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F1-Sprintrennen: Details über finanzielle Einigung, Abstimmung am Montag

Beim Thema Sprintrennen gibt es eine Einigung zwischen Formel 1 und den Teams - Der Mercedes-Unfall in Imola zeigt, wie wichtig finanzielle Aspekte geworden sind

(Motorsport-Total.com) - Am heutigen Montag stimmt die Formel-1-Kommission über den Plan ab, in dieser Saison drei Sprintrennen auszutragen. Diese Rennen, offiziell Sprint-Qualifying genannt, sollen 2021 in Silverstone, Monza und Interlagos die reguläre Qualifikation am Samstag ersetzen und über die Startaufstellung für den Grand Prix am Sonntag entschieden.

Max Verstappen, Lewis Hamilton, Valtteri Bottas, Charles Leclerc

In der Formel 1 soll es in diesem Jahr drei Sprintrennen geben Zoom

Außerdem soll es Punkte für die ersten drei Piloten nach dem Schema 3-2-1 geben. Über die Startaufstellung für das 100 Kilometer lange Sprintrennen entscheidet eine eigene Qualifikation am Freitag. Während sich die Teams über diese Rahmenbedingungen bereits länger einig waren, hakte der Plan lange noch an finanziellen Details.

Weil bei Sprintrennen nach Ansicht mehrerer Teams unter anderem ein deutlich höheres Unfallrisiko besteht, forderten diverse Rennställe eine finanzielle Entschädigung von der Formel 1. Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' sieht die nun getroffene Einigung vor, dass jedes Team pro Sprintrennen 100.000 US-Dollar erhält.

Budgetobergrenze wird leicht erhöht

Zusätzlich zu dieser Summe dürfen die Teams weitere 50.000 US-Dollar aus eigener Tasche einsetzen, die nicht unter die neue Budgetobergrenze fallen. Das ist ein wichtiger Faktor, weil 2021 zum ersten Mal der neue Kostendeckel in der Formel 1 greift. Sprintrennen waren in der ursprünglichen Kalkulation der Teams jedoch nicht vorgesehen.


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Die oben genannten Summen sollen dabei lediglich die laufenden Kosten der Rennställe decken. Bei Unfällen dürfen zusätzlich noch einmal bis zu 200.000 US-Dollar aufgewendet werden, um die angefallenen Kosten zu begleichen. Das greift allerdings nur, wenn die Schäden am Auto nachweislich in einem Sprintrennen entstanden sind.

Was auf den ersten Blick nach "Peanuts" klingt, ist gerade für die großen Formel-1-Teams, die am Limit der neuen Budgetobergrenze operieren, aber durchaus entscheidend. Ein gutes Beispiel ist der Unfall von Valtteri Bottas in Imola. Laut Mercedes ist dabei ein Schaden von mindestens einer Million Pfund (rund 1,4 Millionen Dollar) entstanden.

Topteams müssen überall sparen

Das zeigt, wie schnell ein Unfall die Budgetplanung eines Rennstalls über den Haufen werfen kann. Zwar planen auch die Topteams einen gewissen finanziellen Puffer ein. Allerdings ist der Mercedes-Unfall vor allem deshalb ein Problem, weil er im gerade einmal zweiten Saisonrennen passiert ist und die Teile am Auto damit noch relativ neu waren.


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Passiert so ein Crash dann, wenn diverse Teile am Auto sowieso am Ende ihrer Lebensdauer angekommen sind, tut er deutlich weniger weh. Mercedes hat in diesem Jahr extra daran gearbeitet, die Lebensdauer diverser Teile zu erhöhen, um weniger Ersatzteile zu brauchen und damit geringere Kosten zu haben.

So verwendet das Weltmeisterteam 2021 zum Beispiel mehr Stahl und weniger Carbon bei der Aufhängung. Das erhöht zwar das Gewicht, verlängert aber die Lebensdauer. Außerdem hat man die Chassis des Vorjahres übernommen und keine neuen produziert, um auch hier Geld einzusparen, das man dafür an anderer Stelle investieren kann.

Unfälle werden immer teurer

Die Budgetobergrenze ist per Reglement zwar an die Anzahl der Saisonrennen gekoppelt. Weil die neuen Sprintrennen allerdings nicht als offizielle Rennen - sondern eben als Sprint-Qualifying - zählen, erhöht sich dadurch nicht automatisch der Kostendeckel. Im Gegenteil: Dieser könnte 2021 sogar noch einmal sinken.


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Dann nämlich, wenn in den kommenden Monaten noch Rennen abgesagt werden müssen. Komplett auszuschließen ist das nicht. Wird ein Grand Prix mit einem rechtzeitigen Vorlauf abgesagt, ist im Reglement festgeschrieben, dass sich dann auch die Summe reduziert, die die Teams in der Saison maximal ausgeben dürfen.

2022 und 2023 sinkt der Kostendeckel planmäßig - ausgehend von einer gleichbleibenden Anzahl der Saisonrennen - noch einmal um jeweils fünf Millionen Dollar. In den kommenden Jahren könnten Unfälle für die Teams, die bereits am Limit der Obergrenze operieren, also noch einmal "teurer" werden.

Wirkt sich der Kostendeckel auch auf die Fahrer aus?

Abseits der Strecke werden zudem weniger Ersatzteile als früher produziert. So ergibt es beispielsweise keinen Sinn, für viel Geld neue Frontflügel auf Vorrat zu produzieren, wenn es wenige Rennen später sowieso schon wieder ein Update gibt. Im Zweifelsfall muss nach einem großen Crash stattdessen nachproduziert werden.


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In Zukunft könnten Unfälle und die damit verbundenen Kosten auch bei der Fahrerwahl eine Rolle spielen. Aus finanzieller Sicht ergibt es wenig Sinn, einen Piloten unter Vertrag zu nehmen, der zwar schnell ist, allerdings zu viele Unfälle produziert und das Team so im Hinblick auf die Budgetobergrenze in einen Engpass treibt.

Was die Sprintrennen angeht, scheinen die Teams mit der gefunden Einigung zufrieden zu sein. In der Kommission ist am Montag eine "Super-Mehrheit" notwendig, mindestens acht der zehn Teams müssen - zusätzlich zu FIA und Formel 1 - also zustimmen. Man geht davon aus, dass es sich dabei um eine Formalität handeln dürfte.