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Fernandes droht mit Köpferollen, Gascoyne reagiert

Lotus-Teamchef Tony Fernandes droht mit Umstrukturierungen, sollte es nicht bald Erfolge geben - Technikchef Mike Gascyone verspricht für 2012 Besserung

(Motorsport-Total.com) - Seit dem Formel-1-Einstieg vor eineinhalb Jahren führt Lotus die Riege der drei "neuen" Teams an - der Durchbruch ins Mittelfeld ist bis heute nicht gelungen, auch wenn der Abstand geschrumpft ist. Teambesitzer Tony Fernandes verliert nun allmählich die Geduld und meinte im Zuge des Monza-Wochenendes, dass nächstes Jahr "jeder seinen Kopf hinhalten muss." Nachsatz: "Mike würde es als Erster zugeben, wenn er kein Auto produziert, dass im nächsten Jahr im Mittelfeld ist, obwohl ihm alle Werkzeuge gegeben wurden".

Mike Gascoyne

Mike Gascoyne gerät bei Lotus immer mehr unter Erfolgsdruck

Doch wie reagiert der Brite auf die Forderungen seines Chefs? "Ich finde, dass Tony zurecht, nicht den Druck auf uns erhöht, aber Ziele vorgibt. Meine Antwort darauf ist, dass Tony uns gar nicht so sehr unter Druck setzen kann, wie wir es selbst tun", stellt Gascoyne gegenüber 'Autosport' klar. "Das ist so ziemlich das Ziel des gesamten Teams. Im dritten Jahr... wir haben das Team nun aufgebaut und es gibt Gründe, warum wir nächstes Jahr besser abschneiden werden."

Lotus nächstes Jahr deutlich stärker?

Der Lotus-Technikchef, der diesen Posten bereits bei Jordan, Renault, Toyota und Force India bekleidete, sieht das Mittelfeld 2012 in absoluter Reichweite: "Wir kämpfen derzeit gegen Toro Rosso und Williams. Sie haben die gleichen Ressourcen."

"Es gibt wirklich Gründe, warum wir nächstes Jahr besser sein werden." Mike Gascoyne

"Erstmals verwenden wir nun zu Saisonbeginn keinen neuen Motor und kein neues Getriebe, wir haben ein stabiles Team und ein viel größeres Designteam als letztes Jahr, das von Mark Smith angeführt wird, der im Vorjahr nicht hier war. Wir verwenden das Williams-Windkanal-Programm und haben somit die Zeit im Windkanal im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Es gibt also wirklich Gründe, warum wir nächstes Jahr besser sein werden."

Somit tut Gascoyne die Saison 2011 als Übergangs-Jahr ab und setzt nun alle Hoffnungen in die kommende Saison: "Man kann nicht alles in einem Schritt machen, aber wir wollen gegen Williams und Toro Rosso um Punkte fahren. Sie liegen direkt vor uns und nach ihnen müssen wir uns ausrichten."

Wurz hat Erklärung für Rückstand von Lotus & Co.

Die Aussagen von Fernandes will er nicht überbewerten: "Alles, was Tony wirklich gesagt hat, ist, dass alle in diesem Team den Druck spüren. Ich glaube, die Leute haben da interpretiert, dass alle die Schlinge um den Hals haben, aber das meinte er nicht, er meinte nur, dass wir alle unter Druck stehen."

"Die alten Teams profitieren noch immer von den Daten und Erfahrungen der Test-Ära." Alex Wurz

Sicher ist dennoch: Gascoyne und seine Truppe müssen 2012 ein Auto bauen, das in der Lage ist, Punkte zu holen. Bleibt man am Ende des Feldes hängen, könnten seine Tage bei Lotus bald gezählt sein. Der ehemalige österreichische Formel-1-Pilot Alex Wurz hat Verständnis dafür, dass Lotus & Co nur schwer vom Fleck kommen."Die alten Teams haben in der Zeit, als noch richtig viel getestet wurde, so viele Daten und Erfahrungen gesammelt, dass sie davon bis heute profitieren", so Wurz gegenüber dem 'ORF'.