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Formel-1-Teamchefs: Und was ist mit den Kosten für Sprintrennen?

Bevor die Formel 1 ihren Versuch mit Sprintrennen startet, wollen die Teamchefs die Finanzierung im Rahmen der Budget-Obergrenze geklärt wissen

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 plant in der Motorsport-Saison 2021 drei Sprintrennen. Es ist ein Versuch, das traditionelle Wochenend-Format um ein neues Element zu bereichern. Das findet Zustimmung bei den beteiligten Teams, aber auch mahnende Worte. Denn bisher ist nicht geklärt, wie genau mit den dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten umzugehen ist.

Fernando Alonso, Lando Norris

Sprintrennen finden Anklang in der Formel 1, nur die Finanzierung noch nicht ... Zoom

Das stört zum Beispiel Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Er unterstützt einerseits den Ansatz, in Silverstone, in Monza und in Sao Paulo zusätzliche, 100 Kilometer kurze Rennen abzuhalten, aber: "Unterm Strich kommen da einfach nur weitere Kosten auf uns zu, indem wir Teile verschleißen und so weiter."

Im Augenblick gehe der Plan der Formel 1 daher auf finanzieller Seite nicht auf. "Wir stecken mehr Geld rein [in den Sprintrennen-Versuch] als dabei herauskommt. Das akzeptieren wir", sagt Horner.

Er erklärt weiter: "Im Prinzip ist es ein Investment der Teams in Richtung Formel-1-Management, um zu sagen: 'Okay, wir unterstützen das, in der Hoffnung, dass es künftig Einnahmen abwirft, Interesse generiert und weitere Vorteile in der Zukunft bringt, sofern es funktioniert.'"

Zusätzliche Ausgaben, und das trotz Budgetbegrenzung

Weitere, bisher nicht geplante Ausgaben kämen aber zu einem ungünstigen Zeitpunkt, wo doch zur Saison 2021 erstmals ein Maximalbudget festgeschrieben wurde. "Wir kämpfen gerade darum, 10.000 oder 20.000 oder 30.000 Pfund einzusparen, damit wir innerhalb des Budgets bleiben. Wenn jetzt also eine solche Variable dazukommt, dann braucht es eine Lösung, wie wir das unterkriegen", meint Horner.


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Mercedes-Teamchef Toto Wolff denkt ähnlich und nimmt die Formel-1-Verantwortlichen ebenso in die Pflicht: "Wir tun uns wirklich schwer damit, unter der Budgetgrenze zu bleiben. Da geht es eher um Zehntausende als um Hunderttausende Pfund."

"Wir wollen [Formel-1-Chef] Stefano [Domenicali] und [Formel-1-Sportchef] Ross [Brawn] wirklich gerne bei der Idee unterstützen, weil ich glaube, das muss man einfach ausprobieren. Wir haben aber nicht den finanziellen Spielraum, um uns darauf einzulassen - und dann am Ende festzustellen, es braucht eine halbe Million Pfund oder mehr, die wir irgendwo in unserem [begrenzten] Budget finden müssen."

Teamchefs wollen nicht noch mehr Personal abbauen

Letzteres könnte bedeuten, dass die Teams noch weitere Mitarbeiter entlassen müssten, um ihren finanziellen Vorgaben durch die Formel 1 gerecht zu werden. "Und das will ich unbedingt vermeiden", sagt Wolff.

Deshalb setzen er und Horner sowie McLaren-Boss Zak Brown auf eine Kompromisslösung, die allerdings erst noch ausgearbeitet werden muss. "Sprintrennen kosten nun mal Geld und sogar deutlich mehr Geld, wenn es einen Unfallschaden gibt", meint Brown.

"Diesen speziellen Punkt müssen wir uns anschauen. Wir sollten keine Regel aufstellen, die dazu führt, dass die Budgetbegrenzung, auf die wir uns alle verständigt haben, jetzt doch wieder aufgeweicht wird. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden werden."

Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, die Kosten für den Sprintrennen-Versuch nicht unter die bereits verabschiedete Budget-Obergrenze fallen zu lassen. Darauf scheinen die genannten Teamchefs hinzuarbeiten.

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