso, Ron Dennis

Fernando Alonsos und Ron Dennis' gute Verhältnis soll keine Show sein Zoom

Doch beide Seiten sprangen über ihren Schatten, und bei der offiziellen Teampräsentation erweckten Fotos von herzlichen Umarmungen den Eindruck, als seien Alonso und McLaren-Boss Ron Dennis, die Ende 2007 im Streit auseinander gegangen waren, plötzlich beste Freunde. Oder war das nur eine Show für die Fotografen? Nein, beteuert McLaren-Rennleiter Eric Boullier.

"Die Stimmung ist wirklich gut. Die Vergangenheit liegt zurück, und beide sind reifer geworden", sagt der Franzose im Interview mit 'Formula1.com'. Dabei hatte es 2007 zwischen Alonso und Dennis mehrfach gekracht. Zunächst hatte der Spanier einen teaminternen Psychokrieg gegen seinen Teamkollegen Lewis Hamilton angezettelt, der letztlich zu Folge hatte, dass die McLaren-Piloten die Fahrerweltmeisterschaft verpassten und Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen der lachende Dritte war.

Skandale der Vergangenheit sind abgehakt

Dann hatte Alonso im Zuge der Spionage-Affäre interne Informationen an Bernie Ecclestone weitergeleitet, der diese dem Automobil-Weltverband FIA weiterleitete. Nicht zuletzt durch diese Unterlagen konnte die FIA McLaren der Spionage bei Ferrari schuldig sprechen und zu einer Rekordstrafe von 100 Millionen US-Dollar (damals rund 145 Millionen Euro) verurteilen.


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"Das ist lange her", tut Boullier diese Geschichten als alte Kamellen ab. Jetzt würden alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um McLaren-Honda zu Erfolgen zu führen Erfolge. "Nicht um ein neues Kapitel zu anzufangen, sondern um ein unerledigtes Geschäft zu Ende zu bringen", sagt Boullier.

Doch ob und wann dieser Erfolge kommen werden, ist seit dieser Woche fraglicher denn je. Probleme mit dem Honda-Antrieb sorgten beim Formel-1-Test in Jerez dafür, dass Alonso kaum zum Fahren kam, während sein bisheriges Team Ferrari zuverlässig Runde um Runde drehte. Die Frage bleibt, warum sich Alonso in der Spätphase seiner Karriere - immerhin wird er in diesem Jahr schon 34 Jahre alt - auf die mühsame Aufbauarbeit bei McLaren-Honda einlässt.

Boullier: Alonso glaubt an unseren Erfolg

"Er hat genug von uns gesehen, um sich ein eigenes Urteil zu bilden. Und er glaubt an dieses Projekt und dass wir die Leute und die Ressourcen haben", sagt Boullier. "Ich denke, er glaubt daran, dass wir erfolgreich sein können. Nein falsch: Er glaubt daran, dass wir erfolgreich sein werden", so der Franzose. "Auch wenn er in den vergangenen Tagen nicht allzu viele Runden gefahren ist."


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Leidtragender von Alonsos Rückkehr zu McLaren war der letztjährige Pilot Kevin Magnussen, der im Kampf um das zweite Renncockpit gegen Jenson Button den Kürzeren zog und sich in dieser Saison mit der Rolle des Ersatzfahrers begnügen muss. McLaren hatte die Entscheidung zwischen Button und Magnussen lange herausgezögert und erst Mitte Dezember verkündet. Und laut Boullier war das Rennen zwischen dem erfahrenen Briten und dem jungen Dänen tatsächlich lange offen.

"Das war lange unklar, aber wir mussten im Sinne des Teams und des Unternehmens entscheiden und haben uns für Fernando und Jenson entschieden", so Boullier, der jedoch versichert. "Wir glauben aber, dass Kevin eine Zukunft in der Formel 1 hat. Er wird davon profitieren, in diesem Jahr zwei Weltmeistern zuzusehen und wird stärker zurückkommen." Von seinen beiden Weltmeistern ist der Franzose ohnehin überzeugt. "Wir haben eine gute Fahrerpaarung, mit einer Mischung aus britischem und spanischen Temperament - eine gute Kombination. Es ist eine der besten im ganzen Feld."